Was sollte der Endverbraucher bei der Wahl der Stretchfolie beachten und wie kann er die Qualität beurteilen?

Dr. Thaysen von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein gibt hilfreiche Tipps

Horgen, Schweiz - 12 April 2011

Bei der Herstellung von Ballensilage sorgt die Verwendung hochwertiger Stretchfolie für einen reibungslosen Wickelprozess und gute Silagequalitäten. Da die meisten Folienhersteller in Deutschland ihre Produkte momentan nicht DLG prüfen lassen, haben die Lohnunternehmer und Landwirte kein offizielles Gütezeichen, an dem sie sich orientieren können, sondern müssen die Zuverlässigkeit der Stretchfolien selbst beurteilen.

Für das Wickeln von Rund- und Quaderballen werden Stretchfolien aus linearem Polyethylen niederer Dichte (PE-LbD) mit Nenndicken zwischen 15 bis 25 μm verwendet. „Eine Qualitätsfolie zeichnet sich durch gute physikalische Eigenschaften aus, wie beispielsweise gutes Dehnungsniveau, gute Haftung und Widerstandsfähigkeit gegen Durchstoßen. Sie müssen undurchdringlich für Luft und Feuchtigkeit sowie UV beständig sein“, erklärt Peter Sandkuehler, Leiter des Bereichs Technologie für Stretchfolien bei Dow. Dow ist ein Hersteller von Polyethylen-Granulaten, die von führenden Agrarstretchfolienherstellern verwendet werden. Die Folien für Ballensilage sind in verschiedenen Farben erhältlich. Bei der Farbwahl ist zu beachten, dass weiße und hellgrüne Folien unter verschiedensten Voraussetzungen einsetzbar sind. Falls schwarze Folie verwendet wird, sollte darauf geachtet werden, dass das Ausgangsmaterial eine gute Silierfähigkeit hat und die Ballen nur für kurze Dauer direkter intensiver Sonneneinstrahlung (z.B. Herbst Silage oder Lagerung unter Dach) ausgesetzt werden. Laut Dr. Thaysen sollte die Zahl der Folienlagen so hoch sein, dass sich, errechnet aus der Nenndicke, eine Gesamtlagendicke von mindestens 100 μm ergibt. Die Streckung der Folie sollte nicht mehr als 80 Prozent betragen. Bei schwierigen Bedingungen, wie zum Beispiel der Konservierung von stängeligem Gut, hohem TM-Gehalt oder langer Lagerzeit, ist zudem eine höhere Lagenzahl bzw. Gesamtlagendicke erforderlich. „Die Verwendung von mindestens sechs oder mehr Folienlagen beim Wickeln von Ballen bringt zudem eine messbare Qualitätsverbesserung. Denn Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass die Erhöhung der Anzahl der Folienlagen die Gefahr von Lufteintritt, Silagetrockenmasseverlusten und Schimmelwachstum verringert und einen höheren Nährwert gewährleistet.“, so Peter Sandkuehler.

Bei einem Wechsel der Marke oder des Lieferanten von Stretchfolie wird häufig die Frage gestellt, ob die Folienqualität den Anforderungen eines guten, dauerhaften Luftabschlusses für die Lagerungszeit von mindestens einem Jahr entspricht. Eine vollständige Überprüfung aller möglichen Kriterien von der Reißdehnung über die Gasdurchlässigkeit bis hin zur UV-Beständigkeit kann nur eine professionelle DLG-Prüfung unter Laborbedingungen ergeben. Aber es gibt auch Kriterien, die jeder Anwender selbst überprüfen kann. Dr. Thaysen von der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein gibt folgende praktische Tipps:

Materialbeschaffenheit

Nur unbeschädigte Verpackungseinheiten sollten aufgrund eines ansonsten möglichen schädlichen UV-Einflusses verwendet werden. Die Folien können auf der Rolle und nach einem Testwickeln optisch auf eine gleichmäßige Einfärbung - frei von Schlieren und Poren - geprüft werden. Falls bei glatten Folienbahnen Schlieren oder Poren auftreten, ist das ein Hinweis auf mögliche unerwünschte Regeneratanteile in der Folie. Solche “Folienqualitäten” sollten nicht verwendet und daher zurückgegeben werden.

Klebkraft

Auch die Klebkraft kann nach einem Testeinsatz in einem gewissen Maße ermittelt werden. Dazu wird mechanisch das Haftvermögen der Stretchfolie an einem Ballen überprüft. Die Folienbahnen sollten sich nicht leicht ablösen lassen.

Reißfestigkeit

Dieses Kriterium ist bei einer maximalen Strechung von 80 Prozent ebenfalls beim Testeinsatz zu ermitteln. Optimal wäre der Reißtest bei Umgebungstemperaturen von mehr als 20° C durchzuführen, da die Reißfestigkeit direkt proportional zur Temperatur geringer wird.

Dow, Hersteller von DOWLEXTM Polyethylen-Granulaten, die von führenden Agrarstretchfolienherstellern verwendet werden, stellt auf www.dow.com/silage/de eine große Auswahl an Informationen, praktischen Tipps, Beiträgen von Experten, Trends und Anwenderbeispielen zum Thema Ballensilage zur Verfügung. Dort kann auch der eNewsletter „Silage Insights" kostenlos abonniert werden, der aktuelle Informationen rund um das Thema Ballensilage bietet.

Über Dow

Dow ist ein diversifiziertes Chemieunternehmen, das Wissenschaft und Technologie mit dem „Element Mensch“ kombiniert, um kontinuierlich zum Fortschritt der Menschheit beizutragen. Das Unternehmen liefert seinen Kunden in rund 160 Ländern eine breite Palette von Produkten und Dienstleistungen und verbindet dabei Chemie und Innovation mit den Prinzipien der Nachhaltigkeit. Dadurch ermöglicht Dow die Bereitstellung von sauberem Trinkwasser, Nahrungsmitteln und Medikamenten genauso wie die Herstellung von Farben, Verpackungen oder Körperpflegeprodukten. 2008 erzielte Dow einen Umsatz von 57,4 Milliarden US-Dollar und beschäftigte etwa 46.000 Mitarbeiter weltweit. Das Unternehmen hat 150 Produktionsstandorte in 35 Ländern und stellt ungefähr 3.300 Produkte her. Am 1. April 2009 übernahm Dow die Rohm and Haas Company, ein global tätiges Spezialchemieunternehmen mit einem Umsatz von 10 Milliarden US-Dollar im Jahr 2008, 98 Produktionsstandorten in 30 Ländern und etwa 15.000 Mitarbeitern weltweit. "Dow“ bzw. das „Unternehmen“ stehen für „The Dow Chemical Company“ oder deren verbundene Unternehmen, sofern nicht ausdrücklich anderweitig vermerkt. Weitere Informationen über Dow finden Sie unter www.dow.com.


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