| Lohnunternehmer Stefan Metz berichtet aus der Praxis über die Herstellung von Ballensilage und was dabei zu beachten ist. |
Im mittelhessischen Stadtallendorf-Schweinsberg (bei Marburg) führt der 38-jährige Lohnunternehmer Stefan Metz seit 1990 seinen Betrieb. Gemeinsam mit seiner Frau, drei Festangestellten und etwa acht freien Mitarbeitern bietet Stefan Metz eine breite Palette an landtechnischen Dienstleistungen an: Von der Maissaat über die Ausbringung von Gülle und Klärschlamm, Gras Schwaden, Häckseln und Laden von Grassilage bis hin zur Herstellung von Ballensilage. Der gelernte Landwirt und Fachagrarwirt wurde vor kurzem vom Bundesverband Lohnunternehmen als erstes hessisches Lohnunternehmen mit dem Gütesiegel "Anerkannter Fachbetrieb" ausgezeichnet, das für geprüfte Professionalität und Kundenzufriedenheit steht.

Foto: Stefan Metz
Ballensilage produziert der Betrieb überwiegend für Milchviehbetriebe, jährlich in einer Menge von etwa 6000 bis 7000 Stück. Dabei ist Ballensilage vor allem für kleinere Betriebe mit geringem Vorschub im Silo eine Alternative. Dies gilt auch für Betriebe mit geringen Grasaufwuchsmengen, bei denen der Silohaufen zu klein wäre. "Aber auch für unsere Kunden, die größere Betriebe haben mit vielleicht 250 Stück Vieh und die Grünlandflächen in einiger Entfernung vom Hof gepachtet haben, lohnt sich Ballensilage. Da die Ballen vor Ort gelagert werden können, entfällt der Transport des Ernteguts, was die Ballen zu einer wirtschaftlichen Alternative macht", erklärt Stefan Metz. Hinzu komme, dass im Falle einer Beschädigung nur der betroffene Ballen unter Umständen teilweise nicht mehr verwendbar ist. Bei einem Fahrsilo jedoch verdirbt aufgrund besonderer Ereignisse - beispielsweise durch Wassereintritt - oft sehr viel mehr Futter. "Ein weiterer Faktor, der bei der Ballensilage eine Rolle spielt, ist das Wetter. Durch die trockene Witterung dieses Jahr stellen wir mehr Ballen her als in feuchteren Jahren."
Die Bedeutung qualitativ hochwertiger Stretchfolie
Stefan Metz wickelt Ballen grundsätzlich mit zwei Lagen Netz und mindestens sechs Lagen Stretchfolie, selbst auf Kundenwunsch würde er nicht weniger verwenden. "Unsere Erfahrung zeigt, dass man bei den Folien nur hochwertige Fabrikate verwenden sollte. Minderwertige Folie reißt leichter und die Ersparnis, die man vielleicht bei der Anschaffung der Folie erzielen kann, wird durch den Zeitverlust beim Wickeln schnell wieder zunichte gemacht."
"Wir haben in der Vergangenheit auch unsere Kunden befragt und es wurde klar, dass kein Kunde daran interessiert ist, Ballen zu kaufen, die mit weniger Folie gewickelt sind und deswegen vielleicht einen Euro günstiger sind, dafür aber leichter beschädigt werden und dadurch höhere Verluste entstehen können", berichtet Stefan Metz.
Der Lohnunternehmer hat in der Vergangenheit mit einer Reihe von Folien experimentiert, bevor er die für seinen Betrieb am besten geeignete Folie gefunden hat. "Mittlerweise benutzen wir eine dreilagige Folie mit Kleber, der zwischen den Lagen eingearbeitet ist und somit nicht mehr den Wickler verkleben kann. Seitdem sind wir sehr zufrieden".

Foto: Stefan Metz
Kosteneinsparungen bei der Ballensilageproduktion
Das Thema Kosteneinsparungen bewegt in Zeiten steigender Preise auch Lohnunternehmer. Stefan Metz dazu: "Um Kosten bei der Herstellung von Silageballen zu reduzieren, könnte ich mir vorstellen, dass eine dünnere Folie entwickelt wird, die genauso reißfest und robust ist wie herkömmliche Folie. Dadurch könnte dann insgesamt weniger Material verwendet werden." Grundsätzlich seien laut Stefan Metz Kosteneinsparungen aber wohl am ehesten durch den Einsatz von effizienteren Maschinen möglich, die mehr Ballen in kürzerer Zeit wickeln können.
Tipps zur Ballenwicklung
In der Regel werden Ballen von Metz in einem Durchmesser von 1,30 m gewickelt. "1,40 m wickeln wir auf Kundenwunsch natürlich auch, dafür muss aber das Erntegut sehr trocken sein, da der Ballen sonst zu schwer wird", erläutert Lohnunternehmer Metz.
Stefan Metz verwendet in seinem Betrieb für die Herstellung der Ballensilage eine Rundballenpresse vom Typ Krone Combi Pack. "Da es sich bei dieser Maschine um eine variable Presse und keine Festkammerpresse handelt, haben wir deutlich weniger Lufteinschlüsse. Dies erhöht die Qualität der Ballensilage", erklärt Stefan Metz. "Ganz generell empfehle ich jedem, bei der Produktion der Ballen auf eine sehr hohe und gleichmäßige Verdichtung des Ernteguts zu achten".
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