Vergleich der Wirkung der Anzahl Folienlagen auf Silagekonservierung, Verluste und Nährstoffqualität

Von Dr eng. Barbara Wróbel, Dr eng. Halina Jankowska-Huflejt

2007 gab Dow eine Studie am Institut für Neulandgewinnung und Grünlandwirtschaft (IMUZ) in Falenty, Polen, in Auftrag, um die Wirkung der Anzahl Folienlagen (2, 4, 6 bzw. 8 Lagen) auf Silagequalität, Trockenmasseverluste, Schimmelbefall und Nährwert von Silage zu untersuchen.

Methodik
Die Studie wurde unter Praxisbedingungen auf dem Versuchsbetrieb von IMUZ in Falenty durchgeführt. Silagen wurden aus einem ersten Schnitt einer im Mai 2007 gemähten Dauerwiese hergestellt. Das Gras konnte 24 Stunden lang welken, dann wurde es gerecht und zu Ballen gepresst. Der Trockenmasse (TM)-Gehalt der Grasnarbe betrug beim Silieren 460,5 g/kg.
40 Versuchs-Großballen (ca. 400 kg/Ballen) wurden hergestellt. Die Ballen wurden nach dem Transport zum Aufbewahrungsort mit 2, 4, 6 bzw. 8 Kunststofffolienlagen gewickelt. Verwendet wurde 500 mm breite Stretchfolie.
Nach drei Wochen Lagerung wurde jeder Ballen geprüft, um die Wirksamkeit des Foliensiegels festzustellen, indem im Ballen ein Vakuum erzeugt und die Zeit bis zum Druckabfall gemessen wurde.
Im November (190 Tage nach dem Silieren) wurden die Ballen geöffnet und umgehend auf Schimmelbefall geprüft. Von jedem Ballen wurde eine repräsentative Silageprobe zu Analysezwecken genommen. Der TM-Verlust der Silage wurde anhand des Unterschieds zwischen dem Trockenmassegewicht des silierten Grases und dem entsprechenden Gewicht der erhaltenen Silage geschätzt.

Ergebnisse
Die Anwendung einer unterschiedlichen Zahl von Folienlagen beeinflusste das Foliensiegel. In mit zwei Folienlagen gewickelten Ballen war das Siegel weniger effektiv. Die Erhöhung der Zahl Folienlagen verbesserte das Foliensiegel wesentlich: Bei Ballen, die in vier bzw. sechs Lagen gewickelt waren, dauerte es fünf bzw. sieben Mal so lange, bis wieder Luft eintrat, wie bei einer Wicklung mit zwei Folienlagen.

 Wirksamkeit des Foliensiegels  Schimmelbefall vs. Anzahl Folienlagen

Die Wirksamkeit des Foliensiegels beeinflusste den sichtbaren Schimmelbefall in Prozent der Ballenoberfläche. Bei Ballen, die in zwei Lagen gewickelt waren, wurde Schimmel auf 45% der Ballenoberfläche festgestellt. Erhöhte man die Zahl der Folienlagen, verringerte dies die Gefahr eines Lufteindringens und in der Folge den Schimmelbefall. Der durchschnittliche Befall bei Ballen mit sechs Folienlagen lag bei nur 9,5%, und bei Ballen mit 8 Lagen bei lediglich 1,5%.
 
Ein weiteres interessantes Ergebnis ist die wesentliche Verringerung von TM-Verlusten mit zunehmender Anzahl Folienlagen (von zwei bis acht). Die Anwendung von vier Folienlagen bewirkte dreimal niedrigere TM-Verluste als bei Wicklung mit nur zwei Lagen. Sechs Folienlagen führten zu zehnmal niedrigeren TM-Verlusten. Bei Ballen, die in acht Lagen gewickelt waren, wurden nur sehr geringe TM-Verluste festgestellt, in vielen Ballen betrugen sie quasi Null.

 

 TM-Verluste vs Anzahl Folienlagen  NH3-N vs Anzahl Folienlagen

 

Im Allgemeinen hatte die Anzahl Folienlagen keine bedeutende Wirkung auf die chemische Zusammensetzung der Silage. Nur die Konzentration an Buttersäure, Gesamtprotein und WSC (wasserlöslichen Kohlenhydraten) stieg wesentlich an, als die Zahl der Lagen von zwei auf acht stieg.
Bezüglich der Fermentationswerte in den Ballen mit einer größeren Zahl Folienlagen wurden keine bedeutenden Unterschiede festgestellt. Die Ammonium-, Milchsäure- und Essigsäurekonzentration nahm mit zunehmender Anzahl Folienlagen ab. Ferner wurde bei den Ballen mit einer höheren Anzahl Folienlagen ein Trend zu einer höheren Energiekonzentration - NEL (Netto-Energie-Laktation) festgestellt.

 Milchsäure vs Anzahl Folienlagen  WSC vs Anzahl Folienlagen

 

Folgerungen
Die Studie beweist, dass Wickeln von Silageballen in vier bis sechs Folienlagen eine bessere Sauerstoffsperre und in der Folge geringere Trockenmasseverluste in der Silage durch Hefe und Schimmel bewirkt. Ferner wird eine wesentliche Verbesserung der Qualität und des Nährwertes festgestellt, und bei der Verfütterung ist die Silage stabiler und einheitlicher. Die Daten bestätigen, dass die Anwendung von zwei Lagen Stretchfolie kein wirksames Foliensiegel auf den Ballen garantiert. Das beste Kosten-Nutzenverhältnis wurde bei sechs Folienlagen festgestellt.

Tabelle 1 - Wirkungen des Folientyps und der Anzahl Lagen auf Silage-TM-Verluste, Qualität und Nährwert

Untersuchte Parameter Anzahl Folienlagen
2 4 8
Foliensiegel
Druckabfall von 250 auf 150 kPa (s) 21.2 104.2 148.0 207.1
Druckabfall von 350 auf 250 kPa (s) 8.2 56.2 90.8 134.9
Sichtbarer Schimmelbefall und TM-Verluste:    
Schimmelbefall (% der Ballenoberfläche) 50.0 21.2 9.5 1.5 
TM-Verluste (%) 2.52 0.88 0.25 0.07
Trockenmassegehalt und chemische Zusammensetzung:    
Trockenmasse (g kg-1) 389  410 411  424
pH 4.87 4.95 4.81 5.09
NH3-N (g kg-1 Gesamt-N) 62.3 51.3 53.6 40.3
Milchsäure (g kg-1 TM) 41.7 38.1 42.3 29.9
Essigsäure (g kg-1 TM) 19.6 11.0 16.4 15.0
Buttersäure (g kg-1 TM) 0.11 0.23 0.22 0.86
Stabilität (Tage) 6.0 7.4 8.6 8.0
Nährwert:      
Gesamtprotein (g kg-1 TM) 123.8 130.7  130.6 118.0
WSC (g kg-1 TM) 136.1 139.1 129.1  159.5
Asche (g kg-1 TM) 73.3 68.5 78.1 67.7
NEL (MJ kg-1 TM) 5.55 5.60 5.63 5.82
Source: IMUZ Research

Dr. Barbara Wróbel und Dr. Halina Jankowska-Huflejt sind Forscherinnen am Institut für Neulandgewinnung und Grünlandwirtschaft in Falenty, Polen

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