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Die Futterproduktion ist derzeit von zwei wesentlichen Entwicklungen gekennzeichnet. Der anhaltend hohe Preis- und Kostendruck bedeutet für Milchviehbetriebe, dass die Herstellungskosten immer stärker gesenkt werden müssen. Die Situation hat sich mittlerweile so sehr verschärft, dass bereits Stimmen laut werden, die die europaweite Schlachtung von Milchkühen fordern, um die Situation auf den Märkten zu entspannen. Zum anderen steigen Landwirte vermehrt auf den Öko-Landbau um, um von den höheren Preisen pro Produkteinheit und der anhaltend hohen Nachfrage zu profitieren. Ballensilage für die Konservierung von Futterüberschüssen "Finanziell und arbeitswirtschaftlich funktioniert das System nur bei relativ geringer Kapitalbindung in Stall und Technik. Die Weideflächen müssen nicht nur arrondiert liegen, auch die Standortverhältnisse müssen eine ganzjährige Beweidbarkeit auch mit schwereren Tieren ohne größere Trittschäden ermöglichen. Das Ballensilierverfahren ist dafür ideal geeignet, weil die Einzelballen beispielsweise in Raufen auf der Weide als Beifütterung vorgelegt werden können. Zusätzliche Kosten der Vorlage entstehen somit nicht", erklärt Dr. Thaysen. Da die Ballen im Gelände gelagert werden können, reduziert sich der Aufwand für den Transport. Zudem bedeuten Aufwendungen für die Errichtung und Instandhaltung von Siloanlagen, einschließlich der Folgekosten wie für die Entsorgung von Sickerwasser, hohe Investitionen, die gerade für Landwirte mit kleineren Höfen kaum wirtschaftlich sein können. Zwar erfordert auch die Herstellung von Ballensilage den Einsatz von Arbeitskraft und Maschinen, jedoch greifen viele Landwirte dazu auf Lohnunternehmer zurück. Leguminosen im Ökolandbau Im ökologisch geprägten Land- und Futterbau werden Leguminosen zur Assimilation des Luftstickstoffs in eine Fruchtfolge eingebaut. Sie sind für die Bereitung von Tierfutter sowie die Gründüngung nützlich, da sie über einen hohen Eiweißgehalt verfügen und außerdem den Boden mit Stickstoff anreichern. Mit Hilfe von Bakterien an ihren Wurzeln (sogenannte Knöllchenbakterien) gewinnen die Leguminosen den Stickstoff aus der Luft. Im Futterbau sind es vor allem die Kleearten (zum Beispiel Rotklee oder Luzerne), die in Gemischtbeständen mit Gras als Futtergrundlage dienen. "Kleegrassilagen sollten sich durch einen hohen Blattanteil auszeichnen, da dort die hochverdaulichen Nährstoffe, insbesondere das knappe Rohprotein, enthalten sind", erläutert Dr. Thaysen. "Um höhere Bröckelverluste der Blattanteile zu verhindern, bietet sich das Ballensilierverfahren an, da hierbei der optimale Anwelkgrad für Kleegrassilagen von 35-45 Prozent deutlich flexibler eingehalten werden kann." Dr. Thaysen zufolge zeigt sich in der Praxis außerdem, dass insbesondere Sommerschnitte um ein Vielfaches höher angewelkt werden als es für eine aerob stabile Silage erforderlich wäre. Wird dieses Material in Fahrsilos einsiliert, neigt es bei höheren Fasergehalten und längeren Schnittlängen häufig sehr stark zu unerwünschter Instabilität. Durch fachgerechte Ballensilierung mit einer ausreichend hohen Anzahl von Folienlagen für einen dichten Sauerstoffabschluss kann dies wesentlich sicherer verhindert werden. Die Rolle der Kleearten wird von Untersuchungen des Instituts für biologische, Umwelt- und ländliche Wissenschaften (IBERS) in Aberystwyth, Großbritannien, bestätigt. Indem Landwirte alternative Futterpflanzen zu Gras nutzen, können bei steigendem Ertrag wesentliche Einsparungen erzielt werden. Da Leguminosen ihren eigenen Stickstoff binden, wird geschätzt, dass Milchbauern, die momentan 200 kg Stickstoff pro Hektar und Jahr als Dünger einsetzen, diesen Einsatz drastisch reduzieren könnten, indem sie weißen und roten Klee in ihre Gras- und Silageweiden integrieren, ohne dabei den Futterertrag zu senken. Darüber hinaus gibt es Hinweise, dass die Zugabe von Leguminosen wie rotem Klee zur Silagemischung den Milchertrag wesentlich steigern kann. Das IBERS untersuchte Großballensilage, die an Milchvieh verfüttert wurde, und konnte zeigen, dass eine Mischung von Gras und rotem Klee zu jeweils gleichen Trockenmasseanteilen einen erhöhten Milchertrag von 3,7 kg pro Tag im Vergleich zu einer Fütterung mit einer reinen Grassilage ergibt. Auf diese Weise trägt auch der Einsatz von Leguminosen in der Ballensilagebereitung wiederum zur Kostenreduzierung bei, die in der momentanen Situation noch wichtiger denn je ist. < Zurück zum Herbst '09 Newsletter |
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