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Die Klimaveränderung hat heute verschiedene Wirkungen auf die Landwirtschaft - eine Situation, die wahrscheinlich noch länger anhalten wird. Die drei Hauptwirkungen sind: Erstens sind Viehzüchter - wie die Gesellschaft überhaupt - aufgefordert, Kohlendioxidemissionen zu senken. Zweitens wird das Wetter immer unberechenbarer: 2006 erlebten wir eine Silageverknappung durch einen sehr heißen Sommer, und 2007 verhinderten verheerende Überschwemmungen die Silageherstellung. Wärmere Winter haben zur Folge, dass Futterpflanzen zu Zeiten wachsen, in denen sie zuvor gar nicht wuchsen. Die Mikroflora in Verbindung mit Futterpflanzen, und insbesondere unerwünschte Mikroben wie Hefen und Schimmel, welche die Silage in Gegenwart von Sauerstoff vernichten, wachsen ebenfalls in Zeiten, in denen sie zuvor nicht gewachsen oder abgestorben wären. Und drittens ist die wirtschaftliche Wirkung zu nennen, d.h. dass sowohl Düngemittel als auch Konzentrate auf Getreidebasis zunehmend teurer werden. Daneben bedeuten die Förderung der Produktion von Biokraftstoffen und eine höhere Nachfrage nach Fleisch und Milch aus China, dass dem Verbraucher weniger Nutztierprodukte zur Verfügung stehen. Daher ist es heute wichtiger denn je, sowohl frisch gegrastes als auch konserviertes Futter optimal zu nutzen. Auf diese Weise käme der "Mehrwert" der Nutztierprodukte eher dem Landwirt als dem Vertreter eines Saatgut- oder Düngemittelherstellers zugute. Vor diesem Hintergrund müssen wir heute drei Ziele betrachten bzw. Probleme lösen, wenn wir in diesem Jahr Silage herstellen.
Alle drei Ziele zu erreichen scheint fast unmöglich zu sein. Zum Glück haben die meisten Entscheidungen, die Sie in Bezug auf die Herstellung von Silage treffen, eine positive Wirkung auf die drei genannten Kriterien.
Trockenmasse (TM)-Verluste sind einer der Hauptfaktoren, die sowohl die Silagequalität als auch Kohlendioxidemissionen während der Silageherstellung beeinflussen. Diese Verluste kommen in allen Stufen des Herstellungsprozesses vor, vom Feld durch Atmung und Fermentation bis zur Verfütterung. In Fahrsilosilage erreichen die Verluste oft Werte bis zu 25%, während sie in Ballensilage mit etwa 8% wesentlich geringer sind. Eine bessere Kontrolle des Prozesses verringert die Verluste und verbessert die Silagequalität, was zur Folge hat, dass mehr Silage in Fleisch und Milch umgesetzt wird und weniger verloren geht. Abbildung 1 zeigt den relativen Anteil der Verluste in jeder Phase der Silageherstellung. Wenn wir Feld, Silofüllen/Ballenpressen und Wickeln sowie aerobe Verluste berücksichtigen und davon ausgehen, dass all diese Verluste durch aerobe Atmung bedingt sind, dann wird der Futter-TM-Gehalt vollständig in CO2 und Wasser umgesetzt. D.h., dass bei 25% TM-Verlust von jeder Tonne Fahrsilosilage 250kg TM verloren gehen und 61 kg CO2 erzeugt werden (siehe Tabelle 1.). Tabelle 1 - Fahrsilosilage im Vergleich zu Ballensilage: TM-Verluste und CO2 -Produktion pro Tonne Silage
Source: IGER Vergleicht man dagegen die Verluste bei Silageballen bezogen auf eine Tonne Silage mit einem durchschnittlichen TM-Verlust von 8% TM ergibt dies einen TM-Verlust von 80 kg und 19,5 kg CO2. Verluste durch Sickerwasser sollten ausgeschlossen werden, indem sichergestellt wird, dass der TM-Gehalt über 28% beträgt. Dies ist aber nicht immer einfach zu bewerkstelligen, und ein schnelles Welken auf den gewünschten TM-Gehalt ist wesentlich, um dafür zu sorgen, dass die TM-Verluste auf dem Feld nicht durch übermäßig lange Welkzeiten erhöht werden. Die TM-Verluste durch Fermentation sind schwieriger in CO2 -Verluste umzuwandeln, weil es viele verschiedene Szenarien dafür gibt, die aus der Silofermentation resultieren können. Zur Minimierung dieser Verluste ist eine Inokkulation mit einem "Impfstoff" notwendig, der homofermentative Milchsäurebakterien enthält, weil diese die Produktion der "guten" Silagesäure - Milchsäure - maximieren und andere "schlechte" Säuren - Essig- und Buttersäure - reduzieren. Wir können davon ausgehen, dass für jedes Gramm Essigsäure in der Silageanalyse 0,733 g CO2 produziert werden. Daten aus einer jüngsten Veröffentlichung des Institute of Grassland and Environmental Research (IGER) zeigen, dass die Essigsäurekonzentration in "beimpfter" Silage (10 g/kg TM) wesentlich niedriger war als die Konzentration in unbehandelter Silage (27g/kg TM). Wenn wir dies auf eine Tonne umrechnen, dann produziert die beimpfte Silage 7,33 kg CO2 verglichen mit 19,79 kg CO2 im Fall unbehandelter Silage. Das Eindringen von Sauerstoff in das Silagegut fördert außerdem die Essigsäurebildung anstelle von Milchsäure bei gleichen TM-Verlusten und identischer CO2 -Produktion. Diese Berechnungen stellen zwar eine starke Übervereinfachung des Silageprozesses und der damit verbundenen Verluste dar, doch vermitteln sie eine Vorstellung der Verluste in landwirtschaftlichen Betrieben vom Schnitt der Futterpflanzen bis zur Verfütterung. Sie berücksichtigen nicht die Wirkung der bei der Silageherstellung eingesetzten Produkte auf die Klimaveränderung. So können wir klar erkennen, dass die TM-Verluste nicht nur einen Verlust an Futter sondern auch die Produktion von Kohlendioxid darstellen. Die Verringerung dieser Verluste wirkt sich nicht nur auf das finanzielle Ergebnis, sondern auch auf den Beitrag aus, den Ihr Betrieb zur Erderwärmung leistet. Luft - oder genauer gesagt Sauerstoff - ist bei all dem einer der Hauptschuldigen. Deshalb profitieren alle von Methoden, mit denen Sauerstoff möglichst schnell aus dem Silagegut entfernt und eine sauerstofffreie Atmosphäre aufrecht erhalten werden kann, bis die Silage verfüttert wird. Schenkt man dem Detail Beachtung, so kann man diese Verluste sowohl bei Fahrsilo- als auch Ballensilagesystemen reduzieren. Systeme für die Herstellung von Ballensilage bieten aber viele Möglichkeiten, um die Verluste zu reduzieren und die Silagequalität zu steigern. Ballensilage-Produktionssysteme können flexibel genug sein, um die maximale Nutzung von geschnittenem Gras (d.h. geringere Kohlendioxidemissionen und höhere Produktivität) zu ermöglichen und selbst in einem schlechten Sommer größere Flexibilität bezüglich der Ernte zu bieten. Denken Sie vor allem immer an eines: Es ist absolut wesentlich, Sauerstoff aus dem ganzen Silageprozess auszuschließen. Alles, was Sie tun, um dies zu erreichen, verbessert die Qualität Ihrer Silage, reduziert Futterverluste und verringert die Umweltbelastung durch Ihren Betrieb.
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