|
|
Andreas Templin besitzt einen Hof in Schleswig-Holstein, nahe der Landeshauptstadt Kiel, etwa 10 km von der Ostsee entfernt. Der gelernte Landmaschinenmechaniker und staatlich geprüfte Wirtschafter führt seinen Betrieb zusammen mit seiner Frau, seinem Schwiegervater, einem Betriebsführer und Saisonarbeitern. Der 142 Hektar große Betrieb spezialisiert sich auf die Milchproduktion und es ist vorgesehen, den Betrieb in naher Zukunft zu erweitern. Templin hat 330 Mastschweine, 100 Milchkühe, 50 Bullen und 220 Kälber und Ferkel, die riesige Futtermengen benötigen. Die Ballensilage ist zunehmend zu einem integrierten Bestandteil des Futtermittel-Managementsystems in Templins Betrieb geworden. Ballensilage bietet große Flexibilität und setzt wenig Technologie und Bauaufwand voraus „Wir stellen seit 20 Jahren Ballensilage her. Für uns ist Ballensilage insbesondere ideal, um Futterkulturen von späten Schnitten und von kleinen und weit abgelegenen Feldern zu ernten und zu konservieren. Wir haben Jungtiere auf verschiedenen Betrieben, die mehrere Kilometer voneinander entfernt liegen. Die Fütterung und der Transport von Futter in Form von Rundballen ist praktisch und hat sich seit vielen Jahren bewährt.“ Auf einem Hof füttert Andreas Schwiegervater die Tiere von Hand ohne jegliche Unterstützung durch moderne Entnahmetechnik. Der Rundballen wird auf einem befahrenen Futtertisch abgestellt und das weitere Füttern erfolgt manuell. Auf einem anderen Hof wird der Ballen mit einem Radlader auf den Futtertisch gelegt und bei Bedarf nachgeschoben, so dass die Tiere sich direkt aus dem Ballen versorgen können. Auf dem Feld werden die Silageballen von einem Frontlader in eine Raufe gestellt. Laut Templin bietet die Fütterung von Silageballen Vorteile gegenüber Silage aus dem Fahrsilo: „Ballensilage bietet größere Flexibilität, die Fütterung setzt wenig Technologie voraus und ich spare die hohen Kapitalinvestitionen ein, die für Silos und Mieten notwendig sind.“ Wichtige Aspekte für die Herstellung qualitativ hochwertiger Ballensilage Die Qualität von Ballensilage hängt ganz entscheidend vom Futter ab, das nach dem Schneiden im Ballen siliert wird. „Wir streben einen Trockenmassegehalt von mindestens 30% an. Wir beschäftigen Lohnunternehmen, die unsere Ballen herstellen, weil ich überzeugt bin, dass die Anwendung guter und moderner Ausrüstungen sehr wichtig ist. Die Ballenpressen sind besonders wichtig. Sie sollten mit einem zusätzlichen Schneidrotor ausgestattet sein und über scharfe Messer verfügen, um das Futter richtig zu schneiden, damit die Verdichtung des Ballens optimiert und der manuelle Fütterungsprozess erleichtert wird.“ „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Verwendung einer variablen Presskammer für eine optimale Ballenverdichtung sorgt. Ich wickle meine Ballen mit sechs Lagen Stretchfolie unmittelbar nach dem Pressen. Für das Wickeln bevorzuge ich Wickler mit drei Folienrollen, die die Ballen gleichzeitig wickeln und somit viel Zeit sparen.“ Aber auch die Folienqualität ist laut Templin ein wesentlicher Aspekt der Zubereitung von Silageballen. „Nur die Verwendung hochwertiger Folie kann gute Silagequalitäten gewährleisten.“ Aufbewahrung und Handhabung von Ballen „Wir benutzen eine Ballenzange und stapeln zwei Ballen hochkant aufeinander. Die Hälfte unserer Ballen wird auf einer Betonoberfläche gelagert und wir achten darauf, dass die Ballen sich seitlich nicht berühren, indem wir sie mit vier bis fünf Zentimeter Abstand platzieren, um die Gefahr der Schimmelbildung zu reduzieren. Wenn wir Ballen direkt auf dem Feld lagern, benutzen wir ein Vogelnetz, um sie vor Schäden zu schützen.“ Einkommen erzielen Die einfache Handhabung von Ballen ist für Andreas ein weiterer Vorteil, weil er qualitativ hochwertige Ballensilage, die er auf dem eigenen Hof nicht benötigt, an Pferdezüchter in der Nachbarschaft verkauft. „Ballensilage lässt sich beim Verkauf gut handhaben und erzielt höhere Preise als Futter aus Fahrsilosilage.“ „Die Entsorgung der Folien stellt für uns nach wie vor ein Problem dar. Händler, Lohnunternehmer oder die normale Müllabfuhr nehmen die Folien nicht ab. Wir würden eine Lösung begrüßen, auf die die Landwirte zählen können und die im Idealfall kostenlos ist, indem zum Beispiel bei den Händlern Sammelstellen eingerichtet werden.“ < Zurück zum Juni '10 Newsletter |
Zurück...
|
||