Silage für Pferde: ein wachsender Markt in Skandinavien

Von Cecilia Müller und Markku Saastamoinen

Heute gibt es in Schweden 250.000 bis 300.000 Pferde und diese Zahlen steigen weiter. Der Pferdemarkt ist die viert größte Einkommensquelle schwedischer Landwirte geworden. Die Zahl der Pferde in Finnland liegt jetzt bei über 60.000 und wächst jährlich um rund 5%. Diese Zunahme betrifft vor allem Reit- und Freizeitpferde. Damit einher geht eine verstärkte Nachfrage nach Futter und immer mehr Landwirte spezialisieren sich heute auf die Herstellung von Pferdefutter.

Viele Pferdebesitzer halten ihre Tiere als Hobby und weniger als eine Quelle von Einkommen. Sie haben gewöhnlich ein bis drei Pferde, während ein ‘traditioneller’ Landwirt viel mehr Tiere hat. Dies führt zu verschiedenen Kriterien beim Einkauf von Futter.

Primäre Faktoren für die Kaufentscheidung sind Qualität, Vertrauen und Wohlergehen des Tiers und die Kosten des Futters sind sekundär.

Die Verwendung von Silage als Pferdefutter nimmt zu, weil die Leute anfangen, ihre Vorteile gegenüber Heu zu erkennen.

Mehrere eindeutige Vorteile der Ballensilage unterstützen diesen Trend. Der erste und wahrscheinlich der wichtigste ist die Verringerung von Problemen mit Schimmelsporen, eine besondere Gefahr für Pferde. Diese Sporen können die Atemwege der Pferde irreversibel schädigen. Atemwegprobleme sind die zweitwichtigste Ursache für das Schlachten von Pferden in Schweden und sie verursachen hohe Veterinärkosten. Durch Verfütterung von Silage an Pferde kann das Sporenproblem reduziert werden, indem die Ballen luftdicht gehalten werden.

Da die meisten Pferdehalter nur wenige Pferde füttern, können sie große Silageballen nicht schnell genug verbrauchen. Wenn die Ballen geöffnet sind, müssen sie innerhalb von drei bis vier Tagen verbraucht werden, um den Verderb des Futters zu verhindern. Kleine Ballen sind deshalb viel praktischer. Einige Landwirte verpacken die Silage von großen in kleinere Ballen. So können sie eine kleinere Anzahl von Tieren füttern und der Umgang mit dem Futter wird erleichtert.

Für Silage mit hohem Trockenmassegehalt (TM-Gehalt) ist es wichtig, dass der Ballen gut verdichtet und luftdicht ist, um Schimmelwachstum zu verhindern. Es ist aber schwierig, eine gute Dichte von Silageballen zu erhalten, wenn Maschinen für kleine Ballen verwendet werden, die auch für die Herstellung von Heuballen im Einsatz sind. Daher spielt die Folie eine sehr wichtige Rolle, weil die vorhandenen Maschinen nicht für eine starke Verdichtung von Silage oder Gärheu ausgelegt sind. Lohnunternehmer, die Silage für Pferde herstellen, verwenden heute 10 bis 12 Folienlagen. So stellen sie sicher, dass eine mögliche Beschädigung der Ballen bei der Handhabung deren Luftdichtheit nicht beeinträchtigt.

In Finnland ist zum Beispiel die Großballensilage mit einem TM-Gehalt von 35-45% immer noch der wichtigste Silagetyp für Pferde, wobei Halb-/Gärheu an Beliebtheit gewinnt. Halbheu mit seinem höheren TM-Gehalt von 45-60% wird speziell für Pferde hergestellt.

Silage kann an alle Pferde verfüttert werden, einschließlich Zuchtstuten, junge Pferde und Leistungstiere. In Finnland und Schweden durchgeführte Forschungsarbeiten weisen darauf hin, dass Silageadditive zum Erreichen der besten Standards bezüglich Hygiene und Ernährungsqualität beitragen können. Die Forschung in Finnland zeigt auf, dass die Schmackhaftigkeit des Futters mit säurebasierten Additiven verbessert werden kann.

Zur Zeit gibt es in Schweden keine Beraterdienste, die Informationen über die Ernährungs- und Gesundheitsvorteile von Silage liefern. Ebenso existiert kein landesweiter Verband der Pferdehalter. Die einzigen Informationsquellen und Beratungsstellen sind Tierärzte, Wissenschaftler, Trainer und Futterverkäufer. Außerdem finden gelegentlich Seminare für Landwirte und Pferdehalter statt. In Finnland gibt es Informationsveranstaltungen, um Landwirten und Pferdehaltern zu zeigen, wie man gutes Futter herstellt. Die Verfütterung von Grassilage an Pferde ist in Finnland weit verbreitet, nachdem sie in den 70er Jahren begann. Dennoch ist Heu immer noch das Hauptfutter.

Zwei Veränderungen würden die breitere Verwendung von Ballensilage für Pferde unterstützen – kleinere Ballengröße, größeres Wissen und Bewusstsein.

Cecilia Müller ist Ph.D. Studentin in Tierernährung an der Schwedischen Universität für Agrarwissenschaft. Seit mehr als drei Jahren erforscht sie die Möglichkeit der Fütterung von Pferden mit Silage und Halbheu und die nötigen änderungen in der Herstellung von Silage/Halbheu entsprechend den Anforderungen der Pferdehalter.
Markku Saastamoinen, Ph.D., ist Pferdespezialist und Direktor von MTT Equine Research in Finnland. Er besitzt umfangreiche Erfahrung mit der Ernährung von Pferden und der Verwendung von Silage.

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