Von Dr. Johannes Thaysen
Referent für Futterkonservierung und Futterqualität an der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein

Beeinflusst durch veränderte Rahmenbedingen wie die Agrarreform wird es zu einer weiteren Konzentration und Spezialisierung der Landwirtschaftsbetriebe einerseits, aber auch zu einem größerem Anfall zu silierender extensiver Grasaufwüchse andererseits kommen. Steigende Einzeltierleistungen mit deren speziellen Anforderungen und eine Zunahme der Pferde- bzw. Extensivhaltungsverfahren werden den Anteil der Ballensilierverfahren in Abhängigkeit von der Herdengröße für die jeweilige Form des zu wählenden Verfahrens in der Bedeutung zukünftig ansteigen lassen. Dabei werden alle Vorteile des Ballensilierverfahrens zum Tragen kommen.

Die zukünftige Entwicklung der Landwirtschaft wird wie folgt aussehen:

  • Abnehmende Vorzüglichkeit aller Formen der Rindermast
  • Gewinner sind intensiv wirtschaftende Futterbaubetriebe mit viel Grünland
  • Steigende Konzentration und Spezialisierung der Milchviehfutterbaubetriebe
  • Milchquotenpreis wird um 10-15 ct/kg fallen ( ab 2005 )
  • Konzentration des Marktfruchtbaus auf bessere Standorte
  • Zunahme des Flächenanteils extensiver Landnutzungssysteme
  • Steigende Bedeutung des Anbaus nachwachsender Rohstoffe 

Ca. 20% der Gesamtgrassilagemenge wird gegenwärtig als Ballensilage in Form von Rund- oder Quaderballensilage bereitet. Der Schwerpunkt der Einzelballenbereitung liegt bei den Vorteilen der Verwertung kleiner Mengen nachgeordneter Aufwüchse oder in der Bereitung von Pferdesilage, bzw. in der Extensivtierhaltung, mit der Möglichkeit der Futtersortierung nach Aufwüchsen und Qualität.

Mit der weiteren Konzentration der Milchproduktion auf größere Betriebe einerseits und der weiter zunehmenden Pferde- und Extensivtierhaltung andererseits wird generell der Anteil der Ballensilierung gegenüber der Fahrsilosilage zunehmen.

Vorteilhaft sind hierbei die Nutzung der Flexibilität des Verfahrens, die geringen Investitionskosten und die Qualitätsvorteile bei richtiger Anwendung der Produktionstechnik.

Dabei wird im spezialisierten Milchviehfutterbaubetrieb in Abhängigkeit von der Größe des Betriebes die Einzelballensilierung, z.B. zur Vorlage einer höchstqualitativen Grassilage des 1. Auswuchses für frisch laktierende Kühe, in der Übergangsfütterung zur Winterperiode praktiziert.

Der überwiegende Teil der Silagen von Mais und Getreide wird gegenwärtig in Fahrsilos eingelagert. Die zukünftig zu erwartenden steigenden Einzeltierleistungen werden eine differenzierte Bereitstellung verschiedener Maissilage- oder Getreidequalitäten erfordern, die den Anforderungen des Laktationsabschnittes der hochleistenden Milchkuh besser angepasst sind. So wird z.B. im Hochlaktationsabschnitt eher eine Sorte mit einer höher verdaulichen Restpflanze Verwendung finden als im letzten Laktationsdrittel. Dabei wird auch die Einzelballenbereitung zum Einsatz kommen. Insbesondere in Süddeutschland werden auch zukünftig kleinere Herdengrößen existieren, die vielfach im Nebenerwerb weiter geführt werden. Aus arbeitswirtschaftlichen und tierphysiologischen Gründen wird nicht den Einzelkomponenten, sondern auch der TMR (Totale Mischration) in Form von Einzelballen eine gewisse Bedeutung zukommen. Diese können von Pressen hergstellt werden, die bereits heute verfügbar sind.

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