Von Prof. Dr. Yves Reckleben, Direktor des Rationalisierungskuratoriums für Landwirtschaft

Der „Tag der Ballensilage“, der vor Kurzem in Deutschland von  Dow gemeinsam mit dem Rationalisierungskuratorium für Landwirtschaft (RKL) und der Landwirtschaftskammer von Schleswig-Holstein veranstaltet wurde, hat gezeigt, dass sich deutsche Nutztierhalter zunehmend für Ballensilage interessieren. Ballensilage bietet die Möglichkeit, Futterpflanzen bei minimalen Verlusten zu konservieren und es sind keine bedeutenden Kapitalinvestitionen notwendig. Moderne Ballenwickler ermöglichen größere Effizienz und die Herstellung hochwertiger Ballen. Die Mechanisierung des Auflösens von Ballen in  Betrieben einer bestimmten Größe spart Zeit und Arbeitskosten für das Füttern der Tiere.

Für die Herstellung von Ballensilage und die Wahl der richtigen Technologie müssen Landwirte einige grundlegende Anforderungen berücksichtigen:

  • Vermeidung von Bodenkontamination beim Silieren der Futterkultur, um die Gefahr einer schlechten Fermentation und Trockenmasseverluste zu verringern.
  • Trockenmassegehalt von 30% oder mehr
  • Verwendung eines Ballenwicklers mit zusätzlichem Schneidrotor und scharfen Messern, um einen gleichmäßigen und kurzen Schnitt zu gewährleisten, der optimales Pressen, einfaches Auflösen der Ballen und hohe Silagequalität garantiert.
  • Verwendung eines Ballenwicklers, der mit einer festen oder variable Kompressorkammer ausgestattet ist: feste Kompressorkammern stellen Ballen mit einem weichen Kern her, variable Kompressorkammern Ballen mit einheitlicher Pressdichte.
  • Wickeln der Ballen in einer ausreichenden Anzahl von Folienlagen, um sauerstofffreie Bedingungen zu schaffen und Verwendung hell gefärbter Folien. Je länger die Aufbewahrungszeit der Ballen ist, desto mehr Folienlagen werden benötigt. Studien haben gezeigt, dass mindestens sechs bis acht Lagen erforderlich sind, um die Gasdurchlässigkeit zu verringern (Abbildung 1) und ideale Bedingungen für die Herstellung hochwertiger Silage zu schaffen.

 

Da die Futtervorlage eher arbeitsaufwendig ist, kann es je nach Größe des Betriebs nötig sein, die Fütterung zu mechanisieren, um das Auflösen der Ballen und die Futterverteilung  zu erleichtern und zusätzlich den Arbeitsaufwand zu verringern. Füttern und Futterverteilung sind von entscheidender Bedeutung, da diese zwei Elemente 40 – 45 % der Gesamtkosten von Grund- und Kraftfutter in der Milchproduktion ausmachen. Futter allein ist folglich die größte Kostenposition, weil es 15 – 20 % der gesamten Arbeitskosten eines Milchviehbetriebs ausmacht.

Ballensilage mit hohem Energiegehalt und  hoher Futterqualität setzt, je nach Herdengröße, eine Mechanisierung voraus. Es gibt verschiedene halb- und vollautomatische Lösungen für das Auflösen und Verteilen der Ballen:

  • Rundballenschneider
  • Rundballenabwickler
  • Offenes Ballenauflösegerät
  • Geschlossenes Ballenauflösegerät
  • Rundballen Auflöse- und Verteilerwagen
  • Futtermischwagen
  • Sonstige Geräte  (Ballengabel, Raufe usw.)

Der Futtermischwagen wird heute auf fast allen Betrieben mit mehr als 50 Kühen verwendet. Zwei-Schnecken-Vertikalmischer besitzen die besten technischen Eigenschaften für das Auflösen von Rundballen und das richtige Mischen. Studien an der FAT (Forschungsanstalt Tänikon) verdeutlichen die Einsparung an Arbeitszeit pro Kuh und Tag.

Ballensilage konserviert Futter bei minimalen Verlusten und eignet sich besonders für spätere Schnitte auf kleinen und entfernt gelegenen Feldern. Die Wahl der richtigen Technologie und Maschinen ist wichtig, um hochwertige Ballen herzustellen und Arbeitszeit zu sparen. Insbesondere die Fütterung ist relativ teuer und zeitintensiv. Deshalb empfiehlt sich ein hoher Mechanisierungsgrad, zum Beispiel die Verwendung eines Futtermischwagens für das effiziente Auflösen der Ballen und die Verteilung des Futters.


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