Dow empfängt Bundesumweltminister in Schkopau
Wettbewerbsfähigkeit deutscher Chemiestandorte nicht gefährden
Schkopau - 20. Februar 2006
Heute besuchte Bundesumweltminister Sigmar Gabriel das Dow-Werk in Schkopau. Die Geschäftsführung der Dow Olefinverbund GmbH nutzte das einstündige Gespräch, um die strategische Entwicklung des größten mitteldeutschen Chemieunternehmens vorzustellen. Zugleich erläuterte sie dem Minister die Notwendigkeit, alles zu tun, damit die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Chemiestandorte in einem globalen Markt nicht weiter eingeschränkt wird.
"Wir begrüßen ausdrücklich, dass Herr Gabriel den Dialog mit der deutschen Industrie sucht. Und wir sind Partner, wenn es um die Vision nachhaltigen Wirtschaftens geht", sagte Manfred Aumann, Vorsitzender der Geschäftsführung der Dow Olefinverbund GmbH. Er verwies in diesem Zusammenhang auf die Tatsache, dass Dow bei stetig steigendem Produktionsvolumen die Emissionen bei Luft, Wasser und Boden von 1995 bis heute um fast 90 Prozent reduzieren konnte.
Bei aller Einigkeit in den Zielen nachhaltiger Entwicklung müsse jedoch der besonderen Situation energieintensiver Produktionsstandorte der Petrochemie und ihrer schwierigen Position im internationalen Wettbewerb Rechnung getragen werden. "Wir sind sehr stark von den Rohstoff- und Energiekosten abhängig", erläuterte Aumann. "Das Erneuerbare-Energien-Gesetz, die Ökosteuer, die stetig steigenden Stromkosten und der Handel mit Emissionszertifikaten bedeuten Zusatzkosten, die wir im globalen Markt nicht an unsere Kunden weitergeben können - ganz im Gegensatz zu den regional tätigen Energieversorgern."
Es könne nicht Ziel deutscher Umweltpolitik sein, dass energieintensive Produktionsbereiche zunehmend ins Ausland verlagert werden - wo nicht zuletzt aufgrund geringerer Zusatzkosten und weniger strenger Gesetzgebung, jedoch mit größerer Auswirkung auf die Umwelt, kostengünstiger produziert werden kann. Schon heute finden Investitionen der Petrochemie fast ausschließlich in Asien statt. Die modernsten und größten Anlagen stehen in Saudi-Arabien, in Japan, Korea, Taiwan und zukünftig in China. "Diese Tendenz birgt einen doppelten Standortnachteil für Europa: Hier senken die politisch motivierten Zusatzkosten die Rentabilität der älteren und kleineren Produktionsanlagen", sagte Geschäftsführer Dr. Christoph Mühlhaus.
Damit auch in die Petrochemie Deutschlands und Westeuropas investiert werden könne, fordert Dow gemeinsam mit dem Verband der Chemischen Industrie (VCI) Planungssicherheit von der umweltpolitischen Gesetzgebung. Dazu zählt unter anderem die Ablehnung des Vorschlags der Europäischen Kommission, künftig alle Cracker in den EU-Emissionshandel einzubeziehen. "60 Euro zusätzlich pro Tonne Ethylen würden ein weiteres Wachstum in diesem Bereich bei Dow automatisch ausschließen", so Mühlhaus. "Deshalb müssen Cracker ebenso wie die übrigen Chemieanlagen vom Emissionshandel ausgeschlossen bleiben."
Geschäftsführer Mühlhaus verwies in diesem Zusammenhang darauf, dass die Gefährdung nicht auf die chemische Industrie beschränkt bliebe: "Unsere Basisprodukte sind 'Enabling Factors' für viele weitere Industriezweige, die Produkte für fast alle Bereiche des täglichen Lebens herstellen. Wir müssen vermeiden, dass die Umweltgesetzgebung in Europa zu einem Wettbewerbsnachteil für die gesamte europäische Wirtschaft führt. Umweltprobleme können nicht in nationalen Alleingängen, sondern nur global gelöst werden."
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Dow Olefinverbund GmbH