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Trotz wirtschaftlicher Stagnation ist das Interesse an der Pferdehaltung in Deutschland ungebrochen. Zurzeit gibt es etwa 1 Million Pferde der unterschiedlichsten Rassen. Überall werden neue Reithallen gebaut, Pferde haben einen hohen Freizeitwert. Im Zuge dieser Expansion nahmen die traditionellen landwirtschaftlichen Pferdehaltungen relativ ab, die Privathaltungen hingegen überproportional stark zu. Überlieferte bäuerliche Erfahrungen auf dem Gebiet der Fütterung sind dabei teilweise verloren gegangen als auch durch neue Entwicklungen und Erkenntnisse abgelöst worden. In der Milchviehhaltung werden die zahlreichen Vorteile der Grassilageproduktion schon seit Jahrzehnten genutzt. In der Pferdehaltung werden sie erst seit einigen Jahren, aber mit steigender Tendenz (Ballensilage) anerkannt. Es gibt immer mehr Unternehmer, die spezielle, handliche Kleinballen für Pferdehalter produzieren. Die Vorzüge der Ballensilage liegen klar auf der Hand: Gegenüber Heu hat man ein geringeres Ernterisiko, niedrigeren Ernteaufwand und weniger Arbeit beim Verfüttern. Die tagelange Heuwerbung ist immer mit Wetterrisiken verbunden, gerade bei unbeständiger Witterung wie in 2004. Die Erntearbeiten sind ungleich aufwendiger als bei der Ballenherstellung, zumal die Ballensilage ohnehin meist durch Lohnunternehmer produziert wird. Heu wird nicht selten vor dem Verfüttern eingeweicht, um Risiken durch Stauballergien auszuschließen. Für allergiegefährdete Pferde ist deshalb Ballensilage das Raufutter der Wahl. Mit einwandfreier Ballensilage können Atemwegserkrankungen der Pferde deutlich reduziert werden. Ballensilage wird von den Pferden sehr gern gefressen und besitzt in der Regel die für die Strukturversorgung notwendigen Eigenschaften. Sie dient damit gleichermaßen wie Heu als gutes Sättigungs- und Beschäftigungsfutter. Da das Gras für die Ballensilage in der Regel früher als für die Heugewinnung geschnitten wird, enthält Ballensilage bezogen auf Trockenmasse mehr Energie als Heu. Bei gezielter Rationsgestaltung kann hierdurch mehr teures Kraftfutter als durch Heu eingespart werden. Ein weiterer Vorteil der Ballensilage besteht darin, dass die im Frischgras enthaltenen Vitamine (ß-Carotin, Vit. E) höher konzentriert sind und zudem durch richtigen Luftabschluss länger erhalten bleiben. Trotz zahlreicher Pluspunkte kann bei Nichtbeachtung der Grundregeln der Ballenproduktion die Verwendung mit gewissen Fütterungsrisiken verbunden sein. Wichtig ist, dass ein stets sauberes Erntegut gewonnen und das Futter einwandfrei lagerfähig gemacht wird. Durch den in der Regel früheren Schnittzeitpunkt enthält Ballensilage im Durchschnitt zwar mehr Protein als Heu, im Einzelfall kann Heu aber durchaus eiweißreicher sein. Bestehende Unterschiede im Proteingehalt beider Raufuttermittel sollten aus ernährungsphysiologischer Sicht aber nicht überbewertet werden. Fütterungsbedingte Hufrehe hat meist andere Ursachen. Gelegentlich beanstandete Futterqualitäten werden mit unerwünschten Keimbelastungen (Hefen, Schimmelpilze) der Ballensilage in Verbindung gebracht. Hohe Keimzahlen resultieren jedoch aus produktionstechnischen Fehlern und Nachlässigkeiten und sind nicht a priori dem System der Ballensilageproduktion anzulasten. Um optimales Siliergut zu erzeugen, sollten folgende Grundregeln beachtet werden:
Abschließend kann festgestellt werden, dass vieles für den Einsatz von Ballensilage in der Pferdefütterung spricht. Vor dem Hintergrund, dass sehr viele Pferde in Deutschland in kleineren Beständen gehalten werden, ist der Einsatz von Ballensilage als höchst praktikabel einzustufen. Diese Form der Raufuttererzeugung und –bereitstellung wird deshalb sicherlich noch weiter an Bedeutung gewinnen. |
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