Raymond Jones
Livestock Systems and Integrated Land Use, IGER, Aberystwyth, Wales

Forschungsarbeiten am Institute of Grassland and Environmental Research (IGER) haben gezeigt, dass Großballensilage das Potenzial besitzen, hochwertige Protein- und Energie-Futterpflanzen zu konservieren. Tatsache ist, dass die Herstellung von Grassilage in Form von großen Rund- oder Quaderballen wesentlich zugenommen hat und fast 30% der gesamten in Großbritannien hergestellten Silage ausmacht. Parallel zu dieser Veränderung im Erntesystem bestand für britische Betriebe auch die Notwendigkeit, ihre Abhängigkeit von importierten teuren Proteinkonzentraten zu verringern und eigenes proteinreiches Futter wie Rotklee, Luzerne und Lupinen herzustellen. 

Oftmals herrscht die Meinung vor, dass Großballensilage teurer ist als Flach- oder Fahrsilosilage. Diese Meinung kann sich aber als falsch erweisen, wenn alle Kosten berücksichtigt werden. Ökonomische Vergleiche zwischen Ballen- und anderen Silagesystemen in Forschungseinrichtungen in Irland und Wales haben wiederholt auf nur geringe Unterschiede in den Kosten der Herstellung von Grassilage (£/t TM) mit Flachsilo oder Großballen hingewiesen.  Dieses Detail muss unbedingt beachtet werden, um niedrige Kosten für Ballensilage beizubehalten. Das Erntegut sollte in optimaler Qualität zu Ballen verarbeitet werden, die Ballen müssen schnell nach der Herstellung gewickelt werden (innerhalb von vier Stunden), für protein- (Rotklee, Luzerne und Lupinen) und energiereiche Kulturen wie Getreide sollten sechs Folienlagen verwendet werden. Zudem sollten die Ballen einlagig und vor Ungeziefer und Vögeln geschützt gelagert werden.

Die Tabellen 1 und 2 veranschaulichen die Wirksamkeit der Verwendung von sechs Folienlagen zur Konservierung von Klee- und Luzernesilage unter Aufrechterhaltung eines geringen Proteinabbaus und guter Verdaubarkeit selbst nach Anwelken von Rotklee und Luzerne bis zu 75 Stunden.

Tabelle 1. Wirkung des Anwelkens auf die chemische Zusammensetzung von Rotklee- und Luzerne-Ballensilage (g/kg TM sofern nicht anders angegeben)

27 Std. Welken 51 Std. Welken 75 Std. Welken
Rotklee TM (g/kg)

263

420 521
pH 4.12 4.24 4.65
NH3-N (g/kg TN) 54 32 28
CP 226 235 229
DOMD 744 746 752
Luzerne DM (g/kg) 402 594 625
pH 4.42 4.70 5.13
NH3-N (g/kg TN) 40 19 18
CP 251 250 256
DOMD 691 686 698

CP = Crude Protein
DOMD = Dry Organic Matter Digestibility

Tabelle 2. Chemische Analyse von Lupinen-Ballensilage (g/kg TM sofern nicht anders angegeben)

Ganzpflanzen-Ballensilage Sorte
Borweta Bordako
DM (g/kg) 205 267
pH 3.92 4.08
NH3-N (g/kg TN) 76 49
CP 206 193
DOMD 700 660

Lupinus angustifolius (blaue Lupinen) = Borweta und Bordako

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