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Das Ziel bei der Ballensilagebereitung ist die Erstellung einer Silagequalität mit einem möglichst hohen Gebrauchswert bestehend aus Futterwert, Gärqualität und optimaler hygienischer Qualität. Bei Grasanwelksilagen in Ballen sind die häufigsten Abweichungen von diesem Ziel die unerwünschte Nacherwärmung (massive Hefenvermehrung) und die oft anschließende Schimmelbildung (sichtbare Pilzmycele). Beide Prozesse sind mit hohen TM- und Energieverlusten sowie mit einem Totalverlust bei verschimmelten Partien verbunden. Insbesondere Pferde reagieren äußerst empfindlich, wenn derartiges Silagematerial an sie verfüttert wird. Die Ursachen für Nacherwärmung und Schimmelbildung sind sehr komplex und variieren stark in Abhängigkeit von den jahresbedingten Witterungseinflüssen sowie von der angewandten Produktionstechnik. Sollen beide Komplexe mit einer hohen Wahrscheinlichkeit verhindert werden, müssen alle möglichen Risikofaktoren gering gehalten werden. Die Beachtung folgender Maßnahmen hilft dabei: Zusammensetzung des GrünlandbestandesDauergrünland ist meistens aus erwünschten Leistungsgräsern wie Deutsches Weidelgras oder Lieschgras und aus unerwünschten Gräsern wie Gemeine bzw. Jährige Rispe zusammengesetzt. Je höher der Anteil der unerwünschten Gräser ( meistens in Kombination mit höheren Kräuteranteilen) umso geringer ist die Silierfähigkeit und daraus resultiert wiederum ein höheres Schimmelbildungsrisiko.
DüngungDie Höhe der N-Mineraldüngung sollte standort- und narbenangepasst sein. Die Maximalgabe für Rindersilage zum 1. Schnitt liegt bei 80-120 kgN/ha, für Pferdesilage bei 60-80 kg/N/ha. Höhere Gaben oder erhöhte Gaben auf minderwertig zusammengesetzten Narben führen zu einer Verschlechterung der Silierbarkeit und zu Schimmelbildung. Wirtschaftsdüngergaben (Gülle, Jauche, Stallmist) sind auf Schnittflächen frühjahrsbetont und in der Höhe auf maximal 20 m3 (Gülle), 10 m3(Jauche), 150 dt/ha (Stallmist) zu begrenzen. Bei Trockenheit nach der Ausbringung ist ein Abschleppen der Reste erforderlich. Schnittzeitpunkt und –höheUmso später im Vegetationsablauf der Schnittzeitpunkt pro Aufwuchs angesiedelt ist, desto höher ist der Ertrag. Gleichzeitig ist aber das Risiko größer, dass im unteren Stängelbereich bereits verdorbene Futterpartien zur Silierung abgeerntet werden. Deshalb ist insbesondere bei späten Schnittzeitpunkten mit der Schnitthöhe flexibel auf diese Erscheinung zu reagieren: 5-8 cm bei Rindersilage, 7-10 cm bei Pferdesilage. Schmutzeintrag bei der ErnteNeben der Dichte der Narbe (bzw. deren Lückigkeit) sind die Maulwurfshaufen und der zu tiefe Siloschnitt die Hauptursachen für eine unerwünschte Futterverschmutzung mit dem möglichen Eintrag von Buttersäurebakterien (Clostridien) oder Hefe- und Schimmelpilzen. Deshalb ist neben der flexiblen Anwendung der Schnitthöhe das (mehrmalige) Abschleppen der Grünlandbestände erforderlich. Stark mit Maulwurfshaufen besetzte Flächen sind aus der Qualitätssilagenutzung auszuschließen. Mittelfristig ist ein Wechsel von Schnitt und Beweidung anzustreben, der den Besatz an Maulwürfen reduzieren kann. Eine direkte Bekämpfung ist unzulässig. Anwelkgrad und FeldliegezeitMit steigender Feldliegezeit nimmt das Nacherwärmungs- und Schimmelbildungsrisiko zu, insbesondere bei hoher Luftfeuchtigkeit und Regeneinfluss. Bei guten Anwelkbedingungen ist daher die Liegezeit durch entsprechend angepasstes Zetten/Wenden auf maximal 2-3 Tage zu begrenzen. Entsprechend ist der optimale Anwelkgrad für Rindersilage bei 35-45 % und bei Pferdesilage bei 45-55 %; in Kontinentalklimagebieten vielleicht auch maximal 65 % TM. Mit Hilfe der Mikrowellentechnik kann innerhalb von ca. 20 Minuten der TM-Gehalt ermittelt und eine Entscheidung zum Schwaden bzw. Pressen erzielt werden. Hier die Anleitung: Anleitung zur Trockensubstanzbestimmung mit der MikrowelleBenötigte Ausrüstung: Mikrowelle, Waage (mindestens 1g genau), Wasserglas, Schale oder Teller, Taschenrechner
SiliermittelGegen Nacherwärmung und Schimmelbildung gibt es verschiedene DLG-anerkannte Produkte mit Gütezeichen, die je nach TM-Gehalt der Silage sicher wirken. Unter der Internetadresse: www-lk-sh.de/pflanzenbau/fachinfo findet sich eine aktuelle Liste der Produkte mit Preisen. Zur Anwendung, Mittelwahl und Produktionstechnik ist eine Spezialberatung einzuholen. BallensiliertechnikDas Siliergut sollte so hoch wie möglich gepresst werden, damit ein möglichst schneller Beginn der erwünschten Milchsäuregärung einsetzt. Dazu ist die gleichmäßige Beschickung des Ballens durch entweder entsprechend der Pick-up geformte, breite Schwaden zu gewährleisten oder es muss durch Kurvenfahrt die Beschickung gleichmäßig erfolgen. Bei TM-Gehalten < 35 % kann leicht eine Verformung der Ballen eintreten, die soviel Spannung auf die Folienlagen ausübt, dass Wassereinbrüche oder Schimmelbildung entstehen können. Hier ist die Lagenzahl zu vervielfachen. Die Vorstreckung ist bei gleichmäßiger Umwicklung auf 50-75 % einzustellen. Die Ballen sollten bei Ablage auf der Fläche vor Folienverletzung durch Matten geschützt werden. Eine Wicklung am Lagerplatz ist immer vorteilhafter, als ein Ballentransport, da er selbst bei guter Ballenzangentechnik und deren Handhabung Risiken des Lufteintrittes aufweisen kann. Folienwahl und LagenanzahlDie Folienqualität entscheidet maßgeblich über die Luftabschlussgüte und damit über das Risiko der Schimmelbildung. Hier hat es sich bewährt, auf die Erfahrungen der Praxis zu reagieren oder DLG-anerkannte Marken zu wählen. Leider können die Qualitäten von Jahr zu Jahr und von Palette zu Palette schwanken. Daher sollte immer bei Neubezug über Probewicklungen die Qualität auf Reißfestigkeit, Regeneratfreiheit, Schlieren, Löcher oder Gasdurchlässigkeit überprüft werden. Bei Freilandlagerung hat sich für Rindersilage eine Lagenzahl von 6, für Pferdesilage von 8 Lagen durchgesetzt. Bei gegebenen Risikofaktoren wie sehr altes, stängeliges Material ist die Lagenzahl entsprechend zu erhöhen. SilierdauerDie durchschnittliche Silierdauer beträgt 6 Wochen. Solange müssen die Ballen verschlossen bleiben. Werden die Ballen früher geöffnet, ist mit einer geringeren Haltbarkeit zurechnen, was bei schnellem Verbrauch unproblematisch ist. In Spezialfällen kann ein chemischer Silierzusatz die Futterqualität so stabilisieren, dass eine Verfütterung möglich ist. Zur Anwendung, Mittelwahl und Produktionstechnik ist eine Spezialberatung einzuholen. Lagerung der BallenDie Lagerung muss so erfolgen, dass keine Folienverletzungen auftreten können. Bei der Freilandlagerung bedeutet das, den Untergrund für Nagetiere unwirtlich zu gestalten und die Ballen mit einer Schutzfolie abzudecken. Folienverletzungen sind unverzüglich nach der Entstehung abzukleben. EntnahmefrequenzVor Einsatz in der Fütterung ist durch eine Sichtkontrolle (Übersicht 1) das Futter auf Fütterungstauglichkeit zu überprüfen. Bei nacherwärmenden Partien oder Schimmelflecken ist der Verbrauch stark zu steigern, sonst droht der Totalverlust. Es bleibt bei der Silageselektion aber zu bedenken, das selbst optisch unbedenkliche Partien eine höhere Keimbelastung aufweisen können. Insofern sind die oben angesprochene Punkte auf ihre Relevanz in der angewandten Produktionstechnik zu überprüfen und künftig anzuwenden bzw. zu verbessern. Tabelle 1: Sensorische Bewertung von Grassilage für Pferde
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