Von PhD Cecilia Müller

In den letzten zehn bis zwanzig Jahren war ein wachsendes Interesse an der Verfütterung von Ballensilage und Heulage an Pferde festzustellen. Ballensilage und Heulage müssen aber innerhalb weniger Tage nach dem Öffnen verbraucht werden, um eine aerobe Verschlechterung des Futters zu verhindern. Konventionelle Großballen von Silage und Heulage, die etwa 400-800 kg Futter enthalten, können Betriebe und Ställe, die nur wenige Pferde halten, vor Probleme stellen, da der tägliche Futterverbrauch oft sehr gering ist. In der Tat haben 75 % der Pferdeställe in Schweden nur ein bis vier Pferde (Persson, 2005), was die Verwendung von Großballensilage oder Heulage erschwert. Ferner verfügen viele kleine Pferdeställe nicht über die für das Handling von Großballen nötige Ausrüstung. Daher sind Silage und Heulage in kleinen Ballen für die Pferdefütterung interessant.

Eine Schwierigkeit bei der Herstellung von Kleinballensilage und Heulage ist das Fehlen handelsüblicher Ausrüstungen, die sich für diese Art der Futterzubereitung eignen. Deshalb werden oft konventionelle Hochdicht-Heupressen für die Herstellung von Silage und Heulage in kleinen Quaderballen verwendet, die jeweils 30-70 kg wiegen. Trotz des Namens müssen Hochdicht-Heupressen oft modifiziert werden (z.B. Austausch von Knüpferhaken und/oder Nadeln), um in Silage- und Heulageballen eine ausreichend hohe Ballendichte (kg TM/m3) zu erzielen. Heuballen können und sollten porös sein, während eine hohe Porosität (= geringe Ballendichte) sowohl für Silage als auch Heulage nachteilig ist. Ferner kann die Handhabung von Kleinballen auf dem Feld während der Produktion sehr zeit- und arbeitsintensiv sein. Unter anderem machen es diese Faktoren schwierig, die Kultur im "Erntefenster" (bei einer Pflanzenreife, die der betreffenden Pferdekategorie den geeigneten Nährwert bringt) in Kleinballen zu ernten.

"Re-baling"-Methode: Eine stationäre Hochdicht-Heupresse wird mit bereits siliertem


"Re-baling"-Methode: Eine stationäre Hochdicht-Heupresse wird mit bereits siliertem.
Foto: C. Müller

Eine Lösung dieses Problems kann darin bestehen, die Kultur zu ernten und in konventionellen Rundballen zu silieren. Die Rundballen werden später geöffnet und zu kleinen Quaderballen verarbeitet. Auch diese Methode ist arbeitsintensiv, sie hat aber den Vorteil einer höheren Feldkapazität während der Ernte. Es ist auch zu erwarten, dass die konventionelle Hochdicht-Heupresse Ballen höherer Dichte erzeugt, weil das Erntegut bereits siliert ist und nicht so verdichtungsresistent ist wie frisches Gut. Ergebnisse eines Pilotversuchs (siehe unten) mit dieser "Re-baling"-Methode wiesen auf eine durchschnittliche Ballendichte von 198 kg TM/m3 hin.

Bei der "Re-baling"-Methode kommt das Silagegut außerdem in Kontakt mit Sauerstoff in der Umgebungsluft. Daher lautet die Frage, ob die hygienische Qualität und aerobe Stabilität des auf diese Weise zu neuen Ballen verarbeiteten Futters beeinträchtigt wird. Eine in den Jahren 2000 und 2001 von der Schwedischen Universität für Agrarwissenschaften durchgeführte Pilotstudie zeigte, dass "Re-baling" eine interessante Methode für die Herstellung von Kleinballensilage und Heulage sein kann, dass aber Großballen, die Hefe enthalten, für diese Methode nicht geeignet sind.

Ferner zeigten die Ergebnisse der Studie, dass sich die chemische Zusammensetzung von Silage und Heulage zwischen den ursprünglichen Großballen und den kleineren, nachträglich hergestellten Silageballen nicht unterschied. Die allgemeine mikrobielle Qualität wurde als gut befunden, und es wurden sehr geringe Mengen Clostridialsporen gefunden. Ferner war die Temperatur in den Kleinballen mindestens fünf Tage lang nach dem Öffnen stabil. Die in Kleinballen festgestellten Hefekonzentrationen waren aber im Allgemeinen und im Besonderen dann höher, wenn der ursprüngliche Großballen Hefekonzentrationen aufwies, die in einer mikrobiellen Analyse feststellbar waren (über log 1,7 CFU/g Frischfutter).

Die "Re-baling"-Methode kam auch in einem jüngeren Versuch zur Anwendung (Müller et al., 2008). Diese Studie verglich verschiedene Konservierungsmethoden für Futter (Heu, Heulage und Silage) und die Wirkung dieser Futterarten auf den hinteren Verdauungstrakt in Pferden. Heulage und Silagegut wurden bei dieser Studie in Großballen geerntet und nach sechs Monaten Lagerung zu kleinen Quaderballen verarbeitet. Unterschiede zwischen Groß- und Kleinballenfutter wurden bezüglich der Hefe- und Schimmelkonzentrationen festgestellt, die in dem zu Kleinballen verarbeiteten Futter höher waren. Doch wurde die allgemeine mikrobielle Qualität als gut befunden, und die Differenzen bei Hefe- und Schimmelkonzentration waren nicht sehr groß (von log 1,5 bis log 3,0 CFU/g Frischfutter im Fall von Hefe und von log 1,4 bis log 1,8 CFU/g Frischfutter für Schimmel). Allerdings sind eine weitere Validierung bestehender Daten und zusätzliche Studien über die "Re-baling"-Methode notwendig, um den Einfluss dieses Verfahrens auf die hygienische Qualität von Silage und Heulage zu verstehen. Ferner sollte nicht unerwähnt bleiben, dass beide oben erwähnten Versuche bei Umgebungstemperaturen unter 10°C durchgeführt wurden.

Fazit: Die "Re-baling"-Methode kann eine interessante Alternative für die Herstellung von Kleinballensilage und Heulage darstellen. Vorsicht ist aber geboten, weil das Futter, das auf diese Weise zu kleineren Ballen gepresst wurde, eine höhere Hefe- und Schimmelkonzentration aufweisen kann. Besonders wichtig ist, dass das Großballen-Silagegut, das für dieses Verfahren verwendet wird, eine sehr gute Hygienequalität aufweist, dass die Dauer der Sauerstoffexposition des Futters möglichst kurz ist und dass der Ort, an dem die kleineren Ballen gepresst werden, sauber gehalten wird.

Literaturhinweise:
Müller, C.E., von Rosen, D. and Udén, P. 2008. Effect of forage conservation method on microbial flora and fermentation pattern in forage and in equine colon and faeces. Livestock Science, In Press. Doi: 10.1016/j.livsci.2008.03.007
Persson, P. 2005. Kartläggning och analys av hästverksamheten i Sverige (auf Schwedisch). Rapport, samordningsenheten. Jordbruksverket, Jönköping. ISSN 1102-3007

PhD Cecilia Müller arbeitet im Department of Animal Nutrition and Management an der Schwedischen Universität für Agrarwissenschaften, Uppsala. Sie nimmt Forschungs- und Lehraufträge im Bereich der Futterproduktion und Verwendung für Pferde wahr.

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