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Heute müssen Milchviehhalter eine Entscheidung treffen: Entweder dabei bleiben und wachsen, oder aufhören. Wer dabei bleibt, muss alle Möglichkeiten der Kostensenkung prüfen und die Leistung und Qualität steigern. In zunehmendem Maße benötigen die Tiere hochwertiges Spezialfutter, das für jede Phase des jährlichen Produktionszyklus optimiert ist. Hier eröffnen sich Möglichkeiten für Ballensilage, die diesen Anforderungen flexibel begegnen kann und vielfach kosteneffizienter ist, als oft angenommen wird. Vorraussetzung allerdings ist die Beherrschung der Produktionstechnik für die Ballensilierung. Trennung unterschiedlicher Silagequalität zur bedarfsgerechten Fütterung Jeder Leistungsabschnitt in der Milchkuhfütterung hat unterschiedliche Ansprüche, nicht nur bezüglich des Energiegehalts, sondern auch in Bezug auf den Mineralstoffgehalt. Die Anionen-Kationen-Bilanz ist zum Beispiel sehr wichtig für die Vorbeugung von Milchfieber bei der Trockensteherfütterung. Die Futteranforderungen für trocken stehende Kühe sollte für höhere Leistungsansprüche auch nicht mehr dem Zufall überlassen werden, wie dies beim Weidegang der Tiere oft noch der Fall ist. Die Fütterung hochlaktierender Kühe sollte unbedingt bedarfsgerecht erfolgen, besonders in der Übergangszeit zwischen Sommer- und Winterfütterung. Oft ist es zu früh, um bereits Fahrsilosilagen zu öffnen, weil die Verluste aufgrund des geringen Vorschubes zu groß sind. Je nach Größe verwenden Milchviehbetriebe oft Ballensilage, um vom ersten Aufwuchs eine hochqualitative Grassilage für frisch laktierende Kühe in dieser Fütterungsübergangszeit zwischen Sommer und Winter zu produzieren. Für die Kälberfütterung kommt nur Spezialfutter oder trockene Maissilage in Betracht, deren Qualität speziell auf die Bedürfnisse der Tiere abgestimmt ist. Einsatz von Maisprodukten (Feuchtmais), Pressschnitzeln oder TMR-Silagen Bekanntlich sind alle Silagen anfällig für aeroben Verderb hinsichtlich Nacherwärmung und möglicher Schimmelbildung. Verschärfend kommt hinzu, dass die Entnahmemengen pro Zeiteinheit relativ klein sind, so dass hier für die Produktion kleiner Silagemengen ein großes Einsatzgebiet für die Ballensilierung besteht. Die für die Bereitung von Ballensilage erforderlichen Techniken sind bereits vorhanden und praxisbewährt. Der überwiegende Teil der Silagen von Mais, Getreide und Pressschnitzeln wird gegenwärtig in Fahrsilos eingelagert. Die zukünftig zu erwartenden steigenden Einzeltierleistungen werden eine differenzierte Bereitstellung verschiedener Maissilage- oder Getreidequalitäten erfordern, die den Anforderungen des Laktationsabschnittes der hochleistenden Milchkuh besser angepasst sind. So wird zum Beispiel im Hochlaktationsabschnitt eher eine Sorte mit einer höher verdaulichen Restpflanze zum Einsatz kommen als im letzten Laktationsdrittel. Auch hier bietet sich die Bereitung von Ballensilage an. Insbesondere in Süddeutschland werden zukünftig kleinere Herdengrößen existieren, die vielfach im Nebenerwerb weiter geführt werden. Aus arbeitswirtschaftlichen und tierphysiologischen Gründen wird hier nicht der Vorlage von Einzelkomponenten, sondern der Total-Misch-Ration (TMR) in Form von Einzelballen, die schon heute verfügbar sind, eine gewisse Bedeutung zukommen. Dr. Johannes Thaysen, Landwirtschaftskammer von Schleswig-Holstein, Deutschland |
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