Verwendung von Silageadditiven beim Silieren von Gerste und Weizen: Vergleich von großen Rundballen und präzisionsgehäckselte

Martin Knický & Per Lingvall
Swedish University of Agricultural Sciences (SLU), Department of Animal Nutrition and Management, Kungsängen Research Centre, SE – 753 23 Uppsala. Email: Martin.Knicky@huv.slu.se

Einleitung

Die zunehmende Verwendung von Ganzpflanzengetreide als Ergänzungsfutter hat die Frage aufgeworfen, wie man dieses Futter effizient konservieren kann, um eine hohe hygienische Qualität zu erreichen. Es ist bekannt, dass das Silieren ganzer Getreidekulturen oft zu Silagen mit hohen Konzentrationen von Buttersäure führt (Weissbach & Haacker, 1988). Ferner gibt es immer noch Probleme mit schlechter aerober Stabilität trotz der Verwendung von Milchsäurebakterien (Filya et al, 2000). Ziel dieser Studie war es daher, verschiedene Arten von Additivmischungen zur Verbesserung des Fermentationsprozesses und der aeroben Stabilität in präzisionsgehäckselter Silage und Ballensilage zu untersuchen.

Materialien und Methoden

Die Frühjahrsgerstensorte und Weizenherbstsorte wurden im Teigstadium geerntet (42% TM). Das Erntegut wurde zu Ballen verarbeitet und mit 12 Lagen weißer Stretchfolie gewickelt (Breite: 750 mm, Dicke: 0,025 mm) oder auf die Größe von 2 cm gehäckselt (4,5 l PVC Silo). Die folgenden Silageadditive wurden verwendet: C:Kontrolle; KU:Nitrit, Hexamin, Na-Benzoat, Na-Propionat; P1:42.5% Ameisensäure, 20.5% Propionsäure, Ammoniak; P2:22.4% Ameisensäure, 41% Propionsäure, Ammoniak; LAB1: Milchsäurebakterien, Saccharose; LAB2: Milchsäurebakterien, Zellulose, Na-Benzoat. Die Additive wurden in der Dosis von 4 l/t Frischfutter verwendet. Jede Behandlung umfasste drei Replikate.

Ergebnisse

Die Additivbehandlungen erhöhten die Fermentationsrate in beiden gehäckselten Silagen und führten zu einem wesentlichen Rückgang des pH-Wertes im Vergleich zu den Kontrollen (Tabelle1). Die Buttersäurekonzentration wurde durch Anwendung von Silageadditiven in beiden gehäckselten Silagen infolge der Einschränkung des Clostridial-Wachstums gesenkt. Die Siliermerkmale von gehäckselter Gerstensilage spiegelten sich aber nicht durch aerobe Stabilität wider, im Gegensatz zu gehäckselter Weizensilage. Die Behandlungen LAB1 und LAB2 erhöhten die Fermentationsrate sowohl in Gerste- als auch Weizenballen, aber nur LAB2 Silagen wiesen eine höhere aerobe Stabilität auf. Die Behandlungen P1 und P2 verbesserten die Stabilität von Weizenballen, doch war der pH-Wert nur in Behandlung P1 wesentlich niedriger. TM-Verluste wurden bei allen Additivbehandlungen signifikant reduziert.

Tabelle 1: Siliereigenschaften von Gerste und Weizen.

Futterpflanze Behandlung LSD0.05
C KU LAB1 LAB2 P1 P2
Gerste Silo pH 5.0 4.5 3.9 4.0 4.3 4.3 0.1
Buttersäure (%) 2.00 0.03 0.03 0.03 0.03 0.03 0.07
Stabilität (Tage) 6.5 6.5 1.9 1.1 4.5 2.8 0.8
Ballen pH 5.1 5.3 4.0 4.3 5.1 5.4 0.3
Buttersäure (%) 0.05 0.03 0.03 0.03 0.06 0.03 0.02
Stabilität (Tage) 1.3 4.8 1.2 4.8 1.7 2.2 2.5
Weizen Silo pH 4.7 4.4 3.9 3.9 4.1 4.3 0.1
Buttersäure (%) 1.13 0.03 0.03 0.03 0.03 0.03 0.1
Stabilität (Tage) 6.5 6.5 6.1 6.5 6.5 6.5 0.5
Bale pH 5.1 5.2 4.0 4.0 4.9 5.0 0.2
Buttersäure (%) 0.03 0.03 0.03 0.03 0.03 0.03 0.02
Stabilität (Tage) 2.6 4.7 2.3 5.8 6.1 5.6 2.6

Folgerungen

Silageadditive verbesserten die Silagequalität in Weizen effektiver. Bakterielle Impfmittel (Inokula) waren besonders wirksam bei der Verbesserung der Silagefermentation, vorwiegend in Ballensilagen, aber nur LAB2 mit Na-Benzoat verbesserte die Stabilität der Ballen. Die Anwendung von 4 l/t P1 und P2 war nicht zufriedenstellend, um die Qualität von Gerstenballen zu verbessern. KU scheint in beiden Futtermitteln unabhängig vom Silagetyp am besten anwendbar zu sein.

Literaturhinweise

Filya, I., Ashbell, G., Hen, Y., Weinberg, Z.G., 2000. The effect of bacterial inoculants on the fermentation and aerobic stability of whole crop wheat silage. Anim. Feed Sci. Technol. 88, 39-46.

Weissbach, F., Haacker, K., 1988. On the causes of butyric acid fermentation in silages from whole crop cereals. Das wirtschaftseigene Futter 3, 88-99.

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