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Werk Stade

Intelligente Bauprodukte für Profi und Heimwerker

Maschinenputz auf Gipsbasis erhält seine guten Verarbeitungseigenschaften durch METHOCEL TM.
Maschinenputz auf Gipsbasis erhält seine
guten Verarbeitungseigenschaften
durch METHOCEL™.

Viele Bauarbeiten, die früher nur Fachleute beherrschten, können Heimwerker heute selber verrichten, selbst wenn sie keine “begnadeten” Handwerker sind. Ob Dispersionsfarben, Fliesenkleber oder fertige Putzmischungen, zahlreiche Halbfertigprodukte aus dem Baumarkt helfen ihnen dabei. Das Verstreichen von Wandfarben oder das Ansetzen von Putz ist fast zum Kinderspiel geworden. Aber auch Fachleuten gibt die Baustoffindustrie zahlreiche Produkte an die Hand, die die Qualität und Effizienz von Bauarbeiten deutlich verbessern – wie zum Beispiel Maschinenputze. Diese und viele vergleichbare Produkte verdanken ihre verarbeitungsfreundlichen Eigenschaften vor allem einem Zusatzstoff - der Methylcellulose und verwandten Substanzen. Bereits in kleinsten Mengen zugesetzt, reguliert sie den Wasserhaushalt in den Mischungen und sorgt für die richtige Viskosität. Zu deutsch: Sie verhindert zum Beispiel beim Ansetzen von Fertigputzmischungen mit Wasser, dass sie verklumpen und verleiht ihnen die richtige gleichmäßige Konsistenz, so dass sie an der Wand “stehen”. Übrigens: Nicht nur Baustoffe profitieren von den guten Eigenschaften dieser Cellulosederivate. Weil sie sogar für den menschlichen Verzehr geeignet sind, sorgen sie auch für die richtige Beschaffenheit beispielsweise von Backmischungen, Fertigpuddings oder Joghurt. Selbst Tabletten halten sie in Form und zahlreiche Körperpflegeprodukte wie Duschgels oder Lotionen werden mit Hilfe von solchen - chemisch Celluloseether genannten - Produkten so eingestellt, dass sie sich optimal nutzen lassen.

Grüne Chemie von Dow

Einer der führenden Hersteller dieses chemischen Allzweckmittels ist Dow. Die unter dem Markennamen METHOCEL™ vertriebenen Cellulosederivate werden an mehreren Dow Standorten hergestellt, so auch in Stade. Vor allem wegen der großen Nachfrage aus der Nahrungsmittelindustrie wurde die METHOCEL - Anlage von Dow Stade erst kürzlich erheblich erweitert. Bei diesem Produkt kann man mit Fug und Recht von „grüner Chemie“ sprechen: Der Grundstoff ist der nachwachsende Rohstoff Cellulose. Wichtigster natürlicher Lieferant von Cellulose besonders hoher Reinheit und Qualität für die Herstellung von Methylcellulose bei Dow in Stade sind 30 bis 40 Jahre alte Nadelhölzer – zum Beispiel die nordische Fichte oder die schnell wachsende Mittelmeerkiefer.

In beiden Regionen garantieren die Zulieferer von Dow eine nachhaltige Forstwirtschaft. Dies bedeutet zum Beispiel, dass nur soviel Holz geschlagen wird, wie gleichzeitig durch Aufforstung wieder nachwächst. Und es handelt sich dabei um dort heimische, nicht genetisch veränderte Gehölze. Dies spielt vor allem dann eine Rolle, wenn die daraus gewonnene Methylcellulose in Lebensmitteln eingesetzt wird. Der Begriff der Nachhaltigkeit umfasst aber auch zahlreiche weitere Aspekte – etwa Maßnahmen gegen Bodenerosion, Baumkrankheiten und vieles mehr – um künftigen Generationen ein intaktes Ökosystem zu hinterlassen. Darüber hinaus haben sich die Cellulose-Lieferanten von Dow zu umweltschonenden Produktionsverfahren verpflichtet, die ständig weiter optimiert werden und der Kontrolle externer Fachleute unterliegen.

Die großtechnische Produktion von Methylcellulose bei Dow in Stade beginnt mit der Anlieferung der reinen Cellulose in Gestalt riesiger „Papierrollen“. Dieses Cellulosepapier wird gemahlen und mit Natronlauge „aufgeschlossen“. Sie spaltet die Cellulosemoleküle auf und macht sie für die nächsten Schritte im chemischen Umwandlungsprozess reaktionsfähig. Der so entstandenen Alkalicellulose wird Methylchlorid und Propylenoxid in unterschiedlichen Dosierungen hinzugefügt. Unter Druck findet dann der eigentliche chemische Veretherungsprozess statt. Das Abwasser aus dem Prozess wird in mehreren Stufen gereinigt. Bei diesen Arbeitsschritten lassen sich noch verschiedene Wertstoffe wiedergewinnen.

Die fertige Methylcellulose wird zunächst gewaschen, getrocknet, gemahlen und gesiebt. Je nach Bedarf können die Eigenschaften des Produkts noch modifiziert und durch Additive auf die speziellen Erfordernisse verschiedener Anwendungen zugeschnitten werden. Die Verfahrensprozesse werden unter Umwelt- und Effizienzgesichtspunkten ständig optimiert. Das Qualitäts- und Umweltmanagementsystem des Werkes wird regelmäßig von externen Fachleuten begutachtet und nach den internationalen Standards ISO 9001 (Qualität), ISO 14001 (Umwelt) und AIB (Nahrungsmittel) zertifiziert.

Spezialist für Gips

Einer der wichtigsten Kunden für Methylcellulosen von Dow ist die Firma Knauf. Methylcellulose von Dow spielt vor allem für die Formulierung von Gipsinnenputzen eine große Rolle. An sechs Standorten in Deutschland, aber auch in zahlreichen weiteren Werken innerhalb und außerhalb Europas, fertigt Knauf solche Innenputze. Sie haben eine Reihe positiver bauphysikalischer und baubiologischer Eigenschaften, die sie in den vergangenen Jahrzehnten in zunehmendem Maße zum Material der Wahl in Deutschland gemacht haben. Denn Gipsputze können – etwa im Vergleich zu Kalk-Zementputzen oder gar Beton – relativ viel Feuchtigkeit aus der Luft aufnehmen und auch wieder abgeben, wenn der Feuchtigkeitsgehalt der Raumluft sinkt. Das Ergebnis ist ein gleichmäßigeres Raumklima. Und auch unter gestalterischen Gesichtspukten ist der Gipsputz rissfester, glatter und flexibler einsetzbar als ein Putz auf Basis Kalk, Zement und Sand.

Intelligente Chemie im Gipsputz

Die Anforderungen an moderne Innenputz-Systeme sind in den vergangenen Jahrzehnten ständig gestiegen. Kunden erwarten Putzsysteme, die zu allen Zeiten, unter allen Wetterbedingungen, auf allen Untergründen die gleichen Verarbeitungszeiten haben. Um diese Anforderungen zu erfüllen, kommen die nützlichen Eigenschaften verschiedener Zusatzstoffe, vor allem aber der Methylcellulose ins Spiel. Ihr Hauptnutzen: Durch die Wasserrückhaltung hat ein stark saugender Untergrund nur noch einen geringen Einfluss auf Abbindeverhalten und Trocknungszeiten von Putzsystemen. In Verbindung mit speziellen Modifikationen der Methylcellulose - wie sie etwa von Dow entwickelt wurden - und weiteren Additiven lassen sich darüber hinaus eine Reihe von maßgeschneiderten Verarbeitungseigenschaften einstellen. Normal gebrannter Gips würde nach dem Anrühren mit Wasser in sieben Minuten hart. Die dafür ausgelegte Methylcellulose zusammen mit den anderen Additiven gewährleistet, dass er zum Beispiel bei Gipsmaschinenputzen 90 Minuten weich - also verarbeitbar - bleibt und erst nach 180 Minuten voll aushärtet. Genau diese Zeit benötigen die fünf bis sechs Arbeitsschritte zum Aufbringen eines solchen Gipsmaschinenputzes nämlich – vom Anmischen in einer Putzmaschine über das Anspritzen und Ausgleichen an der Wand bis zum Glätten und Filzen des Putzes.

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