Der Anbau und das Silieren protein- und energiereicher Kulturen im eigenen landwirtschaftlichen
Betrieb bringen zahlreiche Vorteile.  Landwirte erhalten dadurch eine bessere Kontrolle über die Futtermittelkosten im Herbst und Winter. Zudem zeigt die Forschung , dass verschiedene Futterkulturen  beispielsweise die Futteraufnahme erhöhen und
die Produktionsreaktion verbessern. 

Rotklee Ballen in einem Feld

Rotkleesilage hat mehr und höherwertiges Protein als Gras – es besteht aber die Auffassung, Rotklee sei schwierig zu silieren. Gemäß dem Institute of Biological, Environmental and Rural Sciences (IBERS) – Mitglied des neuen Silage Advisory Centre (SilAC), das gegründet wurde, um die Vorteile der Ballensilage als modernes Instrument für die Grünland- und Futterkulturwirtschaft zu propagieren – lässt sich aber hochwertige Rotkleesilage erfolgreich in Fahrsilos oder Ballen mit geringem Unterschied zwischen den beiden Varianten bezüglich Proteinkonservierung, Trockenmasseaufnahme und in vivo-Verdaubarkeit herstellen.  Die Ballensilage kann jedoch für Landwirte mit einem kleineren Prozentsatz an Rotklee als Gras von besonderem Interesse sein, wie Dr. Dave Davies, Silage-Forscher beim IBERS, erklärt:

Rotklee

"Wenn Klee zusammen mit Gras in großen Fahrsilos siliert wird, geht der Klee ‘verloren’ und kann nicht mehr genau verfüttert werden. Ballen ermöglichen einen genauen Kleeanteil im Futter, d.h. die Silage lässt sich leicht identifizieren und in der gewünschten Menge verfüttern. So kann die Abwägung zwischen Silageertrag und optimaler Ernährung für die Winterfütterungszeit angepasst werden."

Wenn also die Vorteile klar auf der Hand liegen, warum sind dann noch nicht mehr Landwirte zur Herstellung von Kleesilage in Ballen übergegangen?

Rotklee Protein Chart

"Rotklee gilt seit jeher als schwer zu silieren, weil es einen geringen Anteil wasserlöslicher Kohlenhydrate hat, die von Milchsäurebakterien für die Fermentation zu Milchsäure und zur Konservierung des Futters verwendet werden", erklärt Dr. Davies. "Außerdem verleiht die höhere Proteinkonzentration der Kultur die natürliche Fähigkeit, den pH-Rückgang zu hemmen, der bei der Produktion von Milchsäure eintritt, was bedeutet, dass mehr Säure benötigt wird, um den pH-Wert auf das gewünschte Niveau zu senken."

[German translation of terms in the table entitled “Comparison of protein-N content…

Vergleich des Protein-N-Gehaltes zwischen unbehandelter und beimpfter Silage

Rotklee-Protein – N

Protein-N g/kg TM

Unbehandelt

 beimpft

Zur Lösung solcher Probleme rät das SilAC:

  • Schneiden, wenn die Kultur in der Mitte der Blüte ist; Mäher dazu hoch genug einstellen – zwischen 6 und 9 Zentimeter, je nach Bodenbedingungen, um eine Erdkontamination des Erntegutes zu verhindern;
  • Das Erntegut in einem breiten Schwad lassen, um die Welke zu beschleunigen;
  • Maximal 48 Stunden mit minimaler mechanischer Bewegung welken lassen, um eine Beschädigung der Blätter und Ernteverluste zu minimieren (was die Proteinqualität verringern kann);
  • Mit einem Impfstoff silieren, der homofermentative Milchsäurebakterien enthält, um die schnelle und erfolgreiche Fermentation und einen höheren Proteingehalt zu fördern.

Norbert Schulze, Silage Marketing Manager von Dow, Gründungsmitglied des SilAC, fügt hinzu, dass die Ernte mit einer Ballenpresse zum Häckseln des Erntegutes Vorteile bringt, ebenso wie das Wickeln der Ballen am Lagerort. "Durch das Häckseln  bleiben mehr Nährstoffe in der Silage erhalten, weil eine starke Verdichtung in den Ballen Sauerstoff schneller entfernt und den Fermentationsprozess beschleunigt", erklärt er. "Ferner reduziert das Wickeln der Ballen mit sechs Lagen hochwertiger Folie die Gefahr, dass ‘stieliges’ Material die Folie durchstößt, wodurch Sauerstoff in die Ballen eindringen und die Silage zerstören kann."

< Zurück zum Newsletter Winter 2010
< Zurück zur Silage Forschung Übersicht

Zurück...