Lohnunternehmer Peter Imholze über die Vorteile von Ballensilage bei der Pferdefütterung.

Die Deutschen sind große Pferdeliebhaber. Schätzungen zufolge leben in Deutschland mehr als eine Million Pferde, was eine Verdreifachung in den letzten 35 Jahren bedeutet. Aufgrund des hohen Freizeitwertes der Tiere entscheiden sich immer mehr Menschen für die Pferdehaltung. Unter Pferdehaltern wird häufig diskutiert, ob Heu oder Grassilage als Raufutter für die Tiere besser geeignet ist.

Peter Imholze aus dem niedersächsischen Schwaförden - im Kreis Diepholz etwa 40 Kilometer südlich von Bremen - führt gemeinsam mit seinem Bruder Rolf das Lohnunternehmen Imholze und produziert unter anderem Ballensilage zur Pferdefütterung. Das Lohnunternehmen wurde vom Großvater gegründet und ist seit etwa 60 Jahren im Familienbesitz. Mit vier Festangestellten und einigen Aushilfen bieten die Brüder Imholze eine breite Palette von Dienstleistungen für die Landwirtschaft an, die neben der Herstellung von Ballensilage auch Bodenbearbeitung, Aussaat und Pflege von Getreide, Raps und Mais und Getreideernte umfassen. Ab diesem Jahr bietet der Betrieb neben der Produktion der klassischen Rundballen auch Vierkantballen an. Im Maschinenpark befinden sich unter anderem Drescher, Rundballenpressen, Häcksler und Ladewagen. Zusätzlich dazu führt die Familie einen landwirtschaftlichen Betrieb mit Schweinemast. Beide Brüder haben eine landwirtschaftliche Lehre absolviert und Peter Imholze hat zusätzlich dazu die höhere Landbauschule besucht und einen Abschluss als Fachagrarwirt Landtechnik erlangt.

Silage in Ballenform hat sich für die Familie Imholze, die sowohl für Pferde als auch für Kühe Ballensilage produzieren, in mehrfacher Hinsicht als praktikablere Alternative zu anderen Futterarten wie Fahrsilosilage und Heu erwiesen. "Ballensilage ist im Gegensatz zu Heu nicht trocken und staubt deswegen nicht. Viele Pferdebesitzer weichen Heu vor der Verfütterung erst einmal in Wasser ein, um das Risiko von Stauballergien zu verhindern. Mithilfe von qualitativ hochwertiger Ballensilage können Atemwegserkrankungen bei Pferden, die oft unter chronischem Husten leiden, teilweise deutlich reduziert werden.", erklärt Peter Imholze. Hinzu kommt, dass die Heuernte einerseits stärker von Wetterrisiken betroffen ist und andererseits dazu noch arbeitsintensiver ist. "Heu sollte außerdem trocken gelagert werden. Für Ballensilage gilt dies nicht, so dass die Lagerung für die Tierhalter wesentlich unkomplizierter gehandhabt werden kann", so Imholze weiter.

Einfache Portionierbarkeit des Futters
Der größte Vorteil von Ballensilage in der Pferdefütterung besteht in der guten Portionierbarkeit des Futters. "Wir haben viele Betriebe und Pferdehalter als Kunden, die zwischen zwei und fünf Pferden besitzen. Ballensilage ist dafür sehr gut geeignet, da die einzelnen Portionen schnell aufgebraucht werden und dadurch wesentlich weniger Futter verdirbt. Aber auch für unsere Kunden, die bis zu 30 Pferden halten, ist Ballensilage eine preiswerte und effiziente Möglichkeit der Fütterung.", erläutert Imholze.
Hinzu kommt laut Peter Imholze, dass die Gefahr der Nacherwärmung bei Ballensilage bei weitem nicht so gegeben ist wie bei Fahrsilosilage. Die Nacherwärmung des silierten Futters führt nicht nur zu hohen Verlusten hinsichtlich Energie und Schmackhaftigkeit, eine dadurch begünstigte Schimmelbildung gefährdet zudem auch die Gesundheit der Tiere.
Schließlich verfügen viele Pferdehalter oft nur über relativ kleine Grasflächen, wodurch die Silageproduktion mit Hilfe von Fahrsilos aufgrund der kleinen Grasmengen keine praktikable Alternative darstellt.

Schnittzeitpunkt und Anzahl der Folienlagen
Pferde benötigen mehr holzartige Gräser und damit strukturreicheres Futter zur Verdauungsförderung und -regulierung als andere Tiere. Der erste Schnitt des Grases für die Ballensilage für Pferde findet bei Imholzes deswegen erst dann statt, wenn bereits der zweite Schnitt für Ballensilage für Kühe vorgenommen wird.
Hinsichtlich der Anzahl der Folienlagen empfiehlt Peter Imholze die Verwendung von sechs, besser noch von acht Lagen, um eine luftdichte Wicklung der Ballen, die für qualitativ hochwertige Silage erforderlich ist, sicherzustellen. Gerade weil Silage für Pferde mehr holzige Stängel beinhaltet als Silage für andere Tiere, sollten mehr Lagen gewickelt werden, um eine Beschädigung der Folien zu vermeiden. In Bezug auf die Folien ist außerdem wichtig, dass diese UV-beständig und reißfest sind. Hinsichtlich der Folienfarbe hat sich bei den Kunden der Imholzes dunkelgrün in verschiedenen Schattierungen durchgesetzt, da diese optisch am unauffälligsten sind und sich gut in die Landschaft einpassen.

Die richtige Lagerung der Ballen
Zur korrekten Lagerung der Silageballen empfiehlt Peter Imholze Folgendes: "Die Ballen sollten auf jeden Fall auf ihrer Stirnseite aufbewahrt werden. Dadurch sind sie leichter aufzulösen, da sie nicht so stark verformt werden." Zudem ist laut Imholze wichtig, dass die Ballen einzeln, d.h. nicht dicht gedrängt, gelagert werden, so dass sich keine Druckstellen oder Schimmel bilden können und kein Gasaustausch stattfinden kann. "Wir empfehlen zudem die Wicklung der Ballen am Ort der Lagerung, so dass kein Risiko von Beschädigungen aufgrund des ansonsten notwendigen Transports besteht. Durch die Verwendung von zusätzlichen Lagen Folie kann außerdem vermieden werden, dass die Ballen beschädigt werden."

< Zurück zum Frühjahr '08 Newsletter
< Zurück zur "Die Meinung der Experten" Übersicht

Zurück...