Lohnunternehmer Rainer Fischer berichtet über seine Erfahrung mit Maisballensilage

Herefrodshire
Photo credit: Lohnunternehmen Fischer,
Dümmerlohausen


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Photo credit: Lohnunternehmen Fischer,
Dümmerlohausen

Lohnunternehmer Rainer Fischer aus Dümmerlohausen, Kreis Damme in Niedersachsen, führt seinen Betrieb mit sieben Festangestellten und einigen Aushilfen. Neben den üblichen Dienstleistungen und der überbetrieblichen Gülleverwertung hat sich Rainer Fischer auf die Bereitung von Maisballensilage spezialisiert und gehört seit 2005 zu den Pionieren auf diesem Gebiet.

Der Lohnunternehmer wurde durch Fachzeitschriften auf die Press-Wickel Kombimaschine für Mais, den LT Master, aufmerksam. Da er häufiger von Problemen mit der Maissilage in Fahrsilos hörte, konnte er sich die Herstellung von Maisballensilage als gute Alternative vorstellen und forderte die Maschine für die Maisernte 2005 zum Testen an. Es wurden 400 Ballen gewickelt und an verschiedene Kunden verteilt. Nachdem alle Abnehmer zufrieden waren, entschied sich Rainer Fischer, die Bereitung von Maisballensilage dauerhaft in sein Angebot aufzunehmen und mit dem Kauf des LT Masters eine wichtige Investition für die Zukunft zu tätigen. Im Jahre 2006 wurden 3000 Maissilageballen produziert und erneut gab es nur positives Feedback der Landwirte bezüglich der Silagequalität und Handhabung der Ballen. Für die bevorstehende Ernte 2007 ist das Auftragsvolumen im Vergleich zum Vorjahr erneut gestiegen.

Prozess der Maisballensilagebereitung

Bei der Bereitung von Maisballensilage kommt der Mais normalerweise frisch gehäckselt vom Feld, wenn möglich mit einem hohen Trockensubstanz (TS) Gehalt. Je nach Verfütterung wird es ab einem TS Gehalt von 35 % für Bullenmäster und von über 40% für Kälbermäster interessant. Der Häckselwagen fährt rückwärts an die Aufnahme der Presse und wird entleert. Daraufhin wird dort der Mais in der Presse gepresst und mit einem Netz 4-mal gewickelt. Im Anschluss wird der Ballen auf dem Band zum Wickler befördert und dort mit 6 bis 8 Lagen Folie umwickelt. Zeitgleich zum Wicklungsprozess wird in der Presse bereits der nächste Ballen verdichtet. Der fertige Ballen (Gewicht ca. 900 kg) wird dann mit einem Front- oder Teleskoplader zum Lager transportiert. Rainer Fischer empfiehlt: „Die Maisballensilage sollte möglichst schnell zum Lager geschafft werden und dort etwa sechs Wochen bis zur Verfütterung unberührt silieren, um ein optimales Ergebnis zu erzielen. Hinsichtlich der Lagerung ist ansonsten nur zu beachten, dass das Lager gepflastert sein sollte, um das Eindringen von Schädlingen zu minimieren.“

Beim Wickelprozess ist es laut Rainer Fischer wichtig, dass gute Markenfolie verwendet wird. Die Qualität des Netzes ist nicht so entscheidend, da dieses nur solang halten muss bis die Wicklung des Ballens mit Folie erfolgt ist. Der Lohnunternehmer empfiehlt das Wickeln mit 8 Lagen Folie. 6 Lagen können nur verwendet werden, wenn die Produktion der Ballen am Endlagerort stattfindet und kein Zwischentransport mehr erfolgt. Hiermit kann ca. ein Euro pro Ballen eingespart werden. Allerdings betont Rainer Fischer: „Mit einer 8-fachen Wickelung ist eindeutig mehr Sicherheit gewährleistet und bei Zwischentransporten ist diese meiner Meinung nach auf jeden Fall erforderlich.“ Es gibt keine speziellen Folien für Maisballensilage, sondern es werden die gleichen wie bei der Herstellung von Grassilage verwendet.

Vorteile der Maisballensilage gegenüber Fahrsilosilage

Rainer Fischer sieht folgende Vorteile:

  • Kaum Verluste: Bei der Bereitung von Maisballensilage kommt es kaum zu Verlusten. Falls wirklich einmal ein Schädling die Folie eines Ballens beschädigt, müssen meist nur ein paar Schaufeln Maissilage entsorgt werden. Bei vielen Betrieben liegt der Wochenvorschub im Fahrsilo meist deutlich unter zwei Metern und daher kommt es häufig zur Nacherwärmung und Schimmelbildung, was zu großen Verlusten führen kann.
  • Hervorragende Qualität: Der Trockensubstanzgehalt liegt bei der Maisballensilage bei ca. 39-42 % und ist daher um einiges höher als bei Fahrsilosilage. Aus dem höheren TS-Gehalt resultiert eine bessere Futteraufnahme und Futterverwertung. Die hervorragende Futterqualität ist insbesondere für junge Kälber, die sehr empfindlich sind, von großem Vorteil.
  • Portionsweise Futterentnahme: Bei den Maissilageballen ist jeder Ballen eine neue Portion. Probleme wie z.B. Nacherwärmung der restlichen Maissilage können hier nicht auftreten.
  • Längere Haltbarkeit: Die Qualität der Maissilage eines Ballens bleibt mindestens 14 Tage erhalten. Zu beachten sind laut Rainer Fischer verschiedene Techniken der Öffnung: Falls die Verfütterung des Ballens innerhalb von zwei bis drei Tagen erfolgt, wird vorne ein Loch gemacht. Bei geringem Verbrauch wird der Ballen oben aufgeschnitten und die Silage schichtweise abgetragen.
  • Platzersparnis: Ballen können fast überall gelagert werden.

Nach den Erfahrungen von Rainer Fischer sind viele Landwirte, die in ihren Fahrsilos einen Wochenvorschub von weniger als zwei Metern haben, mit Problemen konfrontiert. Durch den geringen Vorschub ist das Fahrsilo selten richtig geschlossen und damit anfällig für Schimmelbildung. Viele Kälbermäster haben nur einen Wochenvorschub von 50 bis 60 cm. Rainer Fischer berichtet: „Es gibt Fälle, bei denen die Landwirte die Probleme der Nacherwärmung und Schimmelbildung nicht in den Griff bekommen und die noch nicht befallene Maissilage umsiliert werden muss. Die Fahrsilos werden dann von hinten ausgeräumt und im Anschluss werden mit der Press-Wickel Kombimaschine Maissilageballen gepresst.“ Einige Landwirte, die von der Umsilierung betroffen waren, haben sich im nächsten Jahr gleich für Maisballensilage entschieden.

Zusetzen von Siliermitteln

Die Zugabe von Milchsäurebakterien ist bei der Bereitung von Maisballensilage ohne Problem möglich. Die meisten Kunden von Rainer Fischer, die einmal mit Siliermitteln gearbeitet haben, verlangen im nächsten Jahr wieder danach und haben teilweise sogar ihre eigenen Rezepturen. In der Press-Wickel Kombimaschine gibt es eine Dosieranlage. Diese stellt sich während des Pressvorganges automatisch an und sprüht die vorgegebene Dossiermenge abgestimmt auf die individuellen Bedürfnisse der Landwirte ein.

Press-Wickel Kombimaschine für Mais

Rainer Fischer verwendet den LT Master (80 km Version) der Firma Göweil und ist mit seiner Maschine sehr zufrieden. Die Press-Wickel Kombimaschine ist vollautomatisch, sehr einfach zu bedienen und innerhalb weniger Minuten startklar. Die Firma Göweil ist stets darauf bedacht, die Maschine technisch weiter zu optimieren und einige Sonderwünsche von Rainer Fischer wurden bereits beim Kauf berücksichtigt. Neben dem LT Master von Göweil gibt es auch Maschinen anderer Hersteller wie beispielsweise von der Firma Orkel für die Produktion von Maisballensilage.

Kosten

Die Herstellung von Maisballensilage ist durchaus teuer, da die Ballen erst 4-fach mit Netz und dann 8-fach mit Folie gewickelt werden müssen. Berücksichtigt man allerdings die geringen Verluste und die hochwertige Futterqualität, dann wird Maisballensilage wieder lukrativ und ist für Landwirte, die einen geringen Wochenvorschub im Fahrsilo haben eine sehr sinnvolle Alternative. Rainer Fischer betont, dass man sich gerade in diesem Jahr, in dem die Maispreise extrem gestiegen sind, keine schlechte Silagequalität oder großen Verluste leisten kann. Dies ist bei der Maisballensilage gewährleistet wogegen das Risiko bei der Fahrsilosilage sehr viel höher ist.

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