Von Padraig O'Kiely, Teagasc, Grange Beef Research Centre

Die Verbesserung der Rentabilität von Nutztierbetrieben setzt ein optimales Gleichgewicht zwischen der Steigerung des erzielten Verkaufswertes und der Senkung der gesamten Herstellungskosten voraus. In Grünlandbetrieben hat der hohe Preis von zugekauften Konzentraten den Fokus erneut auf die Möglichkeiten gelenkt, die hochwertige Silage als Beitrag zur Kostensenkung bietet. Tatsächlich wird der Wert von Silage oft bei Verfahren  unterschätzt, bei denen Weidegras das primäre Futter darstellt: denn Silage bringt, abgesehen von der Verwendung als Winterfutter, noch viele zusätzliche Vorteile.

Ballensilage und Häckselsilage sind in vielen Ländern die zwei wichtigsten Herstellungsverfahren von Silage, von denen jedes seine eigenen Vorzüge hat. Häckselsilage ist üblicher in Betrieben, in denen  große Flächen blättrigen Grases im Mai und Anfang Juni geerntet werden, sowie Rinder im Stall gefüttert werden müssen. Ballensilage überwiegt in Betrieben mit einer ersten Ernte im Juni (oder Juli auf nassen oder spät beweideten Flächen), wenn die Erntefläche nicht besonders groß ist und es keine konventionellen Silos gibt. Außerdem wird Ballensilage sehr häufig ab Mitte des Sommers oder im Herbst eingesetzt, wenn Weiden zum Grasen bereits ungeeignet sind oder geringe Silagemengen geerntet werden müssen. So hat jedes Verfahren seinen Einsatzbereich und viele Betriebe stellen beide Silagearten her, wenngleich zu unterschiedlichen Zeiten im Jahr.

  Vergleich der Kosten von Ballensilage und Häckselsilage
   

Ein Kostenvergleich von Ballensilage und Häckselsilage wird dadurch erschwert, dass man Gleiches mit Gleichem vergleicht, denn - wie bereits erwähnt - werden die beiden Silagearten lediglich unter verschiedenen Umständen hergestellt. Während Lohnunternehmer Häckselsilage nach Hektar und Ballensilage nach Ballen berechnen, hat erstere Silage einen Vorteil im Fall ertragreicher Futterpflanzen und letztere im Fall weniger ertragreicher Kulturen, wie aus Tabelle 1 zu ersehen ist.  Beide Ernteverfahren können gleich gute Silagequalität ergeben, weshalb es eher darum geht, ein bestimmtes Verfahren dann anzuwenden, wenn sich die Umstände dafür eignen.

Im Folgenden einige Tipps zur Verringerung der Kosten von Ballensilage:

Weidesaison verlängern und Verfüttern von Winter-Futterpflanzen
Da Silage ein teureres Futter als Weidegras ist, lässt sich die Menge der im Betrieb benötigten Silage durch eine Verlängerung der Weidesaison und nach Möglichkeit dem Verfüttern von Winter-Futterpflanzen, wie  Kohl, verringern.

Ernte von Gras mit hohem TM-Ertrag pro Hektar
Es ist ganz entscheidend, einen hohen Silageertrag pro Hektar zu erzielen, um die Kosten jeder Tonne Silage-TM zu senken. Tabelle 2 zeigt, dass sich die Silagekosten für Rinder deutlich reduzieren lassen, wenn die Bewirtschaftungspraktiken in der Folge höhere Graserträge ermöglichen (bei gleich bleibender Verdaubarkeit). Auch wenn ein Herauszögern des Erntetermins und eine damit verbundene Steigerung des Ertrags die Kosten pro Tonne TM senkt, eignet sich diese Strategie wegen des geringeren Nährwerts jeder hergestellten Tonne nur für Tiere mit mäßigen Leistungszielen.

Herstellung von Silage mit geeigneter Verdaubarkeit (DMD)
Rinder mit niedrigen und hohen Winterleistungszielen benötigen Silage mit unterschiedlichen Netto-Energiegehalten. Tabelle 2 zeigt, dass die Kosten der Bereitstellung verdaubarer Trockenmasse für Rinder reduziert werden können, wenn die Betriebsführungspraktiken darauf abzielen, nach und nach  eine höhere Verdaubarkeit des Futters (bei gleich bleibendem Ertrag) zu erreichen. Dies ist wichtig, wenn eine hohe Winterleistung verlangt wird und die Konzentratpreise relativ hoch sind.

  Veränderung von Grasertrag, Grasverdaubarkeit und Konservierungsverlusten auf Versorgungs kosten
   

Verringerung der Verluste bei Ernte, Aufbewahrung und Verfütterung
Futterpflanzen werden niemals siliert und anschließend mit einer Effizienz von 100% von Rindern gefressen - Verluste können entstehen bei

  • Ernte (Verschütten, Auslaugung, Erwärmung),
  • Lagerung (Gärung, Sickersäfte, Erwärmung/Schimmel) und
  • Verfütterung (Erwärmung, Verschütten).

Diese Verluste können 12% bis über 40% der verfügbaren Gras-TM ausmachen. Sie wirken sich wesentlich auf die Kosten der Fütterung von Rindern aus  (Tabelle 2). Ein Bewirtschaftungsverfahren, das diese Verluste streng begrenzt, macht sich ohne Zweifel mehr als bezahlt.

Einsatzkosten konsequent senken
Bei vielen Aspekten der Silagezubereitung entstehen Kosten, die in einigen Fällen reduziert werden können. Zum Beispiel wird die Zahl der Ballen pro Hektar und damit die Ernte- und Lagerkosten pro Hektar klar gesenkt, wenn sehr dichte Ballen aus gut angewelktem Erntegut hergestellt werden.

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