Das ideale Grasland für die Herstellung von Ballensilage hat einen hohen Anteil an wertvollen Futtergräsern wie beispielsweise italienisches und mehrjähriges Weidelgras. Für die Grassilage geeignete Kulturarten sind:

Mais

Mais für die Silage hat sich seit den frühen 70er Jahren stetig weiter entwickelt, obwohl sein Wert in Europa schon vor über 100 Jahren nachgewiesen wurde. Die Beliebtheit von Futtermais wurde in den nördlichen Regionen durch die kontinuierliche Entwicklung frühreifender Sorten unterstützt. In jüngster Zeit wurde sie auch durch die Einführung von Kunststoffmulchen zur Beschleunigung der frühen Entwicklung von Mais bei kühlem Frühjahrswetter gefördert.

Unter den richtigen Bedingungen kann Mais eine relativ leicht hanzuhabende Kultur für Anbau und Silage sein und sorgt für eine gute Ernährung. Mais kann zusammen mit Grassilage gefüttert werden und wird dadurch wahrscheinlich immer beliebter.

Getreide

Getreide – im Normalfall Weizen – wird in einigen Ländern Europas als Teil der Silagebereitung verwendet. Insbesondere wenn es in der Wachstumssaison wenig regnet und Futtermais nicht besonders verbreitet ist.

Die Silage von Getreide erfolgt aus Kulturen, wie zum Beispiel Weizen, Gerste, Hafer oder Triticale (ein Hybrid von Weizen und Roggen), die im Herbst oder Frühjahr gesät werden. Das Getreide wird in einem reiferen Wachstumsstadium als traditionelles Silagegut und mit einer Trockenmassekonzentration von 35 bis 60% geerntet. Dies trägt zu einem hochwertigen Produkt ohne Gär- und Sickersäfte bei.

Eine gute Tierleistung kann durch die Verfütterung von Gerstensilage erzielt werden. Dies wurde von Teagasc im Grange Research Centre bei einer Versuchsreihe an Färsen getestet. Versuche in Großbritannien haben gezeigt, dass Ganzkornsilage die Milchleistung aufrecht erhält, obwohl die Qualität mit Gras- oder Maissilage besser ist.

Weitere Forschungsarbeiten auf diesem Gebiet wurden vor kurzem von der Schwedischen Universität für Agrarwissenschaften durchgeführt: “Der Einfluss von Kulturreife und der Typ der Ballenpresse auf die Herstellung von Gerstensilage”

Futterpflanzen

Die wichtigsten Kleearten, die heute in Nordeuropa angebaut werden, sind Weißklee (in Mischungen mit Gras), Rotklee, Luzerne (Alfalfa), Sumpfhornklee, Esparsette und Ziegenraute (Galega Officinalis). Jede Art weist unterschiedliche Merkmale auf. Zudem gibt bestimmte Nischen (Umwelt und Handhabung), für die sich jeweils eine Art eignet. Dennoch kann mangelnde Persistenz von Kulturen wie Luzerne und Rotklee ein Nachteil im Vergleich zu einer Grasnarbe sein.

Luzerne ist weltweit die wichtigste gesäte Futterleguminose. Sie wird vorwiegend als Futter für Nutztiere angebaut und wird als Heu, Silage, dehydrierte Pellets und Würfel konserviert.

Rotklee hat das Potenzial für einen guten Ertrag unter verschiedenen Boden- und Witterungsbedingungen. Er kann eine Rolle auf kurzzeitig genutztem Weideland für Nutztier- oder Ackerbaubetriebe spielen, die den Rotklee für den Verkauf (Cash Crop) anbauen.

Leguminosen

Leguminosen wie Erbsen und Bohnen können auch siliert werden. Sie setzen allerdings die Anwendung großer Mengen von Konservierungsadditiven voraus. Ihr Protein wird im Pansen leicht abgebaut. Daher reichen sie nicht als alleinige zusätzliche Proteinquelle aus. Für eine auf Grassilage basierende Ernährung müssen Leguminosen weiter verarbeitet werden.Neue Lupinensorten werden von Teagasc, Oak Park Research Centre, untersucht. Sie bieten gutes Potenzial für die Bereitstellung hoher Konzentrationen qualitativ hochwertigen Proteins.

Rüben

Die Wurzeln, Blätter oder ganze Pflanze von Futter- oder Zuckerrüben können ohne große Schwierigkeit siliert werden, so dass ein sehr hochwertiges Futtermittel entsteht. Wegen ihres hohen Nährwertes können diese Kulturen vom Zusatz eines Absorptionsmittels beim Silieren profitieren. Dies kann aber zu großen Mengen Gär- und Sickerwasser führen.

Alternative Kulturen für das Silieren1

Viele andere Kulturen als Gras können für das Silieren verwendet werden. Laut Dr. Phipps vom Centre for Dairy Research in Großbritannien lassen sich fast alle Futterpflanzen bis zu einem gewissen Grad silieren – einige allerdings leichter als andere.

Die Qualität der Silage hängt von verschiedenen Faktoren, wie zum Beispiel Erntedatum , Trockenmasse- und Zuckergehalt sowie Pufferkapazität der Kultur ab. Gras ist die am häufigsten silierte Futterpflanze, gefolgt von Mais und Ganzkorngetreide, wie beispielsweise Weizen, Gerste, Hafer und gelegentlich Triticale. Aber auch Leguminosen werden siliert, insbesondere Luzerne, Rotklee und Erbsen. Futterkohl ist eine weitere Option.

Einige alternative Kulturen sind schwieriger zu silieren und verlangen unter Umständen Additive. Der ökonomische Nutzen alternativer Silagen ist wie der von Gras und hängt von den Kosten sowie dem Ertrag der Futterpflanze, der Silagequalität und möglichen Verlusten ab. Ein weiterer Faktor sind in bestimmten Fällen auch EU-Gelder z.B. in Form von Subventionen für Regionen / Ackerland.

1 Quelle: „Grassilage und anderes Winterfutter in Milchproduktionssystemen“, Padraig O’Kiely und Seamus Fitzgerald, Teagasc [Irische Landwirtschafts- und Lebensmittelentwicklungsbehörde]