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Eine optimale Grünlandnutzung orientiert sich in erster Linie an der Verwertung der Aufwüchse: neben der Pacht oder den Pachtansprüchen sind dies Nebenkosten wie die Berufsgenossenschaft und Verbandsumlagen. Weiterhin summieren sich die Kosten für die notwendige und empfohlene Pflege des Grünlandes mit einer Nachsaat und der angepassten Düngung zu einem Gesamtkostenpaket von 400 – 500 €/ha. In Abhängigkeit von den Ertragsverhältnissen lassen sich daraus schon Grundkosten von ca. 15 €/t Futter ableiten. Unabhängig vom Ernteverfahren müssen die Aufwüchse zur Grassilagenutzung gemäht, gezettet, gewendet und geschwadet werden. In den nachfolgenden Kalkulationen wurde das Mähen mit einer Dreifachkombination (Arbeitsbreite: 8,5 m), das Zetten mit einem 10-Kreiselzettwender (Arbeitsbreite: 11 m) und das Schwaden (Arbeitsbreite: 12 m) in den Verfahren gleich unterstellt. Mähen, Zetten, Schwaden mit eigener oder überbetrieblicher Leistung erhöhen die Produktionskosten ebenfalls und sind mit 5 – 6€/t Futter zu veranschlagen. Ernte und Transport sind abhängig von den Bergeverfahren und den Transportentfernungen. Die Silierung von Gras mit dem Kurzschnittladewagen hat sich bisher als einzelbetriebliche Mechanisierung bei kleineren Flächen behauptet. Doch die bescheidene Schlagkraft und der Investitionsaufwand für die eigene Bergekette kann nicht mehr mit den ernährungsphysiologischen Ansprüchen einer Hochleistungskuh einerseits und den ökonomischen Rahmenbedingungen andererseits mithalten. Die Ein-Tages-Silage ist „in“. Dafür bieten sich hochleistende Rotationsförderer in Großraumladewagen mit Nutzinhalten von 25 bis 40 m3 und einem Preisniveau ab 40.000 € an. Mit Schleppern ab 150 PS ist eine technische Auslastung erst mit einem hohen Durchsatz gegeben. Ein optimales Preis-Leistungsverhältnis ist dann aber einzelbetrieblich oder sogar in Gemeinschaft nicht mehr sicherzustellen. Daher verlangen diese modernen Leistungsgeräte eine höhere Auslastung. Für den Ladewagen sprechen noch einige wichtige Argumente:
Je nach Betriebs- und Flächenstrukturen sind die Verfahrenskosten je t Silage die entscheidenden Kriterien. Diese sind maßgeblich von der Schlagform sowie -größe und der Hof-Feld-Entfernung geprägt (s. Übersicht 2). Die Form, Größe und Lage des Schlages entscheidet über einen hohen Wirkungsgrad – sprich den Anteil Arbeit von der gesamten Feldzeit. Die Form des Schlages bei gleicher Größe kann bis zu 20 % Unterschied in der praktischen Hektar-Leistung ergeben. Arbeitsbreiten bzw. Schwaden von 7 m Arbeitsbreite ergeben bei 9 km/h Arbeitsgeschwindigkeit sowie ungünstiger Flächenform nur 4 ha/h, bei günstiger Form immerhin 4,8 ha. Diese Differenzierung setzt sich bis zu Arbeitsbreiten von 15 m fort. Das ist für den Lohnunternehmer und den Maschinenring nicht das Problem. Hier besteht vielmehr die Frage, ob ein Ladewagen oder ein Häcksler zu nehmen ist. Ladewagen kann Paroli bietenDie neue Ladewagengeneration mit Rotationsfördertrommel bis über 40 Messer und theoretischen Schnittlängen bis zu 35 mm erzielen eine hohe Verdichtung, die Nutzlasten von 10 bis 14 t bei Inhalten von 30 bis 40 m3 notwendig machen. Diese von 40.000 bis 75.000 € teuren Ernteboliden sind sowohl für die Grassilagebergung als auch für Häckseltransporte bei der Maisernte einsetzbar. Die für eine Auslastung notwendigen Antriebskräfte bewegen sich von 150 PS bis weit über 200 PS. Die bisher ermittelten Schnittlängen sehen sehr gut aus. In den entscheidenden Schnittlängenanteilen von 0 bis 80 mm sind immerhin rund 75 % der Gesamtmasse zu finden. Zum Vergleich: Ein 5-Schwingen-Ladewagen kommt in diesem Segment auf bestenfalls 50 % Schnittlängenanteil. Der Häcksler hat 100 % seiner Schnittlänge im Bereich von 0 – 80 mm. Somit liegen die neuen Förder- und Schneidsysteme genau dazwischen. Hohe Ladeleistungen und gute Verdichtung bei ausgereizter Schnittqualität braucht Kraft. Um Ladeleistungen von 160 t/h zu erreichen, sind alleine 80 bis 100 kW an der Zapfwelle gefragt. Hinzu kommt die Kraft, um das Gespann über die Fläche zu bewegen. Um die technisch mögliche Auslastung nur annähernd ausschöpfen zu können, werden Schlepper ab 120 kW vorausgesetzt. Kurzer Schnitt braucht KraftUm die Schnittqualität noch weiter zu verbessern und in Richtung Häckslerniveau zu bekommen, sind beim 35 mm-Schnitt mindestens 200 bis 250 PS Antriebsleistung notwendig. Gleichmäßig geformte Schwaden mit einer hoher Schwadstärke von mindestens 10 kg ermöglichen auch hier erst hohe Durchsatzleistungen. Gegenüber dem Häcksler hat der Ladewagen den Vorteil, dass der Standort- bzw. Schlagwechsel kaum die Bergeleistung reduziert. Dennoch hat der Ladewagen seine Grenzen: die Feld-Hof-Entfernung. Denn mit zunehmendem Transportanteil konkurriert der teure Ladewagen mit dem preiswerteren Häcksel-Transportwagen. Das zeigt sich deutlich in den Verfahrenskosten. Berücksichtigung der Entfernung vom Betrieb zum FeldBei Hof-Feld-Entfernungen von 2 km, Schwadstärken von 10 kg und 10 km Ladegeschwindigkeit liegen die Kostenvorteile mit knapp 5 €/t gegenüber knapp 6 €/t beim Ladewagen. Diese Verhältnisse kippen zu Gunsten des Häckslers um, wenn hierfür die besten Schwadstärken erzielt und größere Hof-Feld-Entfernungen überbrückt werden. Ab 4 bis 5 km Hof-Feld-Entfernung bewegen sich die Erntekosten zu Gunsten des Häckslers und das trotz Konstanz der hohen stündlichen Flächenleistungen. Eine Grenze kann einerseits die Ladeleistung und die Transportentfernung sein, andererseits die Silierkosten. Denn gegenüber der Häckselsilage kann die mögliche Verdichtung geringer und damit der Bedarf an Siloraum und Folie größer sein. Je nach Kostenansätzen – ob 50 €/m2 oder 100 €/m2 Silolagerfläche – liegen die reinen Silierkosten für Walzen, Silo, Folie, Schutznetz, Sandsäcke und Abdecken noch einmal bei 9 bis 13 €/t. Bei einer höheren Dichte von bis zu 10 % sind auch die Kosten bei Häckselsilage entsprechend geringer. Der Häcksler ist ein muss für die MaisernteDer Häcksler ist für die Maisernte ein Muss. Die Frage stellt sich, warum dann die gute bewährte Technik nicht auch in der Grasernte eingesetzt wird. In vielen Regionen dominiert daher schon der Häcksler die Grassilierung. Die Vorzüge sprechen für sich:
Dies sind für den Landwirt als Auftraggeber bekannte Kriterien und Argumente. Doch welche Kriterien sind für den Einzelbetrieb entscheidend? Die Schlagkraft oder die Kosten? Selten sind höchste Schlagkraft und niedrigste Kosten in Einklang zu bringen. Schwadgewicht ist entscheidendDa es beim Häcksler immer um die Kombination Häcksler plus Transporteinheit geht und die beiden Fahrer möglichst synchron ihre Arbeiten verrichten, sind die möglichen Arbeitsgeschwindigkeiten beschränkt. Zwischen 8 und 12 km/h dürfte die idealste Geschwindigkeit liegen, ohne zusätzlichen Stress zu erzeugen und die Feldverluste ansteigen zu lassen. Die Bergeleistung wird entscheidend von der Schwadstärke beeinflusst. Werden Erträge von 35 dt Trockenmasse je ha (entsprechend 2 – 2,4 kg Frischgras je m2) und ein Anwelkgrad von 35 % unterstellt, ist eine Anwelkmasse von 10 t/ha bzw. 1 kg je m2 gegeben. Bei Schwaden von 7 m Arbeitsbreite sind Schwadgewichte von 7 kg je m gegeben. Mit 8 km/h sind theoretische Durchsatzleistungen von 56 t/h möglich. Abzüglich der Wende-, Rangier- und Leerlaufzeiten bleiben 34 t/h an Bergeleistung übrig. Eine Erhöhung auf 10 km/h ergibt theoretische Leistungen von 70 t/h, wovon effektiv 42 t/h übrig bleiben. Die Steigerung der Schwadstärke auf 10 kg/m erhöht nicht nur die Schwadstärke um über 40 %, sondern auch die Bergeleistung von 56 t auf 80 t/h bzw. effektiv von 34 t auf 48 t. Sind höhere Ladegeschwindigkeiten möglich, vergrößern sich analog die Bergeleistungen. Nicht umsonst erleben die neuen 4-fach Mittelschwader zurzeit einen Boom. Mit 12 bis 15 m Arbeitsbreite sind Schwadstärken von 12 bis 15 kg/lfdm möglich. Die Erfahrung der Lohnunternehmer und Maschinenringe zeigt, dass die Bergeleistungen sich rasant verbessern. Bei 8 km/h Ladegeschwindigkeit und gleichmäßiger Schwadform und –stärke sind bei 12 kg/lfdm 58 t/h bzw. 72 t/h bei 15 kg möglich. Immerhin bis zu 7,2 ha/h. Diese Schlagkraft ist natürlich auch abhängig von einer optimalen Transportlogistik. Diese ist wiederum abhängig von der Feld-Hof-Entfernung. Bei 2 km Entfernung und 10,5 t Nutzlast sind 3 Transporteinheiten notwendig, um diese hohe Schlagkraft zu erzielen. Eigentlich Spitzenwerte, wenn man dabei berücksichtigt, dass der Häcksler durch Wendemanöver, Einheiten- und Standortwechsel nur max. 70 % seiner theoretischen Durchsatzleistung erzielt hat. Und das ist schon sehr günstig. Eigene Messungen haben Werte zwischen 45 und 75 % ergeben. Für eine günstige Auslastung bei akzeptablen Kosten sind daher gute Schwadstärken, große Schläge und keine zersplitterte Flurlage notwendig. Werden Kostenansätze von 180 €/h für den Häcksler und 65 €/h für eine Transporteinheit unterstellt, betragen die Bergekosten etwa 50 €/ha bzw. über 5 €/t ohne Walzen und Kosten für Silageraum im günstigsten Fall. Alternative Ballensilage: Rund, eckig oder im Strang?Die Ballensilierung findet mehr und mehr Befürworter und ist in gewissen Einsatzsituationen sinnvoll. Aber natürlich nicht für die gesamte Grassilagemenge. Denn ein Ballen von 1,20 m Breite und 1,25 m Durchmesser hat ein Volumen von knapp 1,5 m3 und bei Pressdichten von 180 - 200 kg Trockenmasse und 35 % Anwelkgrad ein Gewicht von etwa 800 kg. Werden für Pressen, Wickeln, Transport und Stapeln 15 € inkl. MwSt. angerechnet, kostet die Tonne Silage frei Lagerplatz fast 19 €. Diese hohen Kosten werden beim Häcksler bzw. Ladewagen bei Hof-Feld-Entfernungen erst bei mehr als 10 km erreicht. Ballensilage lohnt sich somit bei:
Daher ist für den Lohnunternehmer eine Ballenpresse als Ergänzungstechnik für die o.a. Einsatzverhältnisse von Bedeutung und Interesse. Das gilt im Übrigen auch für den Einsatz einer Quaderballenpresse. Hier zeichnet sich jedoch bei der Silierung im Doppelpacken eine interessante Alternative ab. Mit der Doppelpackensilierung, wo zwei Packen gestapelt und anschließend gewickelt werden, können größere Ballenabmessungen gewählt werden. Zwei Packen von 1,6 bis 1,8 m Länge gestapelt ergeben ein Paket mit 1,20 m Breite, 140 m Höhe und 1,6 bis 1,8 m Länge. Dieser Stapel beinhaltet ein Volumen von ca. 2,9 m3 und eine Masse von 1,3 bis 1,6 t. Werden 25 € inkl. MwSt. je Stapel für Pressen, Wickeln und Stapeln mit dem Teleskoplader angesetzt, betragen die Kosten pro t etwa 18 € ohne Laden auf dem Feld und Transport – ein System für Betriebe mit großen Flächenanteilen bei weiten Hof-Feldentfernungen. Wie bei den Rundballen kommen die Schnittqualitäten nicht an die des Ladewagens heran. Hubstarke Entnahmetechnik ist dann ebenfalls notwendig. Alternativ zum Doppelpackverfahren können Rund- oder Quaderballen auch im Strangverfahren mit Stretchfolie einsiliert werden. Hierbei sind weitere Kosteneinsparungen möglich, jedoch liegt das Qualitätsrisiko hinsichtlich möglicher Verschimmelung höher als beim Doppelpacksilierverfahren. FazitDer Ladewagen ist bei zersplitterter Flurlage und kleiner Schlaggröße eine Alternative zum Häcksler. Hier ist er in der Lage, unter Ausnutzung der vorhandenen Schwadtechnik, hohe Bergeleistungen bei günstigen Verfahrenskosten umzusetzen. Gute Schnittqualität und hohe Verdichtung bei hohen Nutzlasten machen aber leistungsstarke Schlepper ab 150 PS notwendig. Die Grenze der Verfahrenskosten wird durch die Stundenkosten bestimmt. Mit 100 €/h liegt der Schwellenwert bei einer Hof-Feld-Entfernung von 7 bis 8 km. Sind 130 €/h zu zahlen, sinkt der Wert auf 4 bis 5 km. Denn der Transportanteil wird über den Ladewagen sonst zu teuer erkauft. Für den Häcksler spricht die hohe stündliche Bergeleistung, die eine entsprechende Schwadstärke, Schlagstruktur und Logistik erforderlich macht. Die Rundballen- bzw. Packensilage ist eine Alternative bei sehr weiten Entfernungen und geringen Bergemassen. Ein Verfahren, das der Lohnunternehmer und Maschinenring zur Auslastung neben Heu und Strohbergung nutzen sollte. Das Strangverfahren ist aus der Sicht möglicher Qualitätsrisiken kritisch zu beurteilen.
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