Von Pascal Bordeau, Herausgeber des 'Maschinenteils' von ENTRAID, der offiziellen Zeitschrift des Bauernverbandes in Frankreich


Es gibt heute eine breite Auswahl an Ballenwicklern auf dem Markt. Die richtige Wahl hängt von der Zahl der Beschäftigten, dem Futterlagerungssystem, der Zahl der jährlich gewickelten Ballen und der jeweiligen Art der Mechanisierung ab.

Als die Technik des Ballenwickelns nach Frankreich kam, wurde sie wegen ihrer Einfachheit ? verglichen mit der konventionellen Silagebereitung ? geschätzt. Landwirte können die einzelnen Stufen selbst durchführen: die Ballen pressen, wickeln und transportieren. Doch erwies sich dieser Ansatz bezüglich der stündlichen Produktion als begrenzt. Aus diesem Grund haben sich "Selbsthilfegruppen" gebildet, die mit Spezialisten zusammen arbeiten, um die verschiedenen Stufen der Ernte, des Pressens und der Lagerung gleichzeitig mit Hilfe stationärer Ballenwickler durchzuführen.
Andere haben sich für das kontinuierliche Ballenwickeln mit teureren Maschinen entschieden, die weniger Kunststofffolie verbrauchen. Diese Technik kann die Produktion beschleunigen, benötigt aber Rahmenbedingungen, die nicht für alle Landwirte umsetzbar sind (passende Größe der Lagerungsstätte, hoher Futterverbrauch usw.).
Wer sich für die Herstellung von Einzelballen entscheidet, aber einfachere Techniken sucht, muss die Arbeit aufteilen. Erst werden die Ballen vor Ort mit einer Anhängermaschine gepresst und gewickelt und anschließend von einem Ladegerät aufgenommen. Dann steht eine gewisse Zeit zur Verfügung, um die gewickelten Ballen zum endgültigen Aufbewahrungsort zu bringen.
Eine andere Art der industriellen Fertigungsweise beinhaltet die Verwendung einer Ballenpresse in Kombination mit einem Wickler: Dabei werden die Ballen in einem einzigen Arbeitsgang gepresst und gewickelt. Für die Anschaffung dieses Maschinentyps ist ein relativ hohes Investitionsvolumen nötig, so dass diese Technik einem intensiven Gebrauch sowie Situationen vorbehalten ist, in denen die Arbeitskosten ein wesentliches Entscheidungskriterium darstellen.

Ein Viehhalter, der die Technik des Ballenwickelns anwenden will, hat heute verschiedene Möglichkeiten. Wenn er seine eigene Ernteausrüstung anschaffen will, wird er weniger investieren können, wenn er im Jahr nur wenige Ballen wickelt, als wenn er mehrere Hundert Ballen wickelt. Hier besteht ein Unterschied zwischen dem Ballenwickeln als zusätzlicher Erntemethode und dem Ballenwickeln als Haupttechnik. Aber ein Viehhalter steht selten allein da. Er könnte auch einen externen Lohnunternehmer, eine Kooperative oder ein Maschinensyndikat mit der Arbeit beauftragen. Oder er kann gemeinsam mit Nachbarn in einen Ballenwickler investieren und die Arbeit selbst durchführen, d.h. dass er Kosten für die Anschaffung von Maschinen einspart. Schließlich leuchtet es ein, dass die Erntekosten, die von einem Viehhalter als akzeptabel angesehen werden, je nach dem Wert des benötigten Futters unterschiedlich sind. Bei der Verwendung von jüngerem Gras,für die Fütterung von Milchkühen oder gröberem Futter als Grundnahrungsmittel sind die Entscheidungsgründe auf Grund der entsprechenden Kosten- Nutzenrelation wieder andere.

Es gibt also für einen bestimmten Tätigkeitsumfang mehrere Optionen, je nach den finanziellen Mitteln des Landwirts und den übrigen Rahmenbedingungen sowie welche organisatorische Arbeitsform der Landwirt bevorzugt (Unabhängigkeit, Arbeit in Selbsthilfegruppen). Zeiteinsparung und Kostensenkung sind heute die wichtigsten Parameter in der Entwicklung landwirtschaftlicher Praktiken. Sie beeinflussen mit Sicherheit unsere Meinung über das Ballenwickeln. Bezüglich der mit dem Ballenwickeln verbundenen Kosten ist darauf hinzuweisen, dass sich die Kosten für die Maschine und die Kunststofffolie in der gleichen Größenordnung bewegen. Das heißt, dass diesen zwei Faktoren besondere Aufmerksamkeit zu schenken ist, ohne dass dies zulasten der Qualität geht, weil davon der Nährwert des Futters abhängt.

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