Von Johannes Thaysen
Berater für Futtermittelkonservierung und Futtermittelqualität in der Abteilung Pflanzenbau/Landtechnik der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, Deutschland, tätig.

Das Ziel der Ballensilagebereitung ist eine hohe Silagequalität, die keine unerwünschten Prozesse der Nacherwärmung und Schimmelbildung aufweist. Um dieses Ziel sicher zu erreichen, ist ein sofortiger Luftabschluss nach dem Pressen der Ballen und eine hohe Luftabschlussgüte während der Lagerung erforderlich. Dazu ist eine hochwertige Stretchfolie und deren fachgerechter Einsatz notwendig. Was hierbei in der Praxis zu beachten ist, soll im Folgenden dargestellt werden.

Folienwahl
Eine optimale Stretchfolie für die Ballensilierung zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus:

  • Geringste Gasdurchlässigkeit
  • Hohe Stretcheigenschaft
  • Hohe Klebkraft
  • Keine Schlieren, Körner oder Regenertanteile
  • Gleichmäßige Einfärbung
  • Keine Trennbarkeit der Schichten bei coextrudierten Folien
  • Hohe UV-Stabilität

Diese Anforderungen werden z.B. bei Folientypen mit DOWLEX™ PE Granulaten erfüllt. Wichtig ist, dass die Ware DLG-geprüft oder alternativ qualitätsgeprüft ist. Solche qualitätsgeprüfte Ware ist zwar etwas teurer, aber gibt auch entsprechende Sicherheit.

Folieneinsatz
Jede Folienrollenlieferung sollte vor deren Einsatz in Form von Probewicklungen an Ballen ausprobiert werden und auf ihre Eigenschaften (s. o.) überprüft werden. Denn es hat sich in der Praxis gezeigt, dass bei schadhaften Lieferungen ein aufwendiges Nachwickeln erforderlich sein kann.

Die Vorstreckung der Stretchfolie darf weder zu gering noch zu hoch sein. Als optimal hat sich ein Bereich zwischen 50 und 75 % erwiesen, um ein enges Anliegen der Folien an den Ballen zu ermöglichen. Wird die Vorstreckung übertrieben, kann der Stretcheffekt ausbleiben und ein Folienflattern am Ballen ist die Folge. Für das Einhalten der Vorstreckungsspanne ist außerdem das Einhalten der wicklerspezifischen Umdrehungsgeschwindigkeit des Wickeltisches zu beachten.

Die Umdrehungen pro Ballen und damit die gewünschte Lagenzahl hat sich nach den Bedingungen des zu silierenden Materials und den Ansprüchen an die Lagerungsbedingungen zu richten. Je älter (rohfaserreicher) und trockener das Ausgangsmaterial, um so mehr Lagen sind erforderlich. So hat es sich bei Grassilagen in der Rinderhaltung mit relativ jungen und eher feuchtem Material bewährt, mit Lagenzahlen von 4 bis 6 zu wickeln, während in der Pferde- und Extensivrinderhaltung Lagenzahlen von 6 bis 8 für rohfaserreicheres und älteres Material zu empfehlen sind.

Beim Wickeln ist stets auf ein blasenfreies, gleichmäßiges Stretchen zu achten. Bei sehr hohen Außentemperaturen (über 25 ° Celsius) sollte das Wickeln möglichst unterlassen werden, da die Folieneigenschaften sich negativ verändern können.

Die Qualität des Wickelprozesses sowie die der eingesetzten Folie (s. o.) wirken sich in einer leicht gespannten Wölbung der Folienbahnen aus (Gärgasbildung). Diese Wölbung ist ein positives Anzeichen, da die Gärgasbildung eine mögliche Schimmelbildung unterbindet. Daher: Auf keinen Fall dürfen gespannte Folienhauben angestochen werden. In der Regel verschwindet die Gärgasbildung innerhalb von 1 bis 3 Tagen von selbst.

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