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Die Ergebnisse der jüngsten Studie der schwedischen Universität für Agrarwissenschaften zeigen, dass es einfacher ist, einen für gute Silagequalität geeigneten Trockenmassegehalt zu erhalten, wenn die gemähte Kultur zum Vorwelken weit gezettelt wird. Materialien und Methoden
Die Kultur, bestehend aus Wiesenschwingel, Wiesenlieschgras, Rotklee und Löwenzahn (50/40/5/5) wurde am 7. Juni 2007 um 15.00 Uhr geschnitten. Später regnete es leicht (2-4 mm, so dass der TM-Gehalt geringfügig zurückging – stärker auf der gezettelten als auf der geschwadeten Fläche. Am nächsten Tag war das Wetter sonnig, teilweise bewölkt, kein Regen. Beide Kulturen blieben auf dem Feld unberührt, bis 40% TM erreicht waren. ErgebnisseDie gezettelte Kultur erreichte 40% TM um rund 16.00 Uhr am 8. Juni. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Kultur in Schwaden nur rund 30% TM. Jetzt begann das Pressen der Rundballen. Kurz zuvor war das gezettelte Erntegut geschwadet worden, und die TM-Messung wurde am Abend fortgesetzt, bis die Ernte um 22 Uhr beendet war. Der Trocknungsprozess geht aus Bild 4 hervor.
Die gezettelte Kultur erreichte 40 % TM schneller, und ihre TM-Schwankung war wesentlich niedriger. Bild 5 zeigt, wie die dünnere gezettelte Kultur in ihrem TM-Gehalt zwischen unterer und oberer Schicht viel weniger variierte.
Als das Erntegut auf Schwaden 24 Stunden nach dem Mähen einen mittleren TM-Gehalt von 30 % hatte, wies die obere Schicht 40 % TM auf, die untere aber nur 20 % TM. Wie ist es um die Silagequalität bestellt?Das Silieren der Rundballen begann, als das gezettelte Erntegut 40% TM aufwies. Zu jenem Zeitpunkt war der TM-Gehalt im geschwadeten Erntegut nur 30%. Die resultierende Silagequalität unterschied sich wesentlich – wie bei den unterschiedlichen TM-Gehalten zu erwarten war. Das gezettelte Gras ergab eine gute Silagequalität, während das geschwadete Erntegut zu einer Silage mit doppelt so viel Ammoniak und einer hohen Konzentration an Buttersäure führte. Der TM-Verlust war bei der geschwadeten Silage doppelt so hoch und die Ballendichte war in der gezettelten Silage 30% höher. Tabelle 1 zeigt die Parameter der Silagequalität.
KostenaspekteMit Zetteln anstelle von Schwaden war es möglich, innerhalb von 24 Stunden trotz etwas Regen hochwertige Silage herzustellen. Zetteln ist aber arbeitsintensiver, weil man einmal mehr über das Feld fahren muss, um das gezettelte Erntegut direkt vor dem Pressen der Rundballen zu schwaden. Tabelle 2 zeigt die Kosten der zwei Methoden. Tabelle 2 zeigt, dass beim Zetteln fast doppelt so viel Arbeit anfällt wie beim Schwaden und dass man durch das Pressen eines trockeneren Erntegutes Zeit gewinnen kann, da sich Ballen mit einem höheren TM-Gehalt schneller und effizienter herstellen lassen.
Folgerungen und DiskussionDurch Zetteln der Kultur in einer dünnen Lage wird der Welkprozess beschleunigt. Dieser Versuch hat auch gezeigt, dass der Zeitpunkt der Silageherstellung (d.h. am gleichen Tag oder einen Tag später) eine bedeutende Wirkung haben kann. Wenn Regen anhält, kann der Silierprozess um einen Tag verschoben werden. Dies erklärt, dass man bei der Herstellung von Silage mit einem geringen Trockenmasseanteil auch eine geringe Silagequalität erhält. Die Anwendung der Zetteltechnik wird oft kritisiert, weil sie arbeitsintensiver ist und einen zusätzlichen Schwadgang vor der Silageherstellung verlangt. Die zusätzliche, für das Zetteln benötigte, Arbeit nimmt etwa gleich viel Zeit in Anspruch wie das Mähen, doch ist die Maschine billiger und der Dieselverbrauch niedriger. Rechnet man mit einem Lohnunternehmersatz von 800 Schwedischen Kronen (SEK1) oder 86,13 EUR/h für das Mähen und 700 SEK oder 75,37 EUR/h für das Schwaden sowie mit einem Ertrag von 4 500 kg TM pro Hektar, dann kostet das Zettelsystem 7,30 SEK oder 0,79 EUR pro 100 kg TM (4,0 + 3,3 SEK) oder (0,43 +0,36 EUR) im Vergleich zu 5,3 SEK oder 0,57 EUR per 100 kg TM (5,3 + 0 SEK) oder (0,57 + 0 EUR) für das Schwadsystem unter Verwendung der in diesem Versuch gemessenen Kapazitäten. Wenn das Ergebnis darin besteht, dass 40% Rundballen aus der gezettelten Kultur und 30% aus der geschwadeten Kultur hergestellt werden, dann sind die Kosten für die Herstellung der Rundballen im gezettelten System niedriger. Bei einem Lohnunternehmersatz von 1 200 SEK/h oder 129,19 EUR/h betragen die Kosten 12 SEK oder 1,29 EUR/100 kg TM für Ballen aus der gezettelten Kultur und 17 SEK bzw. 1,83 EUR/100 kg TM für Ballen aus der geschwadeten Kultur. Die Gesamtkosten der Ernte und Lagerung der Silage in diesem Versuch wären demzufolge 19 SEK oder 2,04 EUR/100 kg TM für die Zetteltechnik und 22 SEK bzw. 2,37 EUR/100 kg TM für die Schwadtechnik. Als allgemeine Folgerung lässt sich festhalten, dass es mit der Zetteltechnik einfacher ist, einen für gute Silagequalität zufrieden stellenden TM-Gehalt zu erreichen. Auch die Mehrkosten für die Zusatzarbeit werden durch die potenziellen Gewinne mehr als kompensiert. 1 SEK= about 0.11 EUR (http://www.xe.com/ucc/) Ein Versuch an der Abteilung für Tierhaltung und Ernährung, Schwedische Universität für Agrarwissenschaften, Uppsala, Schweden. |
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