Ballen bieten eine bessere Sauerstoffbarriere

'Unsichtbare' Verluste bei der Ballenherstellung sind versteckte Kosten. Gewöhnlich werden nur 75% der Trockenmasse (TM) der Silage aus einem Bunkersilo verfüttert, während die restlichen 25% verloren gehen.

Untersuchungen vergleichen die TM-Verluste in Silos/Rundballen

Heuballen aus weißem Kunststoff
Silageernte für zwei verschiedene Silosysteme. Präzisionshäckseln (für Bunkersilo) und gleichzeitig Rundballenpressen.

Eine umfangreiche schwedische Studie kam zu dem Schluss, dass im Durchschnitt 23% der Trockenmasse (TM) aus den 91 in der Untersuchung geprüften Bunkersilos verloren gingen (Seibst, 1991). 17% davon waren nicht sichtbare Siloverluste, 6% waren verdorbene und entsorgte Silage. Die 'unsichtbaren' Siloverluste waren bei nassem Erntegut höher (21% bei 15% TM) und bei trockener Silage niedriger (14% bei 30% TM). Andere Studien bestätigen das Ausmaß der Verluste (Savoie & Jofriet, 2002) und sie geben 13% TM-Verlust in Bunkersilos an.

Bei der Bereitung von Rundballensilage ist der TM-Verlust gewöhnlich viel niedriger. In den letzten zehn Jahren, in denen die Fakultät für Tierhaltung und Ernährung der Schwedischen Universität für Agrarwissenschaften in Uppsala Silierstudien durchführte, stellten wir in Versuchen mit Rundballen gewöhnlich einen TM-Verlust in der Größenordnung von 2-4% fest. Jeder Ballen wird vor und nach der Lagerung gewogen, beprobt und verschiedenen Tests unterzogen. Dabei werden verschiedene Folienqualitäten und Folienlagen verwendet. Der TM-Gehalt des Silagegutes lag bei 35-70%. Die Ballen wurden stets sorgfältig geschützt unter Netzen aufbewahrt, um eine Beschädigung der Folie durch Vögel, Nager, Katzen und andere Tiere zu verhindern. In der Folge gab es praktisch keine Silageverluste.

Die fundamentale Bedingung bei der Silageherstellung besteht darin, dass kein Sauerstoff in das Silo eindringt. In der betrieblichen Praxis ist es natürlich sehr schwierig, das Silo komplett gegen Luft abzuschließen. Dies gilt insbesondere für größere Silos, für die es keine Silagedecken in der nötigen Größe gibt, um das gesamte Silo abzudecken. Wenn außerdem ein Bunkersilo für die Fütterung geöffnet wird, bleibt es gewöhnlich offen, bis es leer ist, was bis zu einem Monat dauern kann. Diese Umstände können erklären, warum die TM-Verluste in Bunkersilos so hoch sind.

Rundballen bieten bei sachgerechter Handhabung eine bessere Sauerstoffsperre

Heuballen aus weißem Kunststoff und kombinieren Versammlung hey für die Silage
Silage kann auf verschiedene Weise gelagert werden: in Turmsilos, Rundballen, Fahr- oder Bunkersilos. In Rundballen sind die Verluste am geringsten.

Es gibt verschiedene Gründe dafür, dass wir bei Rundballen weit geringere Verluste feststellen. Erstens wird das Erntegut (Gras und Rotklee/Gras) bei diesem System auf einen höheren TM-Gehalt (40-50% sind empfohlen) angewelkt, d.h. es kommt bei diesem TM-Gehalt zu einer wesentlich geringeren Fermentation. Zweitens wirkt der gewickelte Ballen als Minisilo, ist aber weit besser versiegelt als das Bunkersilo. Schließlich gibt es keine Verluste während der aeroben Exposition nach dem Öffnen des Ballens, weil der Rundballen am gleichen Tag noch verfüttert wird. Das Bunkersilo dagegen bleibt etwa einen Monat lang geöffnet und dem Sauerstoff ausgesetzt.

Dies können die Gründe dafür sein, dass gewickelte Rundballen mindestens 10% geringere TM-Verluste aufweisen als andere Silagesysteme. Dieser wichtige Faktor ist bei einem Vergleich der Kosten verschiedener Systeme zu berücksichtigen. Es muss aber betont werden, dass die guten Ergebnisse von Ballensilage nur durch sorgfältige Handhabung der Ballen zustande kommen. Kleinste Löcher durch Vögel oder grobe Handhabung ändern das Bild komplett. 30% des Balleninhalts befinden sich in den ersten 10 cm unter der Wickelfolie. Eine perforierte Folienlage zerstört schnell große Silagemengen. Daher ist es sehr wichtig, dass erstklassiges Folienmaterial und mindestens sechs Folienlagen pro Ballen verwendet werden.

Rolf Spörndly, Forscher an der Fakultät für Tierhaltung und Ernährung, Schwedische Universität für Agrarwissenschaften, Uppsala


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