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Wirtschaftlichkeitsberechnung alternativer Ballenoptionen: Doppelpack-, Schnur- und Schlauchsilage
Um aus Grünland das Beste zu machen, gilt es in erster Linie, die vorhandenen Kulturen optimal zu nutzen. Neben produktiver Bewirtschaftung bedeutet das Lagerhaltung für die Stallperiode - vor allem Grassilage in Fermentationshaufen. Angesichts struktureller Änderungen in landwirtschaftlichen Betrieben nehmen die Entfernungen zwischen Lagerflächen und Feldern zu und neue Methoden für Ernte, Transport und Konservierung von Silage können zu bedeutenden Ertragssteigerungen führen. Was Rundballen- und Doppelpacksilage betrifft, gibt es umfangreiche Forschungsergebnisse, Informationen und Erfahrungen. Dieser Artikel befasst sich mit der Wirtschaftlichket verschiedener Methoden und zeigt, was Doppelpack-, Strang- oder Schlauchsilage Landwirten bieten können. Die Silierung von Grassilage in Ballen oder Packen findet zunehmend Befürworter. In gewissen Einsatzsituationen sehr sinnvoll, aber nicht für die gesamte Grassilagemenge. Denn ein Ballen von 1,20 m Breite und 1,25 m Durchmesser hat ein Volumen von knapp 1,5 m3. Bei Pressdichten von 210 kg Trockenmasse und 40 % Anwelkgrad ein Gewicht von etwa 800 kg. Werden für Pressen, Wickeln, Transport und Stapeln 16 € inkl. MwSt. angerechnet, kostet die Tonne Silage frei Lagerplatz fast 20 €. Diese hohen Kosten werden beim Häcksler bzw. Ladewagen bei Hof-Feld-Entfernungen von über 8 km erst erreicht. Kurz zusammengesfasst, lohnt sich die Ballensilage bei:
Daher ist für den Lohnunternehmer eine Ballenpresse vorerst nur als Ergänzungstechnik für die oben angegebenen Einsatzverhältnisse von Bedeutung und Interesse. Das gilt im Übrigen auch für den Einsatz einer Quaderballenpresse. Hier zeichnet sich jedoch bei der Silierung im Doppelpacken eine interessante Alternative ab. Mit der Doppelpackensilierung, bei der zwei Packen gestapelt und anschließend gewickelt werden, können größere Ballenabmessungen gewählt werden. Zwei Packen von 1,6 bis 1,8 m Länge gestapelt ergeben ein Paket mit den Abmessungen von 1,20 m Breite, 1,40 m Höhe und 1,6 bis 1,8 m Länge. Dieser Stapel beinhaltet ein Volumen von ca. 2,9 m3 und eine Masse von 1,4 bis 1,6 t. Werden 25 € incl. MwSt. je Stapel für Pressen, Wickeln und Stapeln mit dem Teleskoplader angesetzt, betragen die Kosten pro Tonne etwa 18 €, ohne Laden auf dem Feld und Transport. Ein System für Betriebe mit großen Flächenanteilen bei weiten Hof- Feldentfernungen. Die Schnittqualitäten kommen, wie bei den Rundballen, nicht an die des Ladewagens heran. Bei der Futtervorlage als Einzelkomponente reichen die eingesetzten Messer für eine Grobauflösung und Verteilung. Beim Einsatz von Verteil- und besonders Mischwagen sind kürzere Schnittlängen gefragt. Erst eine gute Auflöseleistung der Grassilage bedeutet dann auch eine gute Mischleistung. Für eine homogene Mischration ohne Selektionsmöglichkeiten sind sehr kurze Schnitte also unabdingbar. Dafür sollten mindestens 80% des Erntegutes im Schnittlängenbereich von 0 – 100 mm sein. Das setzt eine theoretische Schnittlänge von max. 40 mm voraus. Bei Rund- und Quaderballenpressen mit Presskanalbreiten von 1,20 m sind dann mehr als 25 Messer notwendig. Neueste Entwicklungen kommen diesen Ansprüchen sehr entgegen. In Kombination mit sehr hohen Dichten sind dann Ballengewichte von 1 t keine Seltenheit. Hubstarke Umschlagtechnik ist dann ebenfalls notwendig. Beim einzelnen Rundballen als auch beim Doppelpacken beträgt der Folienverbrauch bei sechs Lagen 1,2 – 1,5 kg/t. Eine sinnvolle und nachhaltige Entsorgung der Wickelfolien ist hier nach wie vor ungelöst. Dennoch besteht weiterhin großes Interesse an diesem flexiblen Ernteverfahren. Vorteile:
Nachteile:
Strangverfahren eine Alternative?Alternativ zum Einzel- oder Doppelpackenverfahren können Rund- oder Quaderballen auch im Strangverfahren mit Stretchfolie einsiliert werden. Mit den bislang bekannten Rundballen- und auch Packenpressen wird auf der Fläche gepresst, dann geladen und an den Lagerort transportiert. Hier steht das Strangwickelgerät, wo die einzelnen Ballen oder Packen auf einem Vorschubtisch abgelegt werden. Eine Art Kratzboden fördert und presst den aufgelegten Ballen an den vorherigen Ballen. Über diese Anschlusspressung besteht ein nahtloser Anschluss. Auf einer horizontalen Kreisbahn umfahren zwei Satelliten mit Strechfolie den Strang. Die Wickelzeiten betragen beim 1,2 m breiten Rundballen ca. 20 – 25 sec., incl. Anpressung. Die Wickelleistung ist sehr hoch. Dieses Verfahren ist nicht neu. Die Technik ist mittlerweile den aktuellen Ansprüchen, wie automatische Steuerung, bordeigener Antrieb und flexibler Einsatz angepasst worden. Dadurch sind Rundballen bis zu einem Durchmesser von 1,60 m und auch Silagepacken als Doppelpacken mit bis zu 1,60 m Höhe wickelbar. Die Charakteristik im Überblick: Vorteile:
Nachteile:
Dieses Verfahren ist in Skandinavien stärker im Einsatz. Die ökonomischen Aspekte sind in erster Linie durch die Folien- und Gerätekosten geprägt. Einsparungsmöglichkeiten von 50 % Folienkosten stehen etwas höhere Technikkosten gegenüber. Diese bewegen sich auf einem günstigeren Niveau als bei einem Einzelballen. Im Vergleich der bisher aufgeführten Verfahren schneidet das Strangverfahren unter rein ökonomischen Gesichtspunkten als günstigstes ab. Tut’s der Schlauch auch?Der Häcksler ist für die Maisernte ein Muss. Warum dann die gute bewährte Technik nicht auch in der Grasernte zusätzlich auslasten? In vielen Regionen bestimmt daher schon der Häcksler das Bild in der Grassilierung. Die Vorzüge sprechen für sich:
Dies sind für den Landwirt als Auftraggeber bekannte Kriterien und Argumente. Doch welche Kriterien sind für den Einzelbetrieb entscheidend? Die Schlagkraft oder die Kosten? Denn selten sind höchste Schlagkraft und niedrigste Kosten in Einklang zu bringen. Denn die Frage nach dem idealen Silierverfahren ist noch nicht beantwortet. Freigärhaufen, Fahrsilo oder Schlauch, das ist hier die Frage. Der Siloschlauch erfordert eine geringe Investition, ist flexibel in den Einsatzverhältnissen und relativ kostengünstig. Besondere bauliche Investitionen sind zwar nicht notwendig, denn die Lagerung kann auf einer befestigten Unterlage wie Kies- oder Schotterbett erfolgen. Für eine gesicherte Futter- und Umwelthygiene bieten klar befestigte Flächen, z.B. asphaltiert, eindeutige Vorteile. Vorteile:
Nachteile:
In der ökonomischen Betrachtung liegen die Verfahrenskosten Schlauchsilage in einem sehr günstigen Bereich. Bei vergleichbaren Mengen liegen sie im gleich guten Bereich wie beim Standardgärhaufen, jedoch mit den eindeutigen vorgenannten Vorteilen. Das bedeutet auf die Tonne Futter bezogen Kosten von ca. 13 – 14 € bei Hof-Feldentfernungen von 2 km. Darin eingeschlossen sind Ernte, Transport, das Einbringen in den Schlauch und die „Schlauchsicherung“ mit Netzen. Für Betriebe, die bisher noch nicht über ausreichend befestigte Lagerflächen nach „Cross-Compliance“ verfügen, eine überlegenswerte Lösung. Denn die Investition in Silowände kann eingespart werden. Fazit: Der Einsatz von stretchbarer Folie ist bei der Einzelballensilierung Standard. Die Schlagkraft lässt bei zunehmendem Mengenumfang jedoch bei diesen Verfahren noch einige Wünsche offen. Mit dem Strangverfahren ist eine technisch einfache und ökonomisch günstige Möglichkeit gegeben, die sich jedoch noch unter den neuen Betriebsbedingungen bewähren muss. Mit dem Silieren in einen Schlauch gibt es in der Ausgangslage verschiedene technische Lösungen, wo die bestehenden schlagkräftigen Ernteverfahren integriert werden können. Aus Sicht der Verfahrenskosten das günstigste Verfahren. Unterstützend wirken sich die sehr kurzen Schnittlängen auf die Auflöseleistung und damit auf die Mischqualitäten aus. |
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