Von Dr. Barbara Wróbel und Dr. Halina Jankowska-Huflejt
Forscherinnen am Institute for Land Reclamation and Grassland Farming in Falenty, Polen
Anteil von Dauergrünland (PG) an landwirtschaftlich genutzten Flächen (AL) und die Nutzung von Dauergrünland für die Tierhaltung in einzelnen Provinzen Polens


Ca. 90% des Dauergrünlandes in Polen befindet sich im Tiefland, das restliche Grasland in den Bergregionen. 2006 betrug die Fläche rund 3.215 Hektar, d.h. 20,15% des gesamten landwirtschaftlich genutzten Landes in Polen mit signifikanten Unterschieden zwischen den einzelnen Regionen (Abbildung 1). Dauergrünlandweisen machen eine Fläche von über 2.390 Hektar aus, fas 75% des gesamten Dauergrünlandes. Es gibt gewöhnlich zwei bis drei vor kurzem geschnittene Wiesen mit ungenutztem Produktionspotenzial. Dauergrünland in Polen wird gewöhnlich zwei bis drei Mal im Jahr gemäht. Das Produktionspotenzial dieses Landes wird nicht genutzt, weil rund 15% des Dauergrünlands zur Zeit des ersten Schnittes nicht gemäht und nicht genutzt wird. Auch die Heuerträge von Grasland sind im Verhältnis zu dessen Produktionspotenzial niedrig. 2005 waren die Erträge im Mittel 4,3 Tonnen Heu pro Hektar (im ersten Schnitt 2,4 t/ha, im zweiten Schnitt 1,3 und im dritten Schnitt 0,6 t/ha). Die insgesamt in den vorhergehenden Jahren erzielten Erträge sind in Tabelle 1 zusammengefasst.

Tabelle 1 - Heuerträge von Dauergrünlandes in Tausend Tonnen

Art des Landes 1996-2000 2003 2004 2005
Dauergrünland 12313.2 8852.0 10954.3 10839.8
Dauerweiden 4564.5 2675.3 3267.2 2681.8
Insgesamt 16877.7 11527.3 14221.44 13521.6

Quelle: Main Statistical Office, 2005

Dauergrünland in Polen ist eine Futterquelle für Wiederkäuer. Rinder und in jüngster Zeit auch Schafe spielen eine wichtige Rolle. 2006 gab es 5.606,4 Rinder. Die Dichte betrug 35,1 Tiere pro 100 Hektar landwirtschaftlichem Land.

Die Winter in sind Polen lang und kalt und die Tiere werden bis zu 200 Tage im Stall gefüttert. Vor dieser Jahreszeit sorgen die Landwirte für das nötige konservierte Futter und legen die entsprechenden Vorräte an. Heu ist das üblicherweise konservierte Futter. Verwendet wird die verfügbare Wiesenfläche. Das von Dauerwiesen 2005 erzeugte Heu betrug insgesamt mehr als 108 Millionen Tonnen (Tabelle 2), und die Qualität des geernteten Heus wurde mit 3,6 auf der Skala von 1 bis 5 angegeben.

Tabelle 2 - Erntestruktur verschiedener Schnitte von Dauerwiesen in Polen im Jahr 2005 (% des Ernteertrags von Wiesen)

Wiesen für:
Heu Silage Direktfütterung Als Weide verwendet
I Schnitt 74.5 12.8 5.2 7.5
II Schnitt 60.8 11.2 9.8 18.2
III Schnitt 23.6 10.0 18.8 47.6

Quelle: Main Statistical Office, 2005

Im Jahr 2000 war die Grassilage keine weit verbreitet angewandte Methode. Nur 3-4% der Erträge von Wiesen wurden siliert. Heute wird diese Praxis von Jahr zu Jahr beliebter und 2005 wurden bereits 12% der Erträge von Wiesen zu Silage verarbeitet (Abbildung 2).

Die Gründe für die langsame Zunahme der Beliebtheit sind: Mangel an Tradition, Mangel an Ausrüstungen oder Kosten der Ausrüstungen für die Silageproduktion - Roll-, Press- und Wickelmaschinen, Maschinen für den Ballentransport - und die hohen Kosten der Kunststofffolie. Zu den Faktoren gehören aber auch mangelnde der Rentabilität in der Tierproduktion in einer Zeit des politischen Wandels im Lande sowie fehlende Kenntnis der Silagetechnologie.

Das Interesse an der Herstellung hochwertigen Futters für Wiederkäuer wächst. Heute bereitet schon eine wachsende Zahl von Landwirten Silage zu, insbesondere in den Regionen, in denen die Milchviehhaltung besonders fortgeschritten ist sowie in Regionen mit Dauergrünland.

Struktur der Konservierung des Ernteertrags von Dauerwiesen (% )

In Polen wird Silage in Mieten, Silos und großen Rundballen (400 kg) und selten als "Wurstsilage" hergestellt.

Häufiger wird die Grünlandnarbe in Großballen siliert, die in Kunststofffolie gewickelt sind. Für das Wickeln wird Stretchfolie verwendet - 0,025-0,030 mm dick und 500 mm breit - gewöhnlich in weiß oder schwarz. Trotz ihrer höheren Kosten als alternative Methoden hat diese Technologie viele Vorteile: hohe Silagequalität, Unabhängigkeit von den Witterungsbedingungen und einfaches Füttern, besonders in kleinen und mittelgroßen Betrieben, in denen weniger Tiere kleinere tägliche Silageportionen brauchen.

Heute ist jedoch die Durchschnittsqualität der in Polen produzierten Silage noch nicht gut genug. Die Gründe sind:

  • Falsche Vorbereitung der Kultur auf die Silageproduktion
  • Unausgewogene Düngung von Grünland, spätes Schneiden der dominierenden Grasarten (zur Zeit des Ährenschiebens und gelegentlich zur Zeit der Blüte)
  • Fehler im Silierprozess
  • Fehlende Verwendung von Konditionierern zur Beschleunigung des Welkprozesses des Erntegutes
  • Silieren einer zu nassen Narbe - Trockenmassegehalt ca. 20% (Verluste durch Sickerwasser) oder zu stark vorgewelkt (zu trocken) - Trockenmassegehalt über 50%
  • Kontamination des Bodens
  • Geringe Verdichtung
  • Geringe Zahl Folienlagen auf den Ballen aus Kostengründen. In Polen werden gewöhnlich vier Folienlagen, gelegentlich noch weniger verwendet. Die Landwirte versuchen Kosten zu sparen, indem sie vier oder zwei Lagen verwenden, weil die Kunststofffolie mit hohen Kosten verbunden ist (rund die Hälfte der Gesamtkosten der Silageproduktion)
  • Seltene Verwendung von Silageadditiven zur Verbesserung des Silierprozeses und Verhinderung einer zweiten Fermentation.

Umweltprobleme ergeben sich aus der Verwendung von Kunststofffolie zur Herstellung von Ballensilage. Es gibt zurzeit kein Sammel- und Recyclingprogramm für Landwirte. Daher werden Landwirtschaftsfolien gewöhnlich verbrannt.

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