Allgemein nützliche Tipps:

  • Bester Schnittzeitpunkt: zum Ähren- bzw. Rispenschieben der Hauptbestandsbildner und nachdem der Tau abgetrocknet ist.
  • Kontamination des Bodens verhindern, Mähbalken oder Aufnahmerolle nicht zu tief einstellen..
  • Auf einer Höhe von 5 - 10 cm mähen, je nach Verschmutzungsgefahr.
  • Schnelles Anwelken auf 35-55% Trockenmasse (TM), nicht länger als 24 Stunden für Gras und 48 Stunden für Leguminosen wie Luzerne und Rotklee.
  • Erntegut innerhalb einer Stunde nach dem Schneiden in einem möglichst breiten Schwaden ausbreiten.
  • Silage-Additive zugeben, um die Fermentation zu kontrollieren und Verluste im Silo zu reduzieren.

Schnittzeitpunkt und Schnitthöhe - Jahresertrag maximieren

Wer bestmögliche Futterqualitäten erzielen will, muss den Schnitttermin nach dem Entwicklungsstand der Pflanzen ausrichten. Die höchsten Energiegehalte werden zwischen Schossen und Ähren- bzw. Rispenschieben der Hauptbestandsbildner erreicht. Der richtige Schnittzeitpunkt sorgt außerdem dafür, dass die Pflanzen schnell nachwachsen und ein größtmöglicher Jahresertrag erzielt wird.

Spätestens Anfang der Blüte sollte das Gras gemäht werden. Ist das Gras überständig, steigt der Rohfaseranteil an und das Futter lässt sich schlechter verdichten..

Aus der Abbildung geht hervor, dass jede Verzögerung Energie im Futter kostet und sich direkt auf die Leistungen beim Milchvieh und in der Rindermast auswirkt.

Auswirkungen eines verzögerten Schnittzeitpunkts auf die Milchproduktion
Verzögerung des optimalen Schnittzeitpunkts Verlust Energiedichte MJ NEL / kg TM Minderung potenzielle Milchproduktion in kg/ ha und Jahr
Ca. 4 Tage - 0.3 - 850
Ca. 7 Tage - 0.5 - 1 420
Ca. 10 Tage - 0.8 - 2 271

Quelle: Hoffmann, A. und Grothe, D.: Futterernte Management", Claas Academy

Die Schnitthöhe sollte den Bodenverhältnissen und der Gefahr der Verunreinigung angepasst werden und schwankt im Allgemeinen zwischen 5 und 10 cm. Es sind Geräte mit guter Bodenanpassung zu bevorzugen. Wird zu tief geschnitten, können sich die Pflanzen zudem nicht so schnell regenerieren, weil die Restassimilationsfläche zu klein ist.

Wenn der Schnitt zu tief vorgenommen wird ("Rasierschnitt"), muss die Ausrüstung, die für das Einsammeln des Futters verwendet wird, entsprechend auf eine niedrigere Arbeitshöhe eingestellt werden. Verunreinigungen können leicht in das Futter gelangen, was zu schlechter Fermentation des Futters und möglichen Gesundheitsgefahren für Nutztiere führen kann..

Wenn der Schnitt außerdem zu tief durchgeführt wird, wächst die Kultur nur langsam nach, weil die Restassimilationsfläche zu klein ist.

Download hier "Anleitung zu Schnittzeitpunkt und Höhe" in Englisch (272KB - PDF) or in Polisch (231KB - PDF)

Anwelken – nicht zu viel und nicht zu wenig

Das wichtigste Ziel des Anwelkens ist, möglichst schnell einen Trockenmasseanteil (TM) von 35 bis 55 % zu erreichen. Dadurch werden die folgenden Silierprozesse gefördert sowie der Proteinabbau verringert und der Gärsaftanfall verhindert. Eine Entscheidungshilfe zur Abschätzung des Trockenmassegehalts bietet die folgende Abbildung.

Formen Sie einen Ball aus der Silage und drücken Sie ihn mit beiden Händen.
Wenn folgendes eintritt: ist TM Gehalt:
Starker Saftaustritt schon bei leichtem Händedruck < 20 %
Starker Saftaustritt bei kräftigem Händedruck 25 %
Beim Wringen Saftaustritt zwischen den Fingern, Hände werden nass 30 %
Beim Wringen kein Saftaustritt zwischen den Fingern, Hände werden noch feucht 35 %
Nach dem Wringen glänzen die Hände noch 40 %
Nach dem Wringen nur noch schwaches Feuchtgefühl in den Händen 45 %
Hände bleiben vollständig trocken > 45 %

Müller, J., 2003: Bedeutung des Ausgangsmaterials für die Gärqualität, aus: Bemerkungen über das Silieren.

Die Anwelkzeit sollte möglichst kurz gehalten werden, um die verlustreiche Zuckerveratmung im Erntegut zu stoppen. Je höher die Aufwuchsmenge und der angestrebte Trockenmassegehalt und je ungünstiger die Witterung, desto länger ist die erforderliche Anwelkzeit - dies ist anschaulich in dieser Abbildung dargestellt.

Erforderliche Anwelkzeit bei
Aufwuchsmenge günstigen Witterungs-Bedingungen und einem angestrebten TM-Gehalt von ungünstigen Witterungs-Bedingungen und einem angestrebten TM-Gehalt von
30 % 40 % 30 % 40 %
Hoch 6 Stunden 11 Stunden 12 Stunden 22 Stunden
Mittel 4 Stunden 8 Stunden 9 Stunden 15 Stunden
Gering 3 Stunden 5 Stunden 6 Stunden 11 Stunden

Quelle: Fübbeker, A. und Müller, J., 2003: Silagemanagement, aus: Bemerkungen über das Silieren.

Bei sehr günstigen Witterungsbedingungen reichen zum Teil 4 bis 6 Stunden. Wenn das Gras hingegen zu stark trocknet, steigen die Bröckelverluste beim Zetteln, Wenden, Schwaden und Pressen. Auch lässt sich das Material ab 55 % TM zunehmend schwerer verdichten. Ab 65 % TM findet zudem keine ausreichende Milchsäurebildung mehr statt.

Landwirt Werner Groten strebt 35 bis 40 % Trockenmasse und 25 % Rohfaseranteil an. "Dann habe ich optimales Futter für meine Milchkühe, die Ballen sind formstabil und das Handling ist einfacher als bei feuchterem Material." Für Dr. Johannes Thaysen von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein kann hochwertige Silage bei ansonsten optimalen Voraussetzungen auch bei höheren TM-Gehalten erzeugt werden. "Mindestens 35 bis maximal 55 %, das ist der Trockenmasse-Korridor."

So genannte Aufbereiter beschleunigen den Anwelkprozess um wichtige Stunden. Sie mähen die Pflanzen und bearbeiten sie gleichzeitig so, dass die Blattoberfläche geöffnet wird und die Verdunstung steigt.

Nicht aufbereitetes Erntegut sollte möglichst direkt nach dem Mähen mit einem Zetter breitflächig zum Trocknen verteilt werden. Insbesondere bei höheren Erntemengen ist der Einsatz eines Wenders wichtig, damit das Material gleichmäßig abtrocknet und im bodennahen Bereich keine feuchten und schlecht angewelkten Partien entstehen.

Der Schwader kommt direkt vor der Bergemaschine zum Einsatz. Mit dem Schwaden kann das Anwelken gesteuert werden. Frühzeitiges Schwaden kann eine zu starke Abtrocknung verhindern. Dies ist unter anderem erforderlich, wenn die Ballenpresse noch nicht verfügbar ist.

Download hier "Anleitung zu Anwelken und Schätzung des Trockenmassegehalts" Englisch (273KB - PDF) or Polisch (195KB - PDF)