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Die Wirkung der Klimaveränderung auf die Silageproduktion
Trotz Vorhersagen einer Hitzewelle in Großbritannien, die der von 2006 nicht nachstehen würde, war der Sommer dieses Jahres einer der regenreichsten überhaupt; Weideland wurde überschwemmt und die Silageproduktion kam zum Erliegen. Dr. David Davies, Senior Research Scientist am britischen Institute of Grassland & Environmental Research (IGER) vertritt die Ansicht, dass Landwirte aufgrund dieser ausgeprägten Entwicklung zu unvorhersehbaren, oft extremen Wetterbedingungen ihre Einstellung gegenüber der Futterproduktion ändern müssen. Laut Dr. Davies bringen klimatische Veränderungen eine dreifache Herausforderung für die Silageproduktion: “Der Winter in Großbritannien ist allmählich wärmer geworden, das heißt, dass mehr Mikroben auf Futter überleben, was zu Schimmelbildung führen kann. Zu diesem Problem kommen extreme Wetterbedingungen, die die Futterqualität verringern und es auch schwer machen, die Futterkultur in der gewohnten Zeit zu Ballen zu verarbeiten. “In Großbritannien führte zum Beispiel das heiße Wetter 2006 zu einem geringen Futterertrag, während in diesem Jahr das Problem eher der richtige Zeitpunkt war – viele Landwirte mussten auf besseres Wetter warten, d.h. dass die Ballen erst hergestellt werden konnten, als das Gras nicht mehr die höchste Qualität hatte.” Schlechten Bedingungen trotzenUm die Nährqualität von unter schlechten Bedingungen hergestellter Ballensilage zu maximieren, rät Dr. Davies entschieden zur Befolgung der Richtlinien, die seit jeher von IGER und Dow empfohlen werden: “Es ist wichtiger denn je, Sauerstoff vom Punkt der Silageherstellung bis zum Punkt der Fütterung auszuschließen. “Wir empfehlen, Silageballen mit sechs Folienlagen zu wickeln, da dies eine optimale Sperre gegen Sauerstoff bedeutet und Schimmel- sowie Hefewachstum verhindert. Dies ist besonders wichtig, wenn Gras nach einer schlechten Saison zu einem späten Zeitpunkt geerntet wurde. Eine reife Futterkultur bietet vielen falschen Mikroben einen besonders guten Lebensraum, in dem sie wachsen und überleben können, zudem ist das Gras oft rauer und kann so die Folien leichter durchstoßen.” ‘Gestresste’ Futterpflanzen, die extremem Wetter ausgesetzt waren, neigen auch stärker zur Schimmelbildung, was zu einem hohen Grad an Mykotoxinen führen kann. Auch gab es auf dem in diesem Jahr überschwemmten Weideland viel Schlick und Tausende von unerwünschten Bakterien pro Gramm Gras. In solchen Fällen empfiehlt Dr. Davies die Verwendung eines Additivs, um eine gute Fermentation zu gewährleisten. Dr. Davies betont ebenfalls, dass die Ballen möglichst schnell nach dem Pressen gewickelt werden sollten – im Idealfall innerhalb von zwei Stunden – um aerobe Prozesse auf der Oberfläche zu verhindern. Er weist auch darauf hin, dass die Ballen sehr sorgfältig gehandhabt und gelagert werden sollten: vorsichtig transportiert; an einem flachen, schattigen Ort, vor Überflutungen geschützt gelagert und mit Netzen abgedeckt, um sie vor Schäden durch Vögel und andere Tiere zu schützen. Auf der sicheren Seite seinIGER weist ferner darauf hin, dass Vorbereitung und Flexibilität ebenso wichtig wie das Pressen und Wickeln der Ballen sind: “Es gibt viele Landwirte, die Silage Jahr für Jahr immer noch in der zweiten Woche der Saison herstellen, weil ihre Väter dies so getan haben – mit sich ändernden klimatischen Bedingungen muss diese Einstellung verschwinden.” Dr. Davies meint, Landwirte sollten nicht versuchen, das Wetter vorherzusagen und auf einen höheren Ertrag zu spekulieren: “In diesem Jahr ging es den Landwirten gut, die Silage im April herstellten, als das Wetter gut war – während Landwirte, die auf einen höheren Ertrag setzten, die Verlierer waren. Das Wetter ist eine Lotterie, und ist es finanziell sinnvoll, auf der sicheren Seite zu sein, selbst wenn man dadurch einen etwas geringeren Ertrag einfährt”. Dr. Davies anerkennt zwar, dass bestimmte Faktoren die Flexibilität in der Silageherstellung einschränken können – zum Beispiel wenn Dünger ausgebracht wurde – doch fordert er Landwirte nachdrücklich auf, flexibel zu denken und sich darauf vorzubereiten, Silage mindestens eine Woche früher als gewohnt herzustellen. “Das alte Sprichwort ‘Mache Heu, wenn die Sonne scheint’, kann heute sicher auch auf Silage angewandt werden – vorausgesetzt es gibt keinen Restdünger. Die Erfahrung aus den letzten Jahren zeigt, dass Landwirte die beste Praxis für Pressen und Wickeln befolgen und flexibel sein müssen, um schnell reagieren und günstiges Wetter nutzen zu können”. |
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