| Interview mit der erfolgreichen Pferdetrainerin Sarah |
Sarah Kelleway verbrachte die ersten Jahre ihrer Laufbahn mit Pferderennen, begann aber dann vor zwölf Jahren sich dem Ausdauerrennsport zu widmen. Seither hat sie viel Zeit mit dem Training zäher Araberpferde in Nahost und insbesondere in Dubai verbracht. Sie repräsentierte Großbritannien in den letzten vier Jahren auf dem Pferd Ibn Aswana bei den Weltreiterspielen in Jerez, Spanien.
Da Pferde- und Ausdauerrennen unterschiedliche Anforderungen stellen, muss Sarah in ihrem Trainingsansatz flexibel sein. Sarah erklärt: "Ein Pferd, das für ein Ausdauerrennen über 160 km trainiert wird, müsste im Training jeden Tag strapaziöse 20 km zurücklegen; alle zwei Wochen wäre ein Trainingsritt von 50 km nötig. Während Ausdauerpferde eine genaue und gleich bleibende Geschwindigkeit über lange Entfernungen aufrechterhalten müssen, werden Rennpferde im Vergleich dazu über kürzere Zeitspannen bei höheren Geschwindigkeiten trainiert."
Stoffwechselstabilität
Obwohl diese zwei verschiedenen Sportarten unterschiedliche Trainingsmethoden verlangen, war Sarah stets davon überzeugt, dass Fitness und Erfolg in beiden Disziplinen eher garantiert sind, wenn die Stoffwechselstabilität der Pferde gewährleistet ist. Sie betont, dass Futter intelligent und als Reaktion auf die Leistungsziele des Pferdes verwendet werden muss. "Ich verwende Halbheu immer als Grundfutter, sowohl für meine Renn- als auch Ausdauerpferde, vorwiegend weil dieses Futter gleich bleibend exzellenten Nährwert, Qualität und Gewicht garantiert. Halbheu ist ausgezeichnet für eine ausgewogene Ernährung, weil es sehr proteinreich ist und eine gleichmäßige Energieabgabe ermöglicht."
Wenn ihre Ausdauerpferde im Einsatz sind, bietet ihnen Sarah auch zusätzlich Heu an, um die Leistung zu maximieren: "An Renntagen müssen die Pferde mit einem vollen Treibstofftank antreten. Ich gebe ihnen vor dem Rennen Halbheu, um sie langsam und gleichmäßig mit Energie zu versorgen. Kurz vor dem Ritt erhalten sie zusätzlich langstieliges Heu, damit sie einen hohen Fettspiegel erhalten, den sie während des Rennens in Energie umsetzen können."
Reisehilfe
Für Sarah ist Halbheu besonders wertvoll, wenn Pferde international auf Reisen sind, zum Beispiel wenn sie Pferde zum Training nach Spanien oder Dubai schickt. Halbheu begrenzt nicht nur die schädigenden Wirkungen von Staub sondern erlaubt es auch dem Trainer, die Futtermenge zu regulieren, die ihre Pferde aufnehmen. Diese Ernährungsstabilität ist besonders während des Transports wichtig, der für die Tiere sehr destabilisierend sein kann. Wenn die Pferde von Sarah nach Dubai reisen, kann es bis zu einem Jahr dauern, bis sie sich akklimatisiert haben, was sich in einer sichtbaren Veränderung des Huf- und Fellwachstums manifestiert. Halbheu ist auch bei weitem dem Futter vorzuziehen, das in Wüstengegenden erhältlich ist. Wenn Pferde in diesen Gegenden in die Koppel geschickt werden, müssen viele routinemäßig vom Tierarzt behandelt werden, weil sie zu viel Sand aufgenommen haben.
Fragt man Sarah nach einem Tipp, um Pferde fit zu halten und erfolgreich zu machen, antwortet sich einfach: "Man darf nie vergessen, dass man das herausholen muss, was man hineinsteckt. Je mehr Sie ein Pferd füttern, desto mehr müssen Sie es trainieren. Halbheu ist in dieser Hinsicht besseres Futter als Heu. Es hat eine höhere und gleichmäßigere Nährqualität, die über eine kleinere Fläche konzentriert ist, so dass der Trainer den Konsum eines Pferdes viel genauer regeln und kontrollieren kann."
Die bisherige Laufbahn von Sarah
Pferderennen liegen Sarah seit ihrer Geburt im Blut. Ihr Vater gewann 1969 den renommierten Cheltenham Gold Cup, und ihre Mutter war Champion "point-to-point"-Jockey. Es war klar, dass Sarah in ihre Fußstapfen treten würde - mit 16 ritt sie ihr erstes siegreiches Pferd, und seither ritt sie über 500 Siegpferde in Europa. 1986 begann Sarah mit dem Training von Araberpferden In der Zeit danach liefen zehn von ihr trainierte oder gerittene Araberpferde in Dubai zum Sieg und sie züchtete über 20 weltweit erfolgreiche Pferde. 1995 begann sie sich dem Ausdauerrennsport zu widmen und reiste ins Ausland, um an vielen internationalen Rennen in Nahost, Europa und Südafrika teilzunehmen. Zu ihren bisher wichtigsten Erfolgen gehören ihre Teilnahme an den World Endurance Championships in Dubai und ihr 12. Platz im Quatar-Marathon im Jahr 1996. Auch in den Vereinigten Arabischen Emiraten erzielte Sarah einige gute Platzierungen, so zum Beispiel den 7. Platz im Presidents Cup. Sarah trainiert zurzeit in Spanien und bereitet ihr Pferd Takhar für die European Championship Endurance im September vor.
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