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Dow in Deutschland


Management

Ralph Brinkmann 


Ralf Brinkmann
Präsident von Dow in Deutschland und Vorstandsvorsitzender der Dow Deutschland Inc. 

Lesen Sie in folgendem Interview wie Ralf Brinkmann die zukünftige Entwicklung des Unternehmens und der Branche in Deutschland bewertet.


Herr Brinkmann, die letzten Monate waren für Dow in Deutschland sehr erfolgreich. Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus?

Ralf Brinkmann: Wir wollen weiter wachsen und unseren Marktanteil in der Bundesrepublik ausbauen. Gerade im vergangenen Jahr hat sich Deutschland als Wirtschaftsmotor Europas ausgezeichnet. Hier haben viele unserer wichtigsten globalen Kunden ihren Stammsitz. Deutschland ist ein Hightech-Land, in dem viele großartige Innovationen für die nachhaltige Entwicklung entstehen und zur Marktreife gebracht werden. Das ist genau das richtige Umfeld für die Weiterentwicklung unseres Spezialchemieportfolios. Wir wollen wachsen, indem wir gemeinsam mit unseren Kunden noch bessere Lösungen für die großen Herausforderungen der Zukunft entwickeln.

Was heißt das konkret?

Ralf Brinkmann: Ein gutes Beispiel ist das Thema Erneuerbare Energien. Hier wächst ein Markt, der für Dow hoch attraktiv ist: Wir stellen Epoxidharze für carbonfaserverstärkte Verbundwerkstoffe her. Daraus werden Rotorblätter für moderne Windkraftanlagen gemacht. Und an unserem Standort in Schkopau errichten wir gerade eine Produktionsanlage für Spezialfolien, die die Langlebigkeit und Effizienz von Photovoltaikmodulen deutlich erhöhen. Das geschieht mitten in der Region, die sich als „Solar Valley Mitteldeutschland“ eine internationale Spitzenposition erarbeitet hat und in der weltweit führende Photovoltaikfirmen zu Hause sind.

Nun ist aber die Energiewende in Deutschland, bei der es ja auch um den Ausbau der Erneuerbaren Energien geht, von der Chemischen Industrie nicht nur gelobt worden ...

Ralf Brinkmann: Richtig, denn den Chancen, die die Energiewende für Forschung und Industrie eröffnet, stehen auch Risiken gegenüber. Darauf haben wir hingewiesen. Energieintensive Unternehmen wie Dow könnten etwa mit massiv erhöhten Stromkosten in Deutschland nicht mehr wettbewerbsfähig produzieren. Es wäre fatal, wenn der Umstieg auf die Erneuerbaren Energien gerade zu Lasten derjenigen Arbeitgeber ginge, die die Schlüsseltechnologien für eben diesen Umstieg bereit stellen. Ich bin froh, dass wir mit diesem Hinweis bisher auf offene Ohren gestoßen sind. Wir sind übrigens bereit, unseren eigenen Beitrag zur Energieversorgung zu leisten. In Stade bauen wir gerade ein modernes Gas- und Dampfturbinenkraftwerk, dessen Kraft-Wärme-Kopplung ausgezeichnete Nutzungsgrade ermöglicht.

Welche Rolle spielen die deutschen Standorte für Dow?

Ralf Brinkmann: Unsere Werke in Stade und in Mitteldeutschland zählen zu den größten und leistungsfähigsten Dow-Verbundstandorten überhaupt. Gemeinsam mit den Standorten in Bomlitz und Rheinmünster und einigen kleineren Werken bilden sie eine Produktionsinfrastruktur, die ihresgleichen sucht.

Aber noch wichtiger als die Produktionsanlagen sind unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Den Erfolg des vergangenen Jahres verdanken wir ihnen – ihrer Veränderungsbereitschaft und Einsatzfreude. Unser Unternehmen entwickelt sich zu einem der führenden Lösungsanbieter in der Spezialchemie – und behält trotzdem seine Stärken als zuverlässiger Lieferant von chemischen Grundprodukten. Das ist nur möglich, weil unser Team zu den Besten der Branche weltweit gehört.