Günther Linneweh betreibt mit seinen beiden Söhnen Maik und Kai im niedersächsischen Langlingen-Wiedenrode, circa 50 km nordöstlich von Hannover, ein Lohnunternehmen mit drei Festangestellten und zwei Lehrlingen.

Zu den Dienstleistungen des Unternehmens gehören das Pflanzen von Kartoffeln, Maissaat, Rübendrill, die Grasbergung, aber auch die Produktion von Rundballensilage. 15.000 Ballen produziert das Lohnunternehmen Linneweh pro Jahr und gehört damit zu den großen Anbietern. Mit seiner 15-jährigen Erfahrung in der Produktion von Ballensilage hat Günther Linneweh einige Tipps, wie Ballensilage am besten gelingt und auf was man achten muss:

1. Schnittzeitpunkt, Schnitthöhe und der richtige Zuckergehalt

"Der Schnittzeitpunkt ist das A und O", so Günther Linneweh. Bei Ballensilage für Rinder gilt die Faustregel, dass das Gras gemäht wird, wenn es Flaschenhöhe erreicht hat. Für Pferdesilage wird das Gras während der Blüte oder kurz danach geborgen. Neben der Schnitthöhe des Grases ist auch wichtig, dass nicht direkt über dem Boden gemäht wird, sondern ungefähr fünf bis sieben Zentimeter darüber, um möglichst wenig Erde und kleinere Tiere zu erfassen. Ebenso zentral für eine gute Silagequalität ist ein ausreichender Zuckergehalt des Silagegutes. Das Gras enthält nicht mehr genug Zucker, wenn es auf dem Halm bereits trocken wird.

"Zucker bringt den Gärprozess in Gang", erklärt Günther Linneweh. "Nur, wenn das Gras noch genügend Zucker enthält, kann die Ballensilage gut werden." Die beste Ballensilage erzielte Günther Linneweh bisher mit der Zugabe von Melasse, da diese sehr viel Zucker enthält. Auch Zuckerrübenschnitzel können zugegeben werden. "Leider ist der Milchpreis derzeit so niedrig, dass kaum jemand noch bereit ist, die verhältnismäßig teure Melasse oder Zuckerrübenschnitzel einzusetzen", so Linneweh.

"So billig wie möglich" lautet derzeit aufgrund der wirtschaftlichen Lage und des rapide gesunkenen Milchpreises die Devise. Bei einem Milchpreis von 43 bis 45 Cent pro Liter Milch wären die Landwirte Günther Linneweh zufolge auch wieder bereit, mehr Geld in die Produktion qualitativ höherwertiger Ballensilage zu investieren.

2. Ballensilage vs. Fahrsilosilage

Ballensilage ist auch für größere Betriebe interessant, wenn Wiesen gemäht werden müssen, um den Kühen Anschlussweiden bieten zu können. In diesem Fall wird von zwei oder drei Hektar Weide Ballensilage hergestellt, da es sich nicht lohnt, ein Fahrsilo anzulegen. Auf diese Weise steht den Betrieben auch gleich Kälberfutter für den Sommer zur Verfügung.

"Eine große Grasmiete würde bei diesen geringen Mengen warm werden und könnte dann nicht mehr verfüttert werden." Teilweise wird die Silage im Fahrsilo so heiß, dass man nicht einmal mehr mit der Hand hinein fassen kann. Nährstoffe werden bei diesen Temperaturen im Silo größtenteils zerstört.

3. Ballenherstellung

Die besten Erfahrungen haben die Linnewehs bei der Herstellung der Ballen mit einem zweiarmigen Wickelgerät gemacht. Die Ballen werden im Gegensatz zu einem einarmigen Gerät von allen Seiten gleichmäßig gezogen, zudem bleibt der Ballen ruhiger liegen und kann besser eingestretcht werden.

Grundsätzlich sollte der Ballen so wenig Luft wie möglich enthalten und nicht länger als acht Stunden liegen bleiben, da sich sonst Schimmel bildet.

4. Folienqualität und Lagerung

Das Lohnunternehmen Linneweh wickelt die Ballen grundsätzlich mit sechs Lagen Folie. Wenn die Silage sehr viele Brennnesseln enthält, sind acht Folienlagen empfehlenswert. "Wir haben die Erfahrung gemacht, dass es grundverkehrt ist, die billigste Folie zu verwenden", betont Lohnunternehmer Linneweh. Die Folie sollte zudem mindestens 25 Mikrometer dick sein.

Für die Lagerung empfiehlt der Lohnunternehmer, nicht mehr als drei Ballen übereinander zu stapeln und Mäuse und Vögel eventuell mit Netzen fernzuhalten. Um sich gegen Mäuse zu wehren, werden die Ballen am besten auf Kanthölzern oder Paletten gelagert, um Mardern, die die Mäuse fangen, möglichst viel Bewegungsfreiheit zu bieten.

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