Von Jérôme Pavie
Ingenieur am Institut de l'Elevage in Caen (Normandie), wo er ein Nutztierforschungssystem koordiniert. Pavie leitet auch eine Arbeitsgruppe für ökologischen Landbau am Institut de l’Elevage.

Das Institut de l’Elevage, oder Institut für Nutztiere, besitzt ein Nutztier-Referenzsuchsystem auf Basis der Erfassung von fast 3000 landwirtschaftlichen Betrieben. Davon sind 250 für ökologische Produktion vorwiegend in der Milchproduktion sowie Rindermast und eher marginal im Bereich der Produktion von Schaffleisch zertifiziert. Diese Betriebe, die seit mehreren Jahren erfasst werden, haben zu einer breiten Sammlung von Daten und Beobachtungen geführt.

Zwischen 2000 und 2002 wurden in Frankreich mehrere Umfragen durchgeführt. Sie wiesen auf einen starken Einsatz von Silageballen in ökologischen Nutztierbetrieben hin. In guten Futterproduktionsjahren (2000 und 2002) verwendeten 51% der erfassten Milchwirtschaftsbetriebe und 42% der Rindermastbetriebe Ballensilage. Auf den ersten Blick sind diese Zahlen überraschend. Natürlich limitieren die Anforderungen der ökologischen Produktion die Verwendung von Silage, die im allgemeinen bei ökologischen Produzenten kein gutes Ansehen genießt. Aber Ballensilage ist auch durch ihre Kosten im Vergleich zu Heu, ihren Verbrauch von Kunststoffen und daher fossiler Energie charakterisiert. Diese zwei Gründe hätten dazu führen können, dass der Einsatz von Ballensilage eingeschränkt wird.

In der Tat ist nichts von alledem geschehen. Ballensilage entwickelt sich als alternative Technik zur konventionellen Silage. Denn sie kann eine bessere Futterqualität garantieren als Heu. Der hohe TM-Gehalt von Ballensilage, das Fehlen von Gär- und Sickersäften, die Schmackhaftigkeit des Futters, das praktische Management der Ballen und die Möglichkeit, einzelne Schnitte individuell zu verarbeiten, haben viele Nutztierzüchter umgestimmt. Insbesondere wurden die Züchter umgestimmt, denen eine hohe Produktivität der Tiere besonders am Herzen liegt.

Die zweite Überraschung betrifft die Größe der geernteten Flächen. Unter Milchfarmern und Rinderzüchtern werden pro Betrieb im Durchschnitt fast 14 Hektar geerntet. Es geht also nicht darum, nasses Heu zu retten, sondern vielmehr um eine Erntestrategie. Was den Ertrag betrifft, so ist er unter Berücksichtigung der fehlenden Mineraldüngung mit 3,2 bis 3,3 Tonnen TM pro Hektar auf der erwarteten Höhe.

Obwohl es Gründe gibt, die die Verwendung von Ballensilage auf ökologisch arbeitenden Betrieben hätten einschränken können, gewinnt sie heute schnell an Beliebtheit.

Tabelle 1: Rolle der Ballensilage im ökologischen Landbau, ermittelt mit dem Referenzforschungssystem des Institut de l'Elevage

Betriebe in der Probe % Betriebe mit Silageballen Durchschnittlich geerntete Fläche in Hektar Durchschnitts-ertrag (tTM/ha) Tonnen geerntete Trockenmasse (tTM) Anteil geerntete TM mit Ballensilage bezogen auf das gesamte Erntegut (%)
Milchwirtschaftsbetriebe
2000 74 51 13.8 3.3 42 23
2001 94 43 13.6 2.6 34 22
Rindermastbetriebe
2001 53 30 15.6 3.0 43 23
2002 67 42 14.6 3.2 52 28

Hinweis: Das Futterjahr 2001 war kalt und feucht und daher ungünstig für Gras- und frühe Ernten. Dies erklärt den Rückgang des Ertrags und die Anzahl der Betriebe, die Ballensilage produzieren.

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