Aussichten für Futtermittel 2010

Von Per Lingvall

In den letzten Jahren kam das traditionelle Einkommen landwirtschaftlicher Betriebe von der Milch-, Rinder- und Getreideproduktion sowie von Subventionen, z.B. von der EU. Neue Regeln werden entwickelt, die diese Situation verändern werden, weil die Gesellschaft nachhaltigen Systemen der Fruchtfolge, dem Schutz der Natur und der verstärkten Nutzung der Landwirtschaft für die Erholung einen größeren Stellenwert beimisst.

Zwei weitere Einflussfaktoren gewinnen an Bedeutung: Das Wohlergehen der Tiere und die Unbedenklichkeit der Nahrungsmittel. Beide beeinflussen die Art und Weise, wie landwirtschaftliche Betriebe funktionieren und wie sie konservierte Futterpflanzen herstellen und nutzen.

Ein typisches Beispiel ist die Zunahme der subventionierten ökologischen Rinderproduktion auf Basis von Gras und Futtersilage. Das Wachstum des ökologischen Landbaus steigert die Bedeutung, die selbst erzeugten Produkten und deren Konservierung beigemessen wird. Wir können erwarten, dass mehr Kulturen auf landwirtschaftlichen Betrieben angebaut und verfüttert werden als heute. So können Landwirte den Anteil eigener Futterpflanzen am Tierfutter erhöhen. Erstklassige Futterpflanzen stimulieren den Verbrauch und die Produktion. Die Verwendung verschiedener selbst erzeugter Futterpflanzen trägt außerdem zur Verringerung von Umweltproblemen in Verbindung mit der Freisetzung von Stickstoff bei.

Die Praktizierbarkeit der Großballensilage hat sich bereits bewährt. Dies ist nun die dominierende Technik für die Konservierung von Futterpflanzen in den skandinavischen Ländern. Die Großballensilage ist auch eine wirksame Konservierungstechnik, die Flexibilität bietet. Diese wird für die oben erwähnten Entwicklungen in der Landwirtschaft benötigt.

Ein Hauptvorteil für die Zukunft besteht darin, dass jeder Ballen sein eigenes Silo ist. Dies heißt, dass Futterpflanzen konserviert werden können, sobald genügend vorhanden sind, um den Ballen zu füllen. Man braucht weder die Menge Erntegut noch günstiger Witterung, um ein Silo zu füllen. Dies erleichtert dem Landwirt, Silage in der gewünschten Zusammensetzung herzustellen, und den biologischen Wert der Kultur optimal zu nutzen.

Die gleiche Konservierungsmethode kann für viele Kulturen angewandt werden – reine Gräser, Leguminosen, Getreide, Futterpflanzenmischungen, getrocknetes Heu oder Stroh.

Im Pferdemarkt findet die Ballensilage zunehmend Anwendungen. Die Ballen für die Pferdesilage sind oft 400 – 800 kg schwere Quaderballen. Sie werden von Landwirten hergestellt und an Ställe verkauft. Sie werden mit vielen Folienlagen gewickelt, um die Ballen dicht und durchstoßfest zu halten. Kleine Quader- oder Rundballen werden dort eingesetzt, wo nur wenige Pferde gefüttert werden. Mit der heutigen Ausrüstung ist es schwierig, kleine Quaderballen mit einer höheren Dichte herzustellen. Darüber hinaus stellen sie größere Probleme beim Wickeln dar und die Ecken werden bei der Handhabung leichter beschädigt. Die besten Ergebnisse erzielt man mit einer Kreuzwicklung. Wir können weitere Entwicklungen in der Technik der Ballenbereitung und Wicklung erwarten, die diesen Anforderungen gerecht werden.

Im allgemeinen gibt es immer noch viele Möglichkeiten für eine besser Koordination zwischen den Partnern in der Wertschöpfungskette der Ballensilage. Es gibt noch viel Entwicklungspotenzial, um die Rentabilität und Sicherheit bei der Ballensilierung zu verbessern.

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Per Lingvall ist leitender Forscher an der schwedischen Universität für Agrarwissenschaften. 1971 gründete er dort die Fakultät für Silagetechnik und seit 1984 führt er Forschungsarbeiten über die Ballensilage durch.