Von François Gaillard
Forscher der Farm Mechanization Engineering Division am Agricultural and Environmental Engineering Research Institute (CEMAGREF)*

Innerhalb weniger Jahre hat die Ballensilage einen wichtigen Platz unter den Methoden der Futtermittelernte in Frankreich eingenommen. Der potenzielle Ballensilagemarkt in Frankreich wurde seit Beginn der Neunziger Jahre auf vier Millionen Ballen geschätzt.

Das Prinzip der Herstellung von Ballensilage hat sich nicht verändert, aber die Maschinen zur Ballenherstellung sind effizienter geworden. Diese wurde durch die Integration des Wickelvorgangs in die Ballenpresse erreicht. Somit wird nur noch eine Person zur Bedienung der Maschine benötigt. Darüber hinaus wurde der Zeitaufwand für die Herstellung von Ballensilage durch die Verwendung von breiteren Folien circa 750 mm, die Einführung von zwei Drehbäumen sowie die Fernsteuerung einiger Ballenwickler erheblich verkürzt.

Diese Effizienz musste eine Expansion des Marktes zur Folge haben. In der Zwischenzeit hat sich jedoch auch die äußere Umgebung geändert. Hier sind zwei wichtige Entwicklungen zu verzeichnen. Die Verbesserung der Effizienz der Futtermittellager mit automatisierten Feinschnitt-Siliermaschinen und das Verbot der Silage in bestimmten Molkereibereichen.

Zudem können die Kosten für die Herstellung von Ballensilage extrem hoch sein, wenn beispielsweise bei runden Ballen die gleiche Methode wie bei Feinschnittsilage angewendet wird, ohne die Vorteile der besseren Ballenwicklungstechnik zu nutzen. Trotz des Wettbewerbs wird sich die Ballensilage entwickeln, wenn Viehzüchter die zur Verfügung stehenden Mittel optimal nutzen.

Dabei ist die Rückverfolgbarkeit der größte Vorteil der Ballensilage. Dies ist das einzige Silageverfahren, das eine komplette Rückverfolgbarkeit jedes einzelnen Ballens ermöglicht. Der zweite Vorteil ergibt sich aus einem Nachteil: die hohen Kosten der Ballenwicklung, verursacht durch die Kosten der Kunststofffolie. Diese Kosten können durch die Ernte von nährstoffreichen, jungen Futtermitteln aufgefangen werden, die darüber hinaus eine unerreichte sanitäre Qualität bieten (hoher Schnitt zur Vermeidung der Aufnahme von Erdboden und pflanzlichen Abfällen) und eine perfekte Konservierungsqualität (Überwachung der Bestände, Schutz der Tiere etc.) ermöglichen. Dieser hohe Schnitt dient der Qualität, bietet jedoch den Nachteil einer leichten Reduzierung der Produktivität. Die Verbesserung der Qualität öffnet jedoch auch die Türen zu einem neuen Markt: dem Pferdemarkt.

Der dritte Vorteil bezieht sich darauf, wie die Ballenwicklung die Qualität des Futtermittels verbessert, wenn dieses in Verbindung mit anderen Methoden geerntet und nicht nur auf das systematische Herstellen möglichst hoher Futtermittelbestände abgezielt wird. Die Ballensilage erlaubt es daher, das Risiko einer frühen Ernte einzugehen (hoher Wert des Futtermittels). Wenn die guten klimatischen Bedingungen es zulassen, kann eine exzellente Heuqualität bei minimalen Kosten erzielt werden. Bei schlechten Wetterbedingungen wird das junge Heu siliert. Die Anbaufläche wird schnell frei und ein neuer Anbauzyklus kann unverzüglich beginnen. Die Ballensilage verbessert den Feinschnitt, da einige Anbauflächen für eine unabhängige Ernte für die Herstellung von Ballensilage reserviert werden können. Das in diesen Ballen enthaltene Heu muss daher nicht im gleichen Silo wie die restliche Ernte untergebracht werden. Im Silo würde sich lediglich eine mittlere Qualität erzielen lassen. Die Ernte für die Ballensilage erfolgt vor oder nach der Feinschnitternte (je nach klimatischen Bedingungen und dem Zustand der Anbaufläche).

Die Ballensilage unterstützt die Kontrolle des Weidelandes durch die Ernte von Produktionsüberschüssen und die Verteilung der Ballen in bestimmten Zeiten schwacher Produktion. Die Möglichkeit der Steuerung der Ernte erlaubt es, die Bestände und damit die Futterkosten zu reduzieren. Darüber hinaus eignet sich die Ballensilage für die verschiedensten Situationen und bietet zahlreiche Vorteile, da die Rückstände die gesamten jährlichen Futtermittel des Betriebs betreffen.

Dennoch gibt es noch viel zu tun, um eine noch bessere Konservierung und widerstandsfähigere Ballen mit einer höheren Lagerbeständigkeit zu erzielen. Außerdem sollten neue Märkte erschlossen werden, ohne dabei den Folienverbrauch pro Ballen zu erhöhen. Die Rückverfolgbarkeit ist bei den Züchtern noch viel zu wenig akzeptiert, obwohl es doch die größte Einsparungsquelle ist.

Die Ballensilage in einem vernünftigen Umfang ermöglicht daher die perfekte Kontrolle der gesamten jährlichen Futtermittelernte. Die Ballensilage wird in bestimmten Regionen für nicht gefährdete Tiere reserviert. Dagegen wird hochwertiges Heu der Fütterung von Tieren in der Molkereiproduktion vorbehalten. Die Variation und Anpassung der verschiedenen Vorteile durch die Viehzüchter lässt erwarten, dass der Ballensilage eine dauerhafte Zukunft beschieden ist.

*Prof. François Gaillard, Forscher der Farm Mechanization Engineering Division am Agricultural and Environmental Engineering Research Institute (CEMAGREF), arbeitete ab 1983 als erster person in Frankreich am Thema Ballensilage. Seine Arbeiten über Folien und Ballensilagematerial leisteten einen wichtigen Beitrag für die Entwicklung dieser Technik in Frankreich.

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