Von Dr. Dave Davies, Senior-Forschungswissenschaftler am IBERS (Institut für biologische Umwelt- und ländliche Wissenschaften) und  Silage Advisory Centre

Der Winter war lang und das Gras wuchs in diesem Frühjahr sehr langsam. Daher ist es wichtig, sich besonders auf das Graswachstum und die Silagequalität zu konzentrieren.

Zur Maximierung der Silagequalität ist es wesentlich, dass man junge Blattkulturen mit geringer Stängellänge und Verdickung schneidet. Wenn die Verdaulichkeit der Silage 70% sein soll, dann muss die Kultur bei 72% D geschnitten werden, da während des Silierens rund zwei Einheiten D verloren gehen. Man sollte daran denken, dass der Unterschied zwischen Silage mit 65 D und 70 D Silage 1,25 Liter mehr  Milch pro Kuh und Tag oder 0,2 kg mehr Lebendgewichtzunahme bei Rindern und 0,1 kg bei Schafen entspricht.

Jetzt ist wahrscheinlich die wichtigste Zeit des Jahres, weil die Silage ein bedeutender Teil der gesamten jährlichen Futtermenge ist und die Silagequalität folglich den Unterschied zwischen Gewinn und Verlust ausmachen kann.

Die Kultur sollte geschnitten werden, wenn sie in der Narbe trocken ist. Je nach Feldbedingungen und Grasdecke lässt man 5  bis 10 cm Stoppeln, letzteres für neue Weiden und nasse Bedingungen.

Wenn man  sich an diese Vorgaben hält, verringert man die Gefahr einer Bodenkontamination und folglich schlechter Fermentation. Gleichzeitig steigert man den gesamten jährlichen Futterpflanzenertrag.

Nach dem Schnitt ist es wichtig, dass die Kultur ausgebreitet wird, weil dies den Trocknungsprozess wesentlich beschleunigt. Die Poren auf den Blättern bleiben nach dem Schneiden nur zwei Stunden lang offen, und wenn sie offen sind, erfolgt das Welken fünf Mal schneller als wenn sie geschlossen sind, d.h. je schneller die Kultur ausgebreitet wird desto besser.

In Aberystwyth durchgeführte Untersuchungen haben gezeigt, dass das Ausbreiten der Kultur die Trocknungszeit verbessert, und zwar unabhängig davon, ob es auf die Kultur regnet oder nicht. Der Trockenmasseunterschied zwischen ausgebreiteter und nicht ausgebreiteter Kultur beträgt rund 2% über den Zeitraum von acht Stunden.

Schnelles Welken der Kultur verringert Feldverluste und Populationen unerwünschter Mikroorganismen und erhöht die Silagequalität und Aufnahme der Silage durch Nutztiere.


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