Drei bis vier Schnitte

In Großbritannien versuchen Grünlandwirte, aus drei bis vier Schnitten Silage herzustellen: den ersten im Mai, den zweiten Ende Juni oder Juli, den dritten im August und nach Möglichkeit den vierten im September. In Irland ist sogar ein dritter Schnitt selten.

Fahrsilos sind beliebt, aber Ballensilage nimmt zu
In Großbritannien wird in rund 75.000 Betrieben Silage hergestellt. Es ist wahrscheinlich, dass fast alle Milchviehhalter in Großbritannien Silage herstellen.

Ballensilage wird auf 73% aller Betriebe hergestellt, bei Betrieben mit Milchkühen liegt diese Zahl bei 99%, bei Betrieben mit Milchkühen und Rindern bei 98% und bei Betrieben mit Mutterkühen bei 89%. 53% aller Betriebe, die Silage herstellen, produzieren ausschließlich Ballensilage.

Die Ballenherstellung ist im Allgemeinen die einzige Option für kleinere Betriebe, für die das Anlegen eines Fahrsilos wirtschaftlich nicht realisierbar ist. Einige Landwirte legen überhaupt keine Fahrsilos an und verarbeiten alles zu Ballen. Gewöhnlich ist dies eher bei kleineren Rinder- und Schafhaltern der Fall als bei  Milchviehhaltern.

Verstärkte Einbeziehung von Lohnunternehmern
Ein immer größerer Prozentsatz wird von Lohnunternehmern hergestellt und nicht mehr von den Landwirten selbst. In Großbritannien produzieren Lohnunternehmer heute etwa 70% der gesamten Ballensilage, verglichen mit 50 bis 60% im Jahr 2002. In Irland ist der Prozentsatz der von Lohnunternehmern hergestellten Ballensilage von 70-80% auf 90% gestiegen.

Dabei gibt es sowohl Voll- als auch Teilzeitlohnunternehmer, die auch landwirtschaftlich tätig sind; in diesem Fall ist die Silageherstellung oft der wichtigste Erwerbszweig im Lohnauftrag. Lohnunternehmer berechnen auf Hektarbasis im Fall von Fahrsilos, oft aber pro Ballen bei der Herstellung von Ballensilage.

Die Einführung kombinierter Ballenpressen und -wickler hat zur Senkung der Produktionskosten von Ballensilage beigetragen, indem der Herstellungsprozess beschleunigt und die Arbeitskosten und der Zeitbedarf verringert wurden.

Verschiedene Stretchfolienfarben
Bei einer von Dow 2007 durchgeführten Studie wurde ein zunehmender Trend zur Verwendung verschiedener Stretchfolienfarben festgestellt. Einige der Befragten verwendeten 2006 ausschließlich schwarze Folien. Die Zahl fiel von 50% im Jahr 2005 auf 34% im Jahr 2006, während die Zahl der Befragten, die auch etwas grüne Folie verwendeten von 43% in 2005 auf 59% in 2006 anstieg.

Die Studie legt nahe, dass Landwirte und Lohnunternehmer in zunehmendem Maße die Vorzüge der Verwendung anderer Folienfarben erkennen, da sich diese der Landschaft anpassen. Außerdem können sie die hohen Temperaturen reduzieren, die in schwarzen Ballen entstehen würden, wenn diese starkem Sonnenlicht ausgesetzt sind, was den Nährwert reduziert und zu Silageverlusten führen kann.

4 Lagen Standard, Trend zu 6 Lagen
Die Verwendung von mindestens 6 Lagen wird von Fachleuten und Milchviehberatern oft empfohlen, wenn der Trockenmasse (TM)-Gehalt der Silage hoch ist. In der Praxis neigen aber britische und irische Landwirte eher dazu, vorwiegend aus Kostengründen 4 Lagen als Standard zu verwenden.

Die Anwendung von zusätzlichen 2 Folienlagen hat in den letzten Jahren an Beliebtheit zugenommen, da festgestellt wurde, dass dadurch eine robuste Sauerstoffbarriere mit weniger Silageverlusten durch Hefe und Schimmel und eine stabilere und einheitlichere Silage bei der Verfütterung zu erreichen ist.

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