Von Dr. David Davies

Schätzungsweise 75.000 landwirtschaftliche Betriebe in Großbritannien stellen in der einen oder anderen Form Silage her - hinzu kommt, dass 'selbst gemachte' Silage angesichts der Forderung nach besserer Transparenz und Verfolgbarkeit immer beliebter wird - was können Landwirte daher tun, um die Nutzung einer solch wichtigen Ressource zu maximieren? Ist es möglich, die Vorteile von Silage mit der Notwendigkeit in Einklang zu bringen, unter den schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen der heutigen Zeit billigeres Weidegras zu verwenden?

Einem Bericht von The Dow Chemical Company über Ballensilage in Großbritannien und Irland zufolge stellen heute mehr Landwirte Silage mit Hilfe von Ballen her als mit Hilfe von Fahrsilos, deren Verwendung weiter rückläufig ist. 98% der in der Untersuchung Befragten sagten, sie verarbeiteten mindestens einen Teil des Grases, das sie in der Saison 2006 silierten, zu Ballen; zwei Drittel stellten aus einem wesentlichen Teil (81 - 100%) Ballen her.*

"Landwirte nutzen mehr und mehr Ballensilage, weil sie über Vorteile wie hochwertiges Futter, Flexibilität bei Handhabungs- und Fütterungssystemen, begrenzte Kapitalausgaben und geringe Verluste bei Produktion und Lagerung verfügt", sagt Norbert Schulze, Silage Marketing Manager von Dow Europe GmbH. "Ein weiterer wichtiger Vorteil von Ballensilage wird jedoch immer offensichtlicher: ihr Potenzial als Instrument der Grünlandwirtschaft."

Laut Schulze erlaubt Ballensilage den Landwirten, die Verwendung von Weidegras zu maximieren und gleichzeitig hochwertige Silage als "Pufferfutter" herzustellen, wenn die Weidemöglichkeiten begrenzt sind, oder es zum Beispiel für Hochleistungsmilchkühe einzusetzen, die erstklassige Grassilage benötigen.

Die Verwendung von Ballensilage kann neben anderen Methoden in einem Fruchtfolgesystem weitere spezifische Vorteile bringen, wie Dr. Dave Davies, Silage Researcher and Agricultural Outreach Manager am Institut für biologische, Umwelt- und ländliche Wissenschaften (IBERS), erklärt.

"Landwirte in Großbritannien versuchen im Allgemeinen, drei und in einigen Fällen vier Silageschnitte zu machen. Betriebe im Flachland in der Cheshire Plain, den Somerset Levels und in Shropshire machen routinemäßig drei Schnitte. Vielen Rinderzuchtbetrieben, die relativ hoch liegen, ist oft nur ein Schnitt möglich", sagt er.

"Der erste Schnitt in der Zeit, in der das Gras den höchsten Nährwert hat, wird fast immer in Fahrsilos siliert. Wenn das Fahrsilo geschlossen wird, damit die Fermentation beginnen kann, sollte es erst wieder geöffnet werden, wenn die Tiere ins Winterquartier gebracht werden. Dies bedeutet, dass ein möglicher zweiter und dritter Schnitt nicht hinzugefügt werden kann."

"Wenn das Gras schnell wächst, kann es vorkommen, dass das Angebot oft den Bedarf an Frischgras übersteigt, weshalb viele Landwirte das Überangebot mit einem Mäher kappen, um die Grasqualität aufrecht zu erhalten. Im heutigen wirtschaftlichen Klima muss der Einsatz von Maschinen und Kraftstoffen zu 100% gerechtfertigt sein - gekapptes Gras ist jedoch im Allgemeinen vergeudet."

Wenn anstelle der Verschwendung von überschüssiger Futterkultur ein Teil des Landes aus dem Weidezyklus herausgenommen wird, kann laut Dr. Davies nicht nur die Verwendung von Weidegras maximiert werden. Auch hochwertige Silage in praktischer Ballengröße kann für die Verfütterung zubereitet werden, wenn das Weidegrasangebot nicht mehr ausreicht. Diese Silage kann auch verwendet werden, wenn eine kleine Zahl von Tieren früh in das Winterquartier gebracht wird und die Öffnung eines großen Fahrsilos die letzte Möglichkeit wäre.

"Vorausgesetzt, dass nicht zu viel Stickstoffdünger verwendet wird, kann Silagegut auch früher als nach der üblichen Nachwuchszeit von sechs Wochen geerntet werden, wenn die Weidezeit zu kurz wird", fügt er hinzu. "Und schließlich müssen Futterkulturoptionen bei einem solchen System nicht auf Gras begrenzt werden, weil die Einführung von Leguminosen wie Rotklee der Fruchtfolge Vorteile bringt, beispielsweise erhöhte Bodenfruchtbarkeit, was den Anbau anderer Kulturen im Zyklus gewinnbringender macht." 

Dr. Davies verweist darauf, dass die Ballenherstellung auch eine 'Schnellernte' ermöglichen kann, d.h. Ballensilage "überfallartig" von täglich erntefähigen Flächen herzustellen. Das Ergebnis ist einfach aufzubewahrende hochwertige Silage von Kulturen, die ansonsten durch nasses Wetter zerstört würden - ein Problem, das vielen in Großbritannien nach mehreren nassen Sommern nur allzu bekannt ist.

"Schließlich führt die Verwendung von Ballensilage als Instrument der Grünlandwirtschaft zu einem hoch flexiblen System mit dem Potenzial, Kosten zu senken und den Ertrag und finanziellen Gewinn zu maximieren", sagt Norbert Schulze. "Dieses System ermöglicht es Landwirten, das gemähte Gras bestmöglich zu nutzen - als äusserst kostengünstigstes Futter im Betrieb mit Kosten von €32 bis €54/t TM. Gleichzeitig bietet es weitere Möglichkeiten für den Gebrauch von Silage, wenn diese am meisten benötigt wird. Wenn Silage mit €65 bis €130/t TM die billigste Winterfutteroption ist, stellt dies für den heutigen Landwirt einen wichtigen ökonomischen Aspekt dar."

Download des Marktberichts von Dow über Ballensilage in Großbritannien und Irland hier (Englisch)

*Umfrage unter 211 Landwirten und Lohnunternehmern, 2007 von Dow Europe GmbH mit dem Magazin Farm Contractor in Großbritannien durchgeführt.

Dr. David Davies ist Senior-Forschungswissenschaftler bei IBERS (Institute of Biological, Environmental and Rural Sciences)

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