Wasser ist Leben

Meeresforscher Jean-Michel Cousteau in Aktion

Seit geraumer Zeit unterstützt Dow die Arbeit des Meeresforschers und Umweltschützers Jean-Michel Cousteau, der damit das Lebenswerk seines Vaters Jacques Cousteau fortsetzt. Dieser hatte bereits vor Jahrzehnten weltweite Berühmtheit als Meeresforscher erlangt. Um die Aufmerksamkeit für den Zustand der Meere und das Anliegen eines besseren Schutzes noch effizienter einer breiten Öffentlichkeit nahe zu bringen, hat Jean-Michel Cousteau die Organisation „Ocean Future Society“ gegründet, die mit Unterstützung zahlreicher Förderer weltweit aktiv ist.

Dass sich auch Dow an der Arbeit dieser Organisation beteiligt, ist kein Zufall, denn der Zustand der Weltmeere beeinflusst direkt Wasserversorgung und Klimawandel – und auf beide Themen richtet auch Dow im Rahmen seiner neuen Nachhaltigkeitsziele besonderes Augenmerk. Im Interview befragten wir Jean-Michel Cousteau nach der Bedeutung des Meeresschutzes und nach seinen Erfahrungen in der Kooperation mit Dow.

Welche Bedeutung haben die Weltmeere für den Menschen?

Die Ozeane sind die elementare Grundlage unseres Lebens. Sie bedecken 72 Prozent unseres Planeten. Man kann ihre Bedeutung leicht zusammenfassen: Gutes Wasser – gutes Leben, schlechtes Wasser – schlechtes Leben, kein Wasser – kein Leben.

Was kann man aus der genauen Beobachtung von Unterwasserwelten lernen?

Durch die Beobachtung und Erforschung der globalen Ozeane können wir wesentlich den Zustand unserer Erde ablesen. Wir sehen die Effekte der Verschmutzung, der globalen Erwärmung und der Dezimierung der Arten in den Ozeanen. Wir können aber auch Hoffnung schöpfen durch Substanzen, die in den Unterwassergebirgen und Korallenriffen gefunden werden und die Heilung von Krebs, Krankheiten und Leid versprechen. Allerdings wissen wir über die Ozeane der Erde weniger, als wir über die toten Seen auf dem Mars wissen. Es ist traurig. Nur ein Prozent unserer Ozeane ist bisher erforscht worden.

Welche Erkenntnisse aus den Unterwasserwelten des Pazifik sind auf unsere Meere rings um Europa übertragbar?

Auch wenn die Herausforderungen in den verschiedenen Teilen der Erde variieren, so handelt es sich doch nur um einen Ozean. Globale Erwärmung, von Menschen in Ökosysteme eingeschleppte fremde Spezies, Verschmutzung und andere menschliche Einflüsse kennen keine Grenzen.

Welche Probleme bedrohen Fauna und Flora in unseren Meeren am meisten?

Die globale Erwärmung und die Nutzung der Ozeane als Abfalltonne durch die Menschen sind die zentralen Probleme. Abwässer mit Schadstoffen und Schwermetallen, welche mit den Flüssen ins Meer gelangen, zerstören Lebensräume und schaffen „tote Zonen”, wo maritimes Leben stirbt. Die größte Bedrohung stellen jedoch einwandige Tanker dar, die keine weitere Sicherung gegen den Verlust von Öl und Chemikalien haben, wenn die Hülle beschädigt wird.

Überfischung und Artensterben?

Nur noch zehn Prozent der ursprünglich vorhandenen großen Fischschwärme im offenen Wasser sind übrig geblieben. Rund um die Welt hat sich die Anzahl der Arten enorm verringert. Wir müssen bessere Konsumenten werden. Denn die Fischindustrie wird uns liefern, was wir verlangen. Daher müssen wir eine nachhaltige Fischereiwirtschaft verlangen.

Mit welchen Aktivitäten oder Aktionen ist die Ocean Future Society in Deutschland präsent?

Die Ocean Future Society steht im ständigen Dialog mit Politikern und Umweltexperten aus Deutschland und arbeitet auch immer wieder mit den Medien zusammen. Wir haben in Europa aktuell Programme zur Umwelterziehung in Frankreich, Italien und Griechenland. Und wir erarbeiten zur Zeit gemeinsam mit Dow ein Programm für Schüler in Brasilien. Dies soll dann als Modell für künftige Initiativen in Deutschland und anderswo dienen. Dieses Programm haben wir „Botschafter für die Umwelt” genannt. Mehr dazu finden Sie auf unserer Webseite www.AOTE.org. Wir haben außerdem eine Fernsehserie produziert, die sich mit einem breiten Themenspektrum befasst. Wir hoffen, dass sie auch bald in Deutschland gesehen werden kann.

Wie beurteilen Sie die Kooperation mit Dow?

Unser Engagement hat zu einer großartigen Partnerschaft geführt, die von gegenseitigem Vertrauen geprägt ist. Noch vor Jahren haben Umweltschützer nie mit der Industrie gesprochen. Sie bestreikten und protestierten und nichts geschah. Heute führen wir einen Dialog mit Dow und anderen Unternehmen und lernen, was aus Sicht der Industrie machbar ist. Umgekehrt ermutigen wir Dow, die Dinge auch aus anderen Perspektiven zu betrachten.

Wo liegt das gemeinsame Interesse der Ocean Future Society und Dow?

Wir alle leben auf diesem Planeten. Auch die Mitarbeiter von Dow sind Menschen, die eine viel versprechende Zukunft haben wollen. Sie wollen Probleme lösen und sich engagieren. Und ich kann Ihnen aus persönlicher Erfahrung sagen: Sie tun dies bereits.

Wie beurteilt die Ocean Future Society das Engagement von Dow hinsichtlich der 2015-Ziele?

Das sind ambitionierte, aber erreichbare Ziele. Zusammen mit Dow arbeiten wir daran. Ich will diese Ziele in jeder Weise unterstützen. Und ich sage den Menschen auf der Welt, dass Dow sich verpflichtet hat, unsere gemeinsame Welt zu verbessern.

Insbesondere das Thema Wasser ist mir wichtig. Wasser ist – zusammen mit Luft – die zentrale Substanz, ohne die das Leben endet. Dow verwendet viel Energie darauf, seine Verantwortung für sauberes Trinkwasser ebenso wie für saubere Ozeane wahrzunehmen. Die Probleme sind komplex, daher müssen wir auch deren Lösung auf vielen Feldern parallel verfolgen.